Abo | ePaper | App | Newsletter | Facebook | Anzeigen | Trauer

Altenhilfe

07. Dezember 2010

Theresia U: Sie wich ihrem Mann nicht von der Seite

Ein hartes Leben voller Arbeit, liegt hinter der Rentnerin. Obwohl sie auch körperliche Probleme hat ist sie nicht verbittert. Dankbar denkt die an die Zeit mit "ihrem großen Glück" zurück.

Drucken per Mail

Theresia U. hatte kein leichtes Leben. Die 76-Jährige ist Witwe, hat viele schwierige Operationen hinter sich – aber sie ist nicht unzufrieden. „Dass ich allein bin, kann ich nicht sagen“ freut sich die Rentnerin, sie habe gute Nachbarn und auch Freundinnen, eine Freundschaft währt schon 50 Jahre. Mit ihren Bekannten trifft sie sich gerne mal im Café oder macht Spaziergänge. Aber nicht so gerne, wenn draußen Schnee und Eis liegen. Zweimal wurde sie schon an den Knien operiert und so ganz sicher zu Fuß ist sie jetzt nicht mehr. Deshalb kann sie im Winterauch nicht so oft zum Grab ihres Mannes gehen, der weite Weg macht ihr einfach zuviel Angst. Dabei war ihr Mann „großes Glück“. „Ich war eigentlich immer schüchtern“, erinnert sich die alte Dame, erst als sie ihren Mann kennenlernte änderte sich das.

Mit ihm ist sie viel gereist, besonders oft war das Ehepaar in Amerika. Als John F. Kennedy 1963 ermordet wurde, war Theresia U. gerade auch in Texas. Vor 15 Jahren starb ihr Mann dann nach langer Krankheit. Drei Monate, von Juli bis Oktober lag er im Sterben, Theresia U. wich in der Zeit nicht von seiner Seite. „ Wenn ich bei ihm war, hat er immer ganz ruhig geatmet“, erzählt sie. Und trotzdem ist die Rentnerin nicht verbittert, sondern froh um die Zeit, die das Paar miteinander hatte. In ihrer Jugend hatte sie dagegen sehr viel weniger Glück.

Ihr Vater wurde vom NS-Regime verfolgt, in ihrem Geburtsort Neu-Isenburg erlebte sie als Zehnjährige den Bombenkrieg. Nachdem die elterliche Wohnung zerstört war, wurde sie in den Vogelsberg zu einer Pflegefamilie evakuiert. Jene Jahre waren geprägt von Hunger und Angst, als Jugendliche musste sie dann hart arbeiten. 14-Stunden-Schichten waren die Regel. Mit 25 Jahren beschloss Theresia U. dann endlich, ein neues Leben zu beginnen, sie zog nach Frankfurt und fand ihr Glück. Heute lebt sie in ihrer kleinen Wohnung im Frankfurter Norden. Mit dem Geld von der Altenhilfe leistet sich Theresia U. nun ein paar neue Winterstiefel. prcs

Jetzt kommentieren

Altenhilfe

Wie und wo die Aktion "Not gemeinsam lindern" Hilfe im vergangenen Jahr leisten konnte, erfahren Sie hier.

Altenhilfe

Wenn Sie den Verein „Not gemeinsam lindern“, Alten- und Weihnachtshilfe der Frankfurter Rundschau e.V. mit bis zu 200 Euro im Jahr unterstützt haben, benötigen Sie keine gesonderte Zuwendungsbestätigung von uns. Bitte laden Sie sich das Dokument herunter und drucken es sich aus. Dieses kann der Steuererklärung beigelegt werden.

Altenhilfe

Die FR-Altenhilfe und die Entwicklung der jungen Bundesrepublik.

Altenhilfe
Karl Gerold

Sieben Personen – vier Teller, Lumpen als Bettwäsche: Auch das war Weihnachten 1949. Der Original-Spendenaufruf des FR-Mitherausgebers und späteren Chefredakteurs Karl Gerold.

FR @ Social Media

 

Wir informieren Sie auch in den Sozialen Netzwerken - in Facebook, Twitter und Google+. Schauen Sie, was Ihre Facebook-Freunde auf FR-Online empfehlen - und verfolgen Sie unseren Twitter-Ticker:
Für Sportler in Not

Die Hilfsaktion der FR-Sportredaktion unterstützt arme, kranke und behinderte Sportler, die unverschuldet in Not geraten sind.

Twitter
 
Hessen

Protokolle einer aufregenden Nacht: Szenen aus dem Frankfurter Römer. Wahlticker aus der Region. Und viel mehr: das Spezial.