Erstmal ist da dieses Bellen hinter der Tür. Von Friederike K. ist nichts zu hören, nichts zu sehen. Sorgen muss man sich aber keine machen, der Hund der Rentnerin möchte sein Frauchen nur verteidigen. Sobald er merkt, dass vom Besuch keine Gefahr droht, legt er sich ruhig in die Ecke. Für ihren Hund würde Friederike K. alles tun. Auch wenn der Pudel, als sie ihn bekam, erstmal „ein Macho“ war. „Das habe ich ihm schnell abgewöhnt“, sagt die Rentnerin und lächelt belustigt. Pudel seien sowieso die besten Hunde auf der Welt, meint sie, „sie sind sehr intelligent und sie haaren auch nicht“. Gerade jetzt ist Friederike K. froh, dass sie den Hund hat, denn vor zwei Jahren ist ihr Lebensgefährte Bernd nach langer Krankheit gestorben. Seitdem hat sich im Leben der 75-Jährigen vieles verändert. Bis 2008 lebte das Paar in einer großen Wohnung. „Wir waren 26 Jahre zusammen, aber über die Verlobung sind wir nicht hinausgekommen.“ 1988 hatte sie sich von ihrem ersten Mann scheiden lassen. Und irgendwie wollte Frau K. nicht noch mal heiraten, auch wenn sie jedesmal „Ja“ sagte, wenn ihr Bernd einen Antrag machte. „Immer wenn wir gefragt wurden, sagte mein Lebensgefährte: ,Wir prüfen uns noch’“, erzählt sie. Bernd nahm das mit Humor. Nachdem ihr Verlobter gestorben war, zog sie in eine kleinere Wohnung, deren Wände sie in fröhlichem Lila streichen ließ. Friederike K. hat einiges hinter sich, sie ging mit einer Gastwirtschaft pleite, verlor einen Sohn, hatte Brustkrebs. Die Lebensfreude hat sie sich dennoch bewahrt. Sie will es sich jetzt noch mal schön machen. Zum ersten Mal in ihrem Leben wohnt sie alleine – abgesehen vom Pudel. Ein kleiner Fernseher wäre für Friederike K. da ideal. Vielleicht leistet sie sich den von der Unterstützung der FR-Altenhilfe.
Wie und wo die Aktion "Not gemeinsam lindern" Hilfe im vergangenen Jahr leisten konnte, erfahren Sie hier.
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