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Arbeit und Soziales

17. April 2014

Online-Handel: Nach Amazon kommt Zalando dran

Das Unternehmen Zalando wächst .- nun sollen nach Meinung der Gewerkschaft Verdi die Mitarbeiter besser vertreten werden.  Foto: dpa

Die Gewerkschaft Verdi will sich beim größten europäischen Online-Modehändler Zalando für eine bessere Vertretung der Mitarbeiter in Deutschland einsetzen. Momentan gibt es in den drei Zalando-Werken keinen Betriebsrat. Es sollen laut Verdi ähnliche Erfolge erzielt werden wie bei Amazon.

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Die Gewerkschaft Verdi will bei Europas größtem Online-Modehändler Zalando den Fuß in die Tür bekommen, um dort langfristig bessere Arbeitsbedingungen durchzusetzen.

"Wir sind dabei, die Kollegen bei Zalando zu organisieren", sagte der bei der Gewerkschaft Verdi für Versand- und Onlinehandel zuständige Stefan Najda am Donnerstag. "Wir haben Zalando am Wickel, wir suchen Kontakt zu den Kollegen", fügte er hinzu. Noch gebe es bei Zalando aber keine Betriebsräte, beklagte er. Grund dafür sei auch, dass es bei Zalando fast nur befristete Arbeitsverträge gebe - so sei es schwer für die Arbeitnehmer, sich zu organisieren.

"Zalando soll Betriebsratswahlen zulassen", forderte Najda. Noch stecke Verdi bei dem Unternehmen aber in den Kinderschuhen, räumte er zugleich ein. Derzeit versucht Verdi mit immer neuen Streiks, beim Konkurrenten Amazon einen Tarifvertrag und höhere Löhne durchzusetzen.

Mangagement will sich nicht gegen Betriebsräte sperren

"Wir haben aktuell keine Betriebsräte", bestätigte ein Zalando-Sprecher. "Aktuell gibt es den Wunsch danach aber auch nicht bei den Mitarbeitern", fügte er hinzu. Ändere sich dies, werde sich das Zalando-Management nicht gegen Betriebsräte sperren, unterstrich er. Der Sprecher bestätigte, dass der Anteil von Arbeitnehmern mit Ein-Jahres-Verträgen im Verteilzentrum Erfurt mit rund 2000 Beschäftigten bei rund 80 Prozent liege.

Das sei aber auch darin begründet, dass das Verteilzentrum erst gut zwei Jahre alt sei und Mitarbeiter zunächst generell nur befristet eingestellt würden. Der Anteil an unbefristet eingestellten Arbeitnehmern solle ansteigen. Im 2011 eröffneten Zentrum Brieselang sei etwa ein Drittel der Mitarbeiter unbefristet angestellt.

Gewerkschafter Najda beklagte, während es bei Amazon schon erste Verbesserungen für die Arbeitnehmer gebe, sei Zalando "selbst davon noch weit entfernt". So liege der Stundenlohn bei Zalando deutlich unter dem bei Amazon - dessen Erhöhung Verdi ebenfalls durchsetzen will. Bei Amazon beträgt der Einstiegslohn mindestens 9,55 Euro die Stunde, bei Zalando sind es dem Sprecher zufolge aktuell 8,79 Euro. Die Beschäftigten können sich aber auf eine Erhöhung einstellen: Der Stundenlohn solle auf über 9,00 Euro angehoben werden, kündigte der Sprecher an.

Die Gewerkschaft Verdi habe bei Zalando zudem nur wenige Mitglieder, betonte der Zalando-Sprecher. Das Zalando-Management sei zu Gesprächen mit der Gewerkschaft bereit - aber in Erfurt habe es etwa bislang noch keine solche Anfrage von Verdi gegeben.

Noch keine Entschädigung zu Börsengang

Zalando betreibt in Deutschland drei Logistikzentren - in Brieseland, Erfurt und Mönchengladbach. Erfurt ist dabei mit rund 2000 Mitarbeitern der größte Logistik-Knotenpunkt, danach folgen Brieseland mit rund 1000 und Mönchengladbach mir rund 800 Beschäftigten.

In Finanzkreisen wird Zalando seit Jahren als Börsenkandidat gehandelt. Der mit dem den TV-Werbeslogan "Schrei vor Glück" bekannt gewordene Onlinehändler kann ein rasantes Umsatzwachstum ausweisen - Gewinn schreibt er aber nicht. Größter Zalando-Anteilseigner mit gut 36 Prozent ist der schwedische Finanzinvestor Kinnevik.

Gegründet wurde Zalando von den Berliner Internet-Unternehmern Marc, Oliver und Alexander Samwer, weitere Anteilseigner sind der dänische Modeunternehmer Anders Holch Povlsen (zehn Prozent), Holtzbrinck Ventures und Tengelmann sowie der kanadische Pensionsfonds OTPP.

Kinnevik-Chef Lorenzo Grabau hatte zuletzt gesagt, es gebe mit Blick auf einen Börsengang von Zalando noch keine Entscheidung. (Reuters)

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