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Arbeit und Soziales

09. September 2012

Arm im Alter: DGB legt Fakten zur Altersarmut vor

 Von Daniela Vates
Jeder fünfte Beschäftigte muss sich mit schlechter Bezahlung zufriedengeben.  Foto: dpa

Der DGB legt Zahlen zum Ausmaß des Niedriglohn-Bereichs vor - und untermauert so die Warnung von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) vor Altersarmut. Dabei zeigt sich auch, dass Deutschland bei den Gehältern noch immer geteilt ist.

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Der DGB legt Zahlen zum Ausmaß des Niedriglohn-Bereichs vor - und untermauert so die Warnung von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) vor Altersarmut. Dabei zeigt sich auch, dass Deutschland bei den Gehältern noch immer geteilt ist.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat die Warnung von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen vor Altersarmut mit Zahlen zum Ausmaß des Niedriglohn-Bereichs untermauert: Zwei von fünf der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit Vollzeitjob verdienten heute weniger als 2500 Euro brutto im Monat, heißt es in einem Positionspapier zur Einkommensverteilung, das dieser Zeitung vorliegt.

Von der Leyen hatte kürzlich gewarnt, diese Gehaltsgruppe erwarte wegen der Absenkung des Rentenniveaus bei einem Renteneintritt ab 2030 nur eine Rente in Höhe des Grundsicherungs-, also des Sozialhilfeniveaus.

Schlecht bezahlte Jobs im Osten

Den höchsten Anteil an schlecht bezahlten Vollzeitjobs haben dem DGB zufolge die ostdeutschen Länder. An der Spitze liegt hier Mecklenburg-Vorpommern, gefolgt von Sachsen und Thüringen und Sachsen-Anhalt. Den geringsten Anteil an Niedriglohn-Vollzeitjobs verzeichnet im Osten Brandenburg. Wird in Ostdeutschland eine regionale Niedriglohn-Schwelle von 1379 Euro zugrunde gelegt, die das allgemein niedrigere Lohnniveau und niedrigere Preise widerspiegelt, ergibt sich für Mecklenburg eine Quote von 23,8 Prozent, in Brandenburg von 21,2 Prozent. Der Anteil der Niedriglohn-Jobs in Sachsen-Anhalt liegt bei 21,9 Prozent.

Bei einer gesamtdeutschen Niedriglohnschwelle von 1802 Euro ergeben sich sogar Quoten von über 40 Prozent. Das bedeutet: Nach gesamtdeutschen Maßstäben verdienen in den neuen Ländern zwei von fünf Vollzeitarbeitnehmern nur äußerst wenig.

Berlin hat unter ostdeutschen Maßstäben einen Niedriglöhner-Anteil von 15,9 Prozent. Gesamtdeutsch betrachtet liegt die Berliner Quote bei 28,2 Prozent.

Forderung nach Mindestlohn

In Westdeutschland wird in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz am schlechtesten verdient. Ein Viertel der Arbeitnehmer mit Vollzeit-Stellen verdiene in diesen Ländern weniger als 1890 Euro im Monat, der Schwelle zum Niedriglohn in Westdeutschland. Sie wird bei zwei Dritteln des Durchschnittslohns angesetzt.

Den geringsten Anteil an Vollzeit arbeitenden Niedriglöhnern hat dem DGB zufolge im Westen Baden-Württemberg (18,2 Prozent), gefolgt von Hamburg (19,1 Prozent), Hessen (19,2 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (20,4 Prozent). Bayerns Quote an Niedriglöhnern liegt etwas höher als die von NRW.

Der DGB schließt aus den Zahlen, dass ein gesetzlicher Mindestlohn dringend erforderlich sei. Außerdem müsse das Wohngeld für Erwerbstätige ausgebaut werden.

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