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Arbeit und Soziales

17. Oktober 2012

"Schattenbericht": Armutsrisiko steigt weiter an

 Von Markus Decker
Sonderausgabe des Berliner "Strassenfegers" zum "Schattenbericht".  Foto: dpa

Die Nationale Armutskonferenz legt einen „Schattenbericht“ vor und kritisiert die Bundesregierung. Jeder Vierte würde im Niedriglohnsektor arbeiten und knapp 10 Prozent der Bevölkerung beziehe staatliche Leistungen.

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Die Nationale Armutskonferenz legt einen „Schattenbericht“ vor und kritisiert die Bundesregierung. Jeder Vierte würde im Niedriglohnsektor arbeiten und knapp 10 Prozent der Bevölkerung beziehe staatliche Leistungen.

Die Nationale Armutskonferenz (NAK) hat eine Armutsspirale in Deutschland beklagt. Breite Einkommensarmut schaffe eine millionenfache Nachfrage nach Billigstprodukten und Billigstarbeit – weitere Armut sei die Folge, heißt es in einem „Schattenbericht“ der NAK, einem Zusammenschluss von Sozial- und Wohlfahrtsverbänden sowie Gewerkschaften.

„Die Reichen werden immer reicher, die Armen immer ärmer und die Politik schaut weitgehend tatenlos zu“, kritisierte ihr Sprecher Thomas Beyer. Der „Schattenbericht“ verweist darauf, dass in Deutschland inzwischen fast jeder Vierte im Niedriglohnsektor arbeitet und 9,3 Prozent der Bevölkerung staatliche Leistungen zur Sicherung ihres Existenzminimums beziehen.

Gefordert werden unter anderem gesetzliche Mindestlöhne, höhere Regelsätze und Förderprogramme gegen Wohnungsnot. Die Geschäftsführerin Carola Schmidt monierte gegenüber unserer Zeitung zudem, dass die NAK von der Bundesregierung als „Feigenblatt“ missbraucht werde. Sie werde gehört, ihre Vorschläge würden aber nicht aufgegriffen.

Der erstmals herausgegebene Bericht soll ein Gegenentwurf zum alle vier Jahre erscheinenden Armutsbericht der Bundesregierung sein, der Mitte November im Kabinett behandelt werden soll.

Das Statistische Bundesamt kommt in einer aktuellen Studie zu dem Schluss, dass 15,8 Prozent der Bevölkerung 2010 von Armut bedroht waren. Das entspricht einer Gesamtzahl von rund 12,8 Millionen Menschen. Ein Jahr zuvor waren noch 15,6 Prozent der Bevölkerung betroffen gewesen. Stark gefährdet sind demzufolge Alleinerziehende und ihre Kinder. Als armutsgefährdet galt jeder mit weniger als 952 Euro im Monat. (mit dpa)

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