09. März, 03.14 Uhr
Die Polizei im Jemen hat nach Angaben von Ärzten in der Hauptstadt Sanaa auf Demonstranten geschossen und dabei mindestens 65 Menschen verletzt. Sechs der Verwundeten seien in ernstem Zustand, hieß es aus Krankenhaus-Kreisen am Dienstag weiter. Die Menschen hatten den Angaben zufolge einen Rücktritt von Präsident Ali Abdullah Saleh gefordert, der seit 32 Jahren im Amt ist.
Augenzeugen zufolge hatten Polizisten und andere Sicherheitsbeamte in Zivilkleidung auf die Menschen geschossen. Die Demonstranten hätten sich anderen Regierungsgegnern anschließen wollen, die seit Wochen vor der Universität in Sanaa ihre Lager aufgeschlagen haben.
Die staatliche Nachrichtenagentur Saba berichtete indes, die Schüsse gingen auf das Konto eines Stammesführers. Drei Demonstranten und drei Polizisten seien dabei verletzt worden.
Bewohner der etwa 60 Kilometer südlich von Sanaa gelegenen Stadt Dhamar erklärten, in ihrem Ort seien am Dienstag etwa 10.000 Menschen aus Protest gegen Saleh auf die Straße gegangen. Dhamar ist die Heimatstadt des Präsidenten.
In den vergangenen Wochen kamen bei Zusammenstößen zwischen Regierungsanhängern und Demonstranten im Jemen mindestens 27 Menschen ums Leben.
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8. März, 15:50 Uhr
Im Jemen haben die seit Wochen anhaltenden Proteste gegen Präsident Ali Abdullah Saleh am Dienstag auch bislang regierungstreue Gebiete des Landes erfasst. Demonstranten im Süden des Landes zwangen nach Angaben der UN Schüler und Lehrer zur Teilnahme an den Kundgebungen, indem sie damit drohten, Schulen in Brand zu setzen.
In der rund 60 Kilometer südlich der Hauptstadt Sanaa gelegenen Stadt Dhamar, eine Hochburg von Anhängern des Präsidenten, forderten Bewohnern zufolge rund 10.000 Demonstranten den Rücktritt von Saleh. Dabei flogen nach Angaben der Regierungspartei auch Steine. Demonstranten hätten einen Sitzstreik begonnen und wollten diesen erst nach einem Rücktritt Salehs beenden. Am Sonntag erst hatte in Dhamar eine ähnliche Anzahl von Menschen dem Präsidenten noch den Rücken gestärkt.
Die Vereinten Nationen warfen Demonstranten nahe der Hafenstadt Aden vor, Kinder für ihre Ziele zu instrumentalisieren. Eine Reihe von Schulen sei von Demonstranten angegriffen worden, berichtete das Kinderhilfswerk Unicef. Es sei angeblich damit gedroht gedroht worden, Schulen in Schutt und Asche zu legen, sollten Schüler und Lehrer nicht an den Protesten teilnehmen.
Die Opposition in dem verarmten Land hatte am Montag eine Ausweitung der Proteste gegen die seit 32 Jahren andauernde Herrschaft von Präsident Saleh angekündigt. Für Unmut sorgen Korruption und die steigende Arbeitslosigkeit. 40 Prozent der 23 Millionen Einwohner leben von umgerechnet zwei Dollar am Tag oder weniger, ein Drittel hat dauerhaft zu wenig zu essen.
Die Protestwelle in der arabischen Welt erreichte auch das ölreiche Golfemirat Kuwait. Eine kleine Zahl von Demonstranten forderte vor dem Parlament die Absetzung des Ministerpräsidenten und größere politische Freiheiten. Dabei verteilten sie Wassermelonen an Abgeordnete - im örtlichen Dialekt ist eine Wassermelone ein Wort für Dummkopf.
Das Land, der viertgrößte Ölexporteur der Welt, wird seit rund 250 Jahren von derselben Herrscherfamilie regiert. Es gibt zwar ein Parlament, die Gründung von Parteien ist aber verboten.
In Bahrain erklärten derweil drei schiitische Gruppen, sich zu einer neuen Bewegung zusammengeschlossen zu haben mit dem Ziel, die Monarchie zu stürzen. Die schiitische Bevölkerungsmehrheit fühlt sich von der sunnitischen Königsfamilie benachteiligt. In den vergangenen Wochen kam es mehrfach zu Protesten.
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8. März, 14.26 Uhr
Der Chef des Nationalrats der Rebellen, Mustafa Abdel Dschalil, stellt Gaddafi ein Ultimatum: Man werde Gaddafi nicht strafrechtlich verfolgen, wenn er binnen 72 Stunden zurücktrete, sagt Dschalil dem Fernsehsender Al-Dschasira.
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8. März, 13:30 Uhr
Der ehemalige ägyptische Innenminister Habib al-Adli hat während der Proteste gegen Präsident Husni Mubarak Schießbefehle gegen gewaltlose Demonstrationen erteilt. Dies werde durch elektronische Datenträger belegt, die in einer Geheimdienstzentrale sichergestellt werden konnten, berichtete die Tageszeitung „Al-Masry Al-Youm“ am Dienstag unter Berufung auf Justizkreise. Ein Datenträger enthalte Mitschnitte von Telefongesprächen des Vize-Innenministers Ahmed Ramsi mit Polizeikommandanten im ganzen Land.
In einem der Gespräche gab Ramsi dem Polizeichef in der Stadt Suez den Befehl Al-Adlis weiter, dass er Schusswaffen gegen die Demonstranten einsetzen solle. In einem anderen Gespräch befielen den Vize-Minister selbst Zweifel in Hinblick auf die Vorgangsweise seines Vorgesetzten. „Der Mann sitzt in seinem Büro und gibt schreckliche Befehle“, soll Ramsi gesagt haben. „Ich werde auf niemanden schießen lassen.“
Gegen Al-Adli begann am letzten Samstag ein Strafprozess in Kairo, der auf den 2. April vertagt wurde. In dem Verfahren werden ihm bislang allerdings nur Geldwäsche und Betrug vorgeworfen. Bei den Massenprotesten, die am 11. Februar zum Rücktritt von Mubarak führten, töteten die Sicherheitskräfte im ganzen Land nach offiziellen Angaben mehr als 350 Menschen.
Am letzten Wochenende stürmten Aktivisten der Demokratiebewegung zahlreiche Geheimdienstzentralen im Land, nachdem Mitarbeiter der Dienste dort mit der Vernichtung der Akten begonnen hatten. Die gefundenen Dokumente übergaben sie Staatsanwälten und dem Militär. Einige der Dokumente fotografierten sie aber auch und stellten sie ins Internet.
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8. März, 13:00 Uhr
Trotz einer weiteren Regierungsumbildung durch Sultan Kabus haben am Dienstag erneut hunderte Menschen in der arabischen Monarchie Oman für echte Reformen demonstriert. Vor dem Gebäude des Staatsfernsehens in der Hauptstadt Muskat forderten sie eine objektive Medienberichterstattung, ein Ende der „Irreführung der Bürger“ durch den Staatsfunk und die Ablösung von Informationsminister Hamed bin Mohammed al-Raschdi. Auch vor dem Parlament, vor dem Sitz der Luftfahrtgesellschaft Oman Airways und in der nördlichen Industriestadt Sohar wurde demonstriert.
Sultan Kabus hatte erst am Montag die Regierung seines Landes zum dritten Mal in weniger als zwei Wochen umgebildet. Vor dem Hintergrund der Bürgerproteste gegen Misswirtschaft und Korruption hatte der absolut herrschende Monarch den Innen-, den Wirtschafts- und den Handelsminister sowie weitere Regierungspolitiker entlassen.
Sultan Kabus gelangte 1970 mit einer unblutigen Palastrevolte gegen seinen Vater, Sultan Said, an die Macht. Er bekleidet auch das Amt des Ministerpräsidenten.
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8. März, 11:10 Uhr
Kampfflugzeuge des libyschen Staatschefs Muammar al-Gaddafi haben am Dienstag neue Angriffe gegen die Stadt Ras Lanuf im Osten des Landes geflogen. Dies berichteten arabische Fernsehsender. Angaben über Tote oder Verletzte lagen zunächst nicht vor. Die Stadt am Mittelmeer war schon am Vortag von Gaddafi-Truppen angegriffen worden. Gaddafi-Truppen haben nach einem Bericht des TV-Senders Al-Dschasira außerdem die Stadt Sawijah 50 Kilometer westlich von Tripolis umkreist und erneut unter Beschuss genommen.
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8. März, 9:40 Uhr
Hunderte Menschen haben sich am Dienstag vor der Universität in Sanaa versammelt, um den unverzüglichen Rücktritt des jemenitischen Präsidenten Ali Abdulla Salih zu fordern. Die Behörden zogen rund um den Ort der Kundgebung und beim Präsidentenpalast starke Kontingente der Sonderpolizei zusammen. Salih regiert seit 1978 über das Land im Süden der arabischen Halbinsel. Bislang hatte er lediglich angekündigt, im Jahr 2013 nicht mehr für das höchste Staatsamt kandidieren zu wollen.
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8. März, 9:30 Uhr
Den Rebellen im Osten Libyens droht das Benzin auszugehen. In der von den Gegnern des Staatschefs Muammar al-Gaddafi kontrollierten Landeshälfte gebe es nur noch Fahrzeug-Treibstoff für eine Woche, berichtete die in Dubai erscheinende Tageszeitung „Gulf News“ am Dienstag unter Berufung auf einen Beamten der Übergangsregierung in der ost-libyschen Metropole Bengasi.
„Es gibt einen Plan, dieses Problem zu überwinden, aber es ist noch zu früh, darüber zu reden“, sagte der Beamte der Zeitung. Der Osten Libyens ist zwar reich an Erdöl und verfügt auch über eigene Raffinerien, doch diese stellten wegen der anhaltenden Kämpfe zwischen Aufständischen und Regimetruppen ihre Produktion weitgehend ein. Einen Ausweg sehen Experten darin, Öl aus der Region nach Italien zu verschiffen und dort zu Treibstoff zu verarbeiten.
Am Montag waren die Rebellen bei der östlichen Küsten- und Raffineriestadt Ras Lanuf unter erheblichen Druck seitens der Gaddafi-treuen Streitkräfte geraten. Kampfflugzeuge des Regimes bombardierten außerdem Ziele in der Stadt.
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8. März, 7:40 Uhr
Neben Saudi-Arabien wollen einem Zeitungsbericht zufolge weitere Mitglieder der Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec) ihre Förderung erhöhen, um Ausfälle durch die Libyen-Krise auszugleichen. Kuwait, die Vereinigten Arabischen Emirate und Nigeria steigerten ihre Produktion bis Anfang April um bis zu 300.000 Barrel pro Tag, berichtete die „Financial Times“ am Dienstag unter Berufung auf Branchenvertreter. Damit werde der libysche Lieferrückgang fast vollständig aufgefangen. Die Steigerungen sollen den Ölpreis dämpfen, der aus Sorge über einen langfristigen Engpass auf dem Markt zuletzt bis auf knapp 120 Dollar pro Barrel (=159 Liter) und damit auf den höchsten Stand seit 2008 hochschnellte.
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8. März, 7:25 Uhr
Die US-Regierung hat den Forderungen nach Waffenlieferungen an die Gegner von Libyens Machthaber Muammar el Gaddafi vorerst eine Absage erteilt. Dafür sei es „zu früh“, sagte Sprecher Jay Carney am Montag (Ortszeit). Der libysche Außenminister Mussa Kussa warf dem Westen derweil vor, mit einer Verschwörung die Spaltung Libyens voranzutreiben.
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7. März, 20:06 Uhr
Die USA schließen die Entsendung von Bodentruppen nach Libyen nicht aus. Dies stehe aber nicht ganz oben auf der Liste möglicher Maßnahmen, erklärte das US-Präsidialamt am Montag. Eine andere Option wäre die Durchsetzung eines von den Vereinten Nationen (UN) verhängten Waffenembargos. Zu den Optionen gehöre auch die Bewaffnung der Aufständischen. Großbritannien bemüht sich nach den Worten von Außenminister William Hague zusammen mit anderen Staaten um ein UN-Mandat für eine Flugverbotszone in Libyen. Grund dafür seien Informationen, dass Libyen Kampfhubschrauber und -flugzeuge gegen Aufständische einsetze.
Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen erklärte in Brüssel, die Organisation bereite sich auf alle Eventualitäten vor. Sie habe aber nicht die Absicht, in Libyen zu einzugreifen und wenn, dann nur mit UN-Mandat. Russland hat aber bereits signalisiert, dass es gegen eine Militärintervention in Libyen ist. Auch eine Zustimmung Chinas gilt als eher unwahrscheinlich.
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7. März, 19:10 Uhr
In Tunesien ist die dritte neue Übergangsregierung seit dem Sturz von Präsident Zine al-Abidin Ben Ali im Januar ernannt worden. Übergangsregierungschef Beji Caid Sebsi setzt dabei eher auf Technokraten als auf Karrierepolitiker. Außerdem wurde am Montag die Auflösung des verhassten Staatssicherheitsdienstes bekanntgegeben. Er war Teil des Innenministeriums und hatte weitreichende Kompetenzen zur Unterdrückung jeglicher Opposition. Seine Mitarbeiter überwachten Oppositionspolitiker und Journalisten, konnten willkürlich Menschen festnehmen und sollen auch gefoltert haben. Bürgerrechtler und Oppositionelle begrüßten die Auflösung des Geheimdienstes.
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7. März, 18:30 Uhr
Um weitere Bombenangriffe auf die libysche Bevölkerung zu verhindern, arbeiten Frankreich und Großbritannien nach Angaben von UN-Diplomaten an einer Entschließung für ein Flugverbot in dem nordafrikanischen Land. Die beiden Länder wollten den Resolutionstext den 15 Mitgliedern des Weltsicherheitsrates „recht schnell“ unterbreiten, sagten Diplomaten am Sitz der Vereinten Nationen in New York am Montag. Es herrsche „ein Gefühl der Dringlichkeit“, betonten sie. „Man kann nicht zuschauen, wie die Bevölkerung massakriert wird, ohne etwas dagegen zu tun.“ Deshalb sei noch diese Woche „etwas zu Libyen zu erwarten“.
Der britische Außenminister William Hague bestätigte, dass London eine UN-Resolution vorbereite. Eine solche Entschließung brauche aber eine „eindeutige rechtliche Grundlage“ und „Unterstützung in der Region“, betonte der Außenminister.
Frankreichs neuer Außenminister Alain Juppé hatte am Wochenende gesagt, dass die französische Regierung zusammen mit London eine Flugverbotszone in Libyen anstrebe. Am Montag forderte auch die Arabische Liga ein Flugverbot. Dafür wäre ein UN-Mandat notwendig, und es gilt als unwahrscheinlich, dass die UN-Vetomächte China und Russland einem solchen Mandat zustimmen würden.
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7. März, 17:30 Uhr
Wegen der heftigen Kämpfe in Libyen plant die Europäische Union Sanktionen gegen den 70 Milliarden Dollar schweren Staatsfonds des nordafrikanischen Landes. Entsprechende Maßnahmen könnten am Dienstag beschlossen werden, sagte ein Diplomat der Nachrichtenagentur Reuters am Montag. Der Fonds ist unter anderem an der HypoVereinsbank-Mutter UniCredit, am Autobauer Fiat und am italienischen Industriekonzern Finmeccanica beteiligt. Zunächst war unklar, welche Auswirkungen Sanktionen haben. Kreisen zufolge könnten aber alle Beteiligungen in der EU eingefroren werden. Zudem könnte Vermögensverwaltern untersagt werden, Beteiligungen im Auftrag der Libyan Investment Authority anzutasten. Nach Angaben der Diplomaten wird der Fonds auf die Embargoliste gesetzt, sofern es keine Einwände der 27 EU-Mitglieder gibt.
Der Fonds wurde im Jahr 2006 mit einem Anfangskapital von geschätzt 40 Milliarden Dollar gegründet. Er besitzt Beteiligungen in vielen Branchen, etwa Landwirtschaft, Immobilien, Finanzen und Energie. Eine der bekanntesten Beteiligungen ist das Engagement beim Fußballclub Juventus.
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7. März, 15:30 Uhr
Die internationale Gemeinschaft wird nach Ansicht von Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen nicht tatenlos hinnehmen, dass die libysche Regierung das eigene Volk bekämpft. „Wenn Gaddafi und seine Militärs weiterhin die libysche Bevölkerung systematisch angreifen, kann ich mir nicht vorstellen, das die internationale Gemeinschaft und die Vereinten Nationen tatenlos dabei zuschauen“, sagte Rasmussen am Montag in Brüssel. Die Verletzung der Menschenrechte durch die Herrschenden sei „ungeheuerlich“. Es handele sich um Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Rasmussen bekräftigte, die Nato werde vorbereitet sein, falls der UN-Sicherheitsrat eine Flugverbotszone über Libyen genehmige. Derzeit sei ein Militäreinsatz aber nicht geplant, weil es kein UN-Mandat gebe.
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7. März, 13:30 Uhr
Die Luftwaffe von Libyens Machthaber Muammar el Gaddafi hat am Montag erneut mehrere Angriffe auf die von Rebellen kontrollierte Stadt Ras Lanuf geflogen. Wie ein AFP-Journalist vor Ort berichtete, griff Kampfflugzeug einen Kontrollpunkt an einer Straße östlich der Stadt an. 400 Meter von dem Kontrollpunkt entfernt stieg darauf eine große Rauchsäule auf. Die Aufständischen erwiderten das Feuer mit Luftabwehrgeschützen. Offenbar gab es bei dem Angriff keine Opfer. Zuvor hatte es einen ersten Angriff auf dem Posten gegeben.
Aus Angst vor Angriffen der Einheiten Gaddafis hatten sich zuvor viele Menschen aus der umkämpften Stadt zurückgezogen. Innerhalb einer Viertelstunde verließen am Morgen ein Dutzend Autos die Stadt in Richtung der weiter östlich liegenden Stadt Brega. Brega wird seit vergangener Woche von den Aufständischen kontrolliert. Auch viele Aufständische verließen die Stadt. Der Hauptkontrollpunkt am Zugang zu Ras Lanuf war nur noch von einem Dutzend Rebellen besetzt, wie ein AFP-Reporter berichtete.
Entgegen der Warnungen der Rebellen machten sich einige Bewohner in Richtung Westen nach Bin Dschawad auf. Die Stadt war am Sonntag von Getreuen Gaddafis zurückerobert worden. „Wir haben gehört, dass sie Menschen festnehmen und entführen. Wir müssen jetzt weg“, sagte ein Familienvater mit Blick auf mögliche Angriffe von Anhängern des Machthabers. Das einzige Hotel in der Stadt, das fast ausschließlich von Journalisten bewohnt wird, wurde in der Nacht vom Personal evakuiert. Die Angestellten liefen aufgeregt durch die Gänge und riefen, „Schnell, schnell, Sie müssen gehen“.
Ras Lanuf war von den Gaddafi-Gegnern am Freitag eingenommen worden. Am Sonntag wurde die Ortschaft von der libyschen Luftwaffe angegriffen. Die Aufständischen konnten sich aber in Ras Lanuf halten. Sie mussten sich nach heftigen Kämpfen allerdings aus Bin Dschawad zurückziehen, von wo aus sie ursprünglich Richtung Sirte, der Heimatstadt Gaddafis, vorrücken wollten. Bei den Kämpfen kamen nach Angaben von Ärzten mindestens zwölf freiwillige Kämpfer der Aufständischen ums Leben, mehr als 50 wurden verletzt.
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7. März, 10;35 Uhr
Der libysche Staatschef Muammar al-Gaddafi will die Aufständischen nicht nur mit militärischer Gewalt bezwingen, sondern auch durch undurchsichtige Manöver. Die arabische Zeitung „Al-Sharq Al-Awsat“ berichtete am Montag, Gaddafi habe am Sonntag in der Hauptstadt Tripolis Waffen und Munition an junge Männer verteilen lassen, die aus dem Kreis der Unterstützer seines Regimes stammen. Diese Männer hätten in mehreren Vierteln sinnlos herumgeballert, um Chaos zu stiften.
Zugleich soll Gaddafi Kontakt zum neuen „Nationalrat“ in Bengasi aufgenommen haben, um vorzuschlagen, dass er mit seiner Familie ins Exil geht. Seine Bedingungen seien: Die neuen Machthaber lassen ihn mitsamt seinem Vermögen ausreisen und verzichten auf Ermittlungen gegen ihn und seinen Clan, berichtete „Al-Sharq Al-Awsat“.
Rebellen und Krankenhausärzte berichteten arabischen Medien, bei den Kämpfen um die westliche Stadt Misurata seien am Sonntag 18 Rebellen getötet und über 100 Menschen verletzt worden. In dem östlichen Ort Bin Dschawad starben den Angaben zufolge sieben Aufständische. Zu den Verlusten aufseiten der Gaddafi-Truppen gab es keine verlässlichen Informationen.
Die Rebellen erklärten, sie hätten bei Kämpfen gegen die Gaddafi-Truppen im Westen des Landes mehr als ein Dutzend Soldaten gefangen genommen. Ein Sprecher der Aufständischen sagte dem arabischen Nachrichtensender Al-Dschasira, von den 14 Soldaten der Chamies-Brigade seien vier verletzt in ein Krankenhaus gebracht worden. Im Osten an der Mittelmeerküste sei die Schlacht um Bin Dschawad noch nicht entschieden.
Dschumaa Ibrahim, ein Staatssekretär im libyschen Außenministerium, nannte es „nicht akzeptabel und illegal“, dass französische und britische Diplomaten Kontakte zu den Rebellen im Osten des Landes aufgenommen hätten. Der einzige Ansprechpartner für die Regierungen dieser beiden europäischen Länder müsse die libysche Regierung sein.
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7. März, 8:45 Uhr
Die US-Streitkräfte bereiten sich einem Bericht zufolge auf einen eventuellen Militäreinsatz in Libyen vor. Wie die Zeitung „New York Times“ unter Berufung auf ungenannte Regierungsmitarbeiter berichtete, werde der Einsatz von Flugzeugen im internationalen Luftraum vorbereitet, mit denen die Funkkommunikation in Libyen gestört werden könne. Zudem seien weitere Marineverbände vor der libyschen Küste in Stellung gegangen. Dem Zeitungsbericht zufolge liegen die beiden Angriffsschiffe „Kearsarge“ und „Ponce“ in Reichweite vor Tripolis.
Wie die „NYT“ weiter berichtete, befinden sich an der Bord der beiden Schiffe See-, Luft- und Landstreitkräfte des 26. Marineexpeditionskorps, die fähig sind, über hunderte von Kilometern zu agieren. Eine Option sei demnach, Sondereinsatztruppen in Libyen einzuschleusen, um die Aufständischen zu unterstützen. Diese speziell ausgebildeten Einheiten könnten die Kampfkraft der Rebellen praktisch über Nacht verbessern, schrieb die Zeitung. Diese Taktik sei auch in Afghanistan zum Sturz der Taliban 2001 eingesetzt worden.
Schließlich sei es auch möglich, die schlecht ausgerüsteten Aufständischen mit Waffenlieferung zu unterstützen, hieß es in dem Bericht. In den USA stieg der Druck auf Präsident Barack Obama, Waffenlieferung zuzulassen. „Ich nehme an, dass eine Menge Waffen in den nächsten Wochen ihren Weg auf die eine oder andere Weise dorthin finden werden“, sagte der Vorsitzende des Außenausschusses des Senats, John Kerry. Ein direkter Militäreinsatz sei das Letzte, was gewollt sei, doch wäre die Einrichtung einer Flugverbotszone durchaus möglich, sagte Kerry weiter.
Auch der Ex-Gouverneur von Mexiko, Bill Richardson, sprach sich dafür aus, die Aufständischen „heimlich“ mit Waffen zu versorgen und eine Flugverbotszone einzurichten. Stephen Hadley, der frühere Sicherheitsberater von Obamas Vorgänger George W. Bush, drang ebenfalls auf Waffenlieferung nach Libyen. „Wenn es eine Möglichkeit gibt, den Rebellen Waffen in die Hände zu geben, wenn wir ihnen Flugabwehrsysteme geben können, so dass sie selbst eine Flugverbotszone über ihrem Gebiet durchsetzen können, wäre das hilfreich“, sagte Hadley auf CNN.
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7. März, 7:18
Libysche Rebellen haben bei Kämpfen gegen die Truppen von Staatschef Muammar al-Gaddafi im Westen des Landes nach eigenen Angaben mehr als ein Dutzend Soldaten gefangen genommen. Ein Sprecher der Aufständischen sagte dem arabischen Nachrichtensender Al-Dschasira am Montag, von den 14 Soldaten der Chamies-Brigade seien vier verletzt in ein Krankenhaus gebracht worden. Bei den Kämpfen um die Städte Misurata und Al-Sawija habe es auf beiden Seiten Tote gegeben. Am Frontverlauf habe sich jedoch weder dort noch im Osten an der Küste etwas geändert. Dort sei die Schlacht um die Stadt Bin Dschawad noch nicht entschieden. Dschumaa Ibrahim, ein Staatssekretär im libyschen Außenministerium, nannte es „nicht akzeptabel und illegal“, dass französische und britische Diplomaten Kontakte zu den Rebellen im Osten des Landes aufgenommen hätten. Der einzige Ansprechpartner für die Regierungen dieser beiden europäischen Länder müsse die libysche Regierung sein, sagte er am Sonntagabend.
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7. März, 5:12
Die Regierung des libyschen Staatschefs Muammar al-Gaddafi will ein UN-Team zur Erkundung der humanitären Lage ins Land lassen. Einem Vorschlag der Vereinten Nationen zur sofortigen Entsendung des Teams nach Tripolis habe Außenminister Mussa Kussa am Sonntag in einem Telefonat mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zugestimmt, teilte ein Sprecher Bans in New York mit. Der UN-Chef habe in dem Gespräch erneut die sofortige Einstellung der „unverhältnismäßigen Gewalt und wahllosen Angriffe auf Zivilisten“ gefordert. Ban ermahnte die Führung in Tripolis, auch für die Sicherheit der Ausländer in Libyen zu sorgen und Hilfsorganisationen Zugang zu den Bedürftigen zu gewähren. Außerdem müssten die Beschränkungen für die Berichterstattung der Medien aufgehoben werden. Zu seinem Sondergesandten für Libyen ernannte der UN-Generalsekretär den früheren jordanischen Außenminister Abdul Ilah Chatib. Er werde schon in Kürze Beratungen mit den Behörden in Tripolis und den Regierungen in der Region über die humanitäre Lage und die weitere Dimension der Krise aufnehmen, hieß es.