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Architektur

08. Oktober 2012

Architektur Tschechien Prag: 6. Architekturwochen in Prag

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6. Prager Architekturwochen, Ausstellung auf der Prager Burg. Foto: AW/Ondřej Soukup

Moderne Architektur wird in Tschechien oft mit korrupten Machenschaften, hässlichen Einkaufszentren und brutal in die Landschaft geknallten Lagerhallen gleichgesetzt. Dass es auch Neubauprojekte mit Qualität gibt, zeigen mehrere Ausstellungen auf der Prager Burg.

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Moderne Architektur wird in Tschechien oft mit korrupten Machenschaften, hässlichen Einkaufszentren und brutal in die Landschaft geknallten Lagerhallen gleichgesetzt. Dass es auch Neubauprojekte mit Qualität gibt, zeigen mehrere Ausstellungen auf der Prager Burg.

Prag –  

Prag ist weltweit für seine historischen Baudenkmäler aus mehreren Jahrhunderten berühmt, Millionen Touristen besuchen jedes Jahr die auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbe geführte tschechische Hauptstadt. Moderne Architektur hingegen scheint in Tschechien ein Schattendasein zu führen. Bekannt ist allenfalls das Tanzende Haus von Frank O. Gehry am Prager Moldauufer.

Abgesehen davon sind zeitgenössische Bauten in Tschechien eher für ihr oft kaum an das historische Umfeld angepasstes Äußeres berüchtigt. Auch Zweifel an der Gültigkeit von Bau- und Flächennutzungsplänen oder unsaubere öffentliche Ausschreibungen sorgen bei Neubauprojekten regelmäßig für Schlagzeilen.

Moderne Architektur und Stadtplanung

Dass es auch in Tschechien durchaus architektonisch interessante Neubauten und spannende Stadtplanungsprojekte gibt, zeigt zurzeit eine Ausstellung auf der Prager Burg. Die Schau im Obergeschoß des Sommerschlösschens der Königin Anna zeigt eine Reihe von realisierten und nicht realisierten Projekten aus den Bereichen Stadt- und Verkehrsplanung und Wohnbau.

Im Mittelpunkt dabei stehen Tschechien und die Slowakei, sowie die Länder Ost- und Mitteleuropas. Aber auch herausragende Beispiele aus der ganzen Welt werden in der multimedialen Ausstellung gezeigt.

Im Erdgeschoß widmet sich eine vom tschechischen Verkehrsministerium gestaltete Präsentation der Geschichte der Verkehrsbauten in Tschechien und den angrenzenden Ländern Mittel- und Osteuropas und zeigt beispielhaft einige aktuelle Verkehrsinfrastruktur-Projekte.

Verkehrsinfrastruktur im Mittelpunkt

Die Schau ist Teil der sechsten Prager Architekturwochen, die noch bis zum 28. Oktober andauern und die in diesem Jahr ganz im Zeichen von Verkehrsbauten stehen. Das umfassende Programm bietet neben den Ausstellungen auch eine Reihe von Vorträgen internationaler Architekten in der Prager Technischen Nationalbibliothek sowie in den Kulturinstituten der Partnerländer.

Zahlreiche Museen und Vereine mit verkehrsgeschichtlichem Hintergrund beteiligen sich als Partner ebenfalls an den Prager Architekturwochen, unter anderem das Nationale Technikmuseum oder die Riesen-Modellbahnanlage in Prag-Smíchov.

Architekturgeschichtliche Spaziergänge

In Zusammenarbeit mit dem Prager Stadtinformationsdienst werden außerdem zahlreiche Spaziergänge, unter anderem zur Geschichte der Prager Brücken, zum Bau der U-Bahn in der tschechischen Hauptstadt oder auf den Spuren der ersten Straßenbahnlinien angeboten. Die zumeist kostenlosen Spaziergänge werden allerdings nur in tschechischer Sprache angeboten.

Abgerundet wird das Programm der diesjährigen Prager Architekturwochen durch eine Sonderausstellung über das Werk des österreichischen Architekten Boris Podrecca, die im Theresianischen Flügel des Alten Königspalastes auf der Prager Burg gezeigt wird.

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