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Arbeit und Soziales

26. Februar 2015

Leiharbeit Arbeitslosenzahlen: Die Leiharbeit boomt

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Derzeit gibt es so wenig Arbeitslose wie schon lange nicht mehr.  Foto: dpa

Heute legt die Bundesagentur für Arbeit (BA) die neuen Arbeitslosenzahlen vor: Knapp über drei Millionen nach Expertenschätzungen. So wenig Jobsucher wie schon lange nicht. Aber die Agentur vermittele zu viele Menschen in Leiharbeit, kritisieren die Grünen. Die Bundesregierung widerspricht.

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Rund ein Drittel der Erwerbslosen, die durch Vermittlung der Bundesanstalt für Arbeit eine neue Stelle bekommen, landet in der Leiharbeit. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Grünen im Bundestag hervor. Nach Auswertung der Zahlen des vorigen Jahres habe die Agentur rund 262 000 Erwerbslose in Arbeit vermittelt – 81 000 in Leiharbeit. Das ist fast ein Drittel.

Die Bundestagsabgeordnete Beate Müller-Gemmeke findet das „nicht akzeptabel“. Sie weist darauf  hin, dass die Leiharbeitsbranche nur einen Anteil von 2,6 Prozent an der Gesamtbeschäftigung habe. „Besonders kritikwürdig“ findet die Sprecherin für Arbeitnehmerrechte, dass 65 Prozent der auf diese Weise Vermittelten zuvor nicht einmal ein Jahr arbeitslos waren. Sie hätten also keine „Vermittlungshemmnisse“ und brauchten keine „Brücke“ in den ersten Arbeitsmarkt, kritisiert die Politikerin. Müller-Gemmeke: „Die Leiharbeit versperrt diesen Menschen den direkten Weg in Arbeit, zumal Leiharbeitskräfte häufig nach relativ kurzer Zeit wieder arbeitslos werden.“

Bundesregierung widerspricht

Bereits vor einem Jahr hatte der Chef der Bundesagentur, Frank-Jürgen Weise, „Fehlentwicklungen“ bei der Vermittlung in Leiharbeit eingeräumt. Aus einer internen Analyse vom Januar 2013 geht hervor, dass der Anteil in den vergangen Jahren erheblich gestiegen ist und zum Teil sogar über der Vermittlung in Normalarbeitsverhältnisse lag. Das liegt daran, dass diese Branche besonders viele Vorschläge macht, die Vermittlung einfacher ist – und die Bearbeiter in den Arbeitsagenturen auf diese Weise am schnellsten Erfolge erzielen können.

Dazu heißt es in dem internen  BA-Arbeitspapier: „Wir wollen weg von einer Erfolgsbetrachtung, die vor allem Zahlen im Blick hat". Die Agentur müsse sich „stärker an Qualität und am nachhaltigen Kundenwohl orientieren." Für Beate Müller-Gemmeke zeigen die Zahlen, dass dies nur „Lippenbekenntnisse“ seien: „Eine Trendwende ist nicht zu sehen“.

In ihrer Antwort auf die kleine Anfrage widerspricht die Bundesregierung der Wertung der Grünen. Die Bundesanstalt müsse dafür sorgen, „dass auch Arbeitgeber aus der Zeitarbeitsbranche geeignete Arbeitnehmer“ erhielten. Es gebe aber „keine besondere Partnerschaft“ der BA mit dieser Branche. Die Bundesregierung räumt jedoch ein, die Agentur habe „ihr Zielsystem neu ausgerichtet“. Die „Nachhaltigkeit der Integration in den Arbeitsmarkt“ werde nun höher bewertet.

 

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