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Arbeit & Soziales
Kurzarbeit, Jobabbau, Hartz IV

17. Oktober 2012

Alterssicherungsbericht: Vielen Rentnern geht es noch gut

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2,5 Prozent der über 65-Jährigen müssen von der staatlichen Grundsicherung leben. Foto: dpa

Die heutigen Rentner sind gut abgesichert, auch durch private Renten, Zinseinkünfte und Mieterlöse. Nur jeder 40. Rentner ist auf staatliche Hilfe angewiesen, wie ein Regierungsbericht zeigt. Doch das Risiko Altersarmut nimmt zu.

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Berlin –  

Der großen Mehrheit der heutigen Rentner geht es finanziell gut. Nach dem Fünften Alterssicherungsbericht der Bundesregierung, über den die Süddeutsche Zeitung berichtet, müssen derzeit nur 2,5 Prozent der über 65-Jährigen von der staatlichen Grundsicherung leben. Allerdings warnen die Autoren, dass die Altersarmut in den nächsten Jahren und Jahrzehnten deutlich zunehmen wird. Vor allem Geringverdiener seien gefährdet, auch wenn sie viele Jahre gearbeitet hätten.

Dem Bericht des Arbeitsministeriums zufolge verfügen Ehepaare und Alleinstehende, die 65 Jahre oder älter sind, im Durchschnitt über ein Haushaltseinkommen von 1818 Euro netto im Monat. Dabei gibt es aber große Unterschiede: Alleinstehende Frauen haben mit durchschnittlich 1292 Euro eher weniger Geld zum Ausgeben. Bei männlichen Singles sind es schon 1560 Euro, bei Ehepaaren sogar 2433 Euro. Für den Bericht hatte die Firma TNS Infratest Sozialforschung im Jahr 2011 fast 28.000 Personen befragt.

Gut abgesichert sind vor allem die Rentner in Westdeutschland, die bereits in erheblichem Umfang von privaten Renten profitieren. Für Ehepaare in den alten Bundesländern belaufen sich die privaten Renten auf immerhin 557 Euro, für Alleinstehende sind es im Durchschnitt 371 Euro im Monat. Hinzu kommen Zinsen vom Ersparten auf der Bank. Ehepaare in Westdeutschland erhalten auf diese Weise durchschnittlich 338 Euro im Monat, Singles 175 Euro.

Armutsrisiko Selbstständigkeit

Nicht berücksichtigt ist bei den Zusatzeinkünften der Wohnwert einer selbst genutzten Immobilie, in der im Westen weit mehr als die Hälfte aller Senioren leben, wie die Süddeutsche Zeitung weiter schreibt. Mieteinkünfte fließen dagegen ins Gesamteinkommen ein, und die sind recht üppig: Im gesamtdeutschen Durchschnitt erzielen Senioren-Ehepaare so monatlich 1043 Euro, Alleinstehende 713 Euro.

Trotzdem dürfte der Alterssicherungsbericht die Debatte um die Einführung neuer Instrumente gegen die Altersarmut anheizen. Die Autoren warnen davor, sich bei der Betrachtung der Situation der Älteren nur auf die Durchschnittswerte zu stützen. So seien im untersten Einkommenszehntel Frauen überrepräsentiert. Auch hätten ehemals Selbständige auffällig oft niedrige Einkommen. Diese Gruppe sei "etwa doppelt so häufig auf die Grundsicherung angewiesen wie ehemals abhängig Beschäftigte".

Wegen der steigenden Zahl der Rentner will die Bundesregierung das Rentenniveau bis 2030 schrittweise von derzeit etwa 50 auf 43 Prozent des letzten Nettoeinkommens absenken. Dies sei notwendig, um die jüngere Generation, die die Beiträge aufbringen muss, nicht zu überfordern. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen will die Altersarmut, die sich dann rasch auszubreiten droht, durch die Einführung einer Zusatzrente verhindern, die aber in der Regierung stark umstritten ist. Die SPD hat dagegen das Konzept einer Solidarrente entwickelt.

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