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Architektur

10. Januar 2013

Architekturbiennale 2014: Bauen mit Macht und Eigensinn

Hier wohnt Chinas Fernseh-Zentrale. Foto: dpa/Iwan Baan

Rem Koolhaas wird Chef der Architekturbiennale 2014. Die dürfte damit sehr streitbar werden.

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Die Architekturbiennale 2014 in Venedig dürfte sehr streitbar werden. Denn ihr Chefkurator ist, wie die Biennale jetzt bekannt gab, Rem Koolhaas. Jener Niederländer, der seit vier Jahrzehnten die Architekturwelt in Aufregung versetzt. Etwa mit der Verherrlichung des Verkehrs um den TGV-Bahnhof im französischen Lille, der raumschiffartigen Stadtbibliothek in Vancouver oder der Behauptung, das Hochhaus des Staatsrundfunks in Peking sei nicht Liebedienerei vor dem Totalitarismus, sondern, ja!, ein Beitrag zur Demokratisierung Chinas.

Schroffer könnte der Unterschied nicht sein zum rhetorisch eher zurückhaltenden Chef der jüngsten Biennale, David Chipperfield. Koolhaas demonstriertes Selbstbewusstsein ist legendär. Als sich die Stadt Oslo weigerte, sein Bibliotheks-Projekt wegen dessen Größe nicht zu realisieren, war das eine Sensation. Schon vorher eckte er gerne an. Im Wettbewerb für den Berliner Potsdamer Platz schied Koolhaas unter Protest aus der Jury aus, wurde bis zum Bau der knallharten niederländischen Botschaft geradezu Persona non grata. Begeistert sind viele Kritiker angesichts der ästhetischen Radikalität seiner Arbeiten, groß ist der Einfluss der Bücher des einstigen Journalisten. Doch die dienen zuerst der oft polemischen Legitimation von Koolhaas’ Kunst, nicht der Wissenschaft.

Die Entscheidung der Biennale-Leitung ist auch stadtpolitisch mutig. Koolhaas wurde nämlich 2009 vom Pullover-Multi Benetton ausgewählt, den legendären Palast des Fondaco di Tedeschi zum Shopping-Center umzubauen. Sein jeder Denkmalpflege Hohn sprechendes Projekt führte zu Groß-Demonstrationen in der sonst so ruhig die Touristen ausbeutenden Kaufmannsstadt. Koolhaas ist eben eine Garantie für Debatten. (nb.)

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