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Arbeit und Soziales

02. März 2016

Einkommen: Frauen verdienen 21 Prozent weniger

Nur in Estland (28,3 Prozent) und Österreich (22,9 Prozent) ist die Verdienstspanne zwischen Frauen und Männern größer als in Deutschland.  Foto: dpa

Frauen verdienen in Deutschland nach wie vor deutlich weniger als Männer. Das geht aus einem Bericht der Bundesregierung hervor. In kaum einem anderen europäischen Land ist die Differenz ähnlich groß.

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Die Differenz bei den Löhnen für Männer und Frauen ist einem Bericht zufolge in Deutschland so groß wie in kaum einem anderen europäischen Land. Wie die Zeitungen der Funke-Mediengruppe in ihren Mittwochsausgaben unter Berufung auf eine Antwort der Regierung auf eine Anfrage der Linken-Fraktion berichteten, beträgt der Unterschied beim Bruttolohn durchschnittlich 21,6 Prozent. Nur in Estland (28,3 Prozent) und in Österreich (22,9 Prozent) ist er demnach noch größer.
Werden Faktoren wie die Branche, Hierarchie oder Teilzeitbeschäftigung abgezogen, bleibt den Berichten zufolge noch immer eine Differenz von durchschnittlich sieben Prozent beim Bruttoverdienst. Die Bundesregierung beklagt in ihrer Antwort demnach eine "zumeist mittelbare Benachteiligung" bei den Einkommen von Frauen. Sie hätten weniger berufliche Chancen, Einkommensperspektiven sowie Förder- und Aufstiegsmöglichkeiten.

Gesellschaftliche patriarchale Rollenbilder

Linken-Fraktionsvize Sabine Zimmermann sagte den Funke-Zeitungen, bei der sozialen Lage von Frauen "sind wir von Gleichberechtigung der Geschlechter noch weit entfernt". Es sei zwar gut, dass die Erwerbstätigkeit von Frauen in den vergangenen zehn Jahren deutlich zugenommen habe. "Aber die meisten können von ihren niedrigen Löhnen nicht leben und schon gar keine ausreichenden Rentenansprüche aufbauen", sagte sie mit Blick auf die hohe Zahl von Frauen in Teilzeit, befristeten Jobs oder Zeitarbeit.

Laut Regierung seien für die Lohnlücke auch Verhaltensmuster bei Beschäftigten und Arbeitgebern verantwortlich, die von gesellschaftlichen Rollenbildern geprägt seien. Geplant ist offenbar, die Effekte der Ungleichheit mit einem Gesetz zu dämpfen: Unternehmen ab 500 Beschäftigte sollten verpflichtet werden, Maßnahmen zur Gleichstellung und die Entgeltstruktur offenzulegen.

Die von der Bundesregierung vorgelegten Daten zeigen den Angaben zufolge auch, dass in Deutschland die Erwerbstätigkeit von Frauen in den vergangenen zehn Jahren deutlich zugenommen hat. Von 2005 bis 2014 stieg deren Zahl um 2,2 Millionen auf 18,6 Millionen, was einem Anstieg um 13,2 Prozent entspricht. Allerdings sind 3,1 Millionen ausschließlich geringfügig beschäftigt. Rund ein Drittel der weiblichen Arbeitnehmer hatte atypische Beschäftigungsverhältnisse wie Teilzeit, befristete Jobs oder Zeitarbeit. (FR mit kna/afp)

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