Die Kriegsparteien in Libyen richten sich auf eine lange Auseinandersetzung ein. Libyens Rebellen erleiden erneut Rückschläge.
Trauermarsch von Gaddafi-Anhängern für die Opfer der Luftangriffe der westlichen Allianz.
Trauermarsch von Gaddafi-Anhängern für die Opfer der Luftangriffe der westlichen Allianz.
Die internationale Koalition, die seit Wochen mit Luftangriffen versucht, die Bevölkerung vor weiteren Massakern zu schützen, hat offenbar die Hoffnung auf ein schnelles Ende des Konfliktes aufgegeben. Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen sagte dem Spiegel: „Für diesen Konflikt gibt es keine militärische Lösung.“
Der Chef des US-Afrika-Oberkommandos, General Carter Ham, bezweifelte ebenfalls, dass die bewaffneten Oppositionskräfte über die Truppen des Diktators Muammar al-Gaddafi siegen können. „Ich würde die Wahrscheinlichkeit als gering einschätzen.“
Bei den Kämpfen wurden nach Schätzungen der Opposition in Bengasi etwa 10.000 Menschen getötet. Allein tausend Tote soll es bisher in der Großstadt Misurata gegeben haben. Mit Luftangriffen auf Panzer und Artilleriestellungen versuchten die Alliierten am Wochenende, den Belagerungsring aufzubrechen.
Eklat um zögerliche Deutsche
Im Spiegel-Interview wies Rasmussen die Kritik der libyschen Opposition an der Nato zurück. Der Vorwurf, die Nato verrate durch zögerliche Luftangriffe den Kampf gegen das Regime, sei „nicht fair“. Die Nato-Einsätze seien zuletzt durch schlechtes Wetter behindert worden.
Zudem verstecke Gaddafi seine schweren Geschütze, etwa in Misurata, zunehmend zwischen Wohnhäusern, was die Luftangriffe erschwere. „Es zeigt die ungeheure Brutalität des Regimes, dass es Menschen als Schutzschilde benutzt“, sagte Rasmussen. Dafür werde sich der libysche Diktator „vor dem Internationalen Strafgerichtshof verantworten müssen“.
Rasmussen lehnte es ab, sich für seine Kritik an Berlin zu entschuldigen. Er hatte im Nato-Rat gesagt, es sei „absurd“, dass Deutschland seine Militärkapazitäten vorenthalte. Der deutsche Nato-Botschafter hatte daraufhin den Sitzungssaal verlassen. Rasmussens maß dieser Protestaktion keine große Bedeutung zu: „Wir haben im Nato-Rat viele lange Sitzungen, bei denen ständig Leute rein- und rausgehen.“
Hilfstransporte kommen an
Zuletzt verbesserte sich die Lage der von der Außenwelt abgeschnittenen 700.000 Einwohner in Misurata leicht. Mehrere humanitäre Schiffstransporte erreichten die Küstenstadt. Die UN konnten erstmals tonnenweise Nahrungsmittel in die Stadt bringen. Das Rote Kreuz lieferte medizinisches Material zur Versorgung der Tausenden von Verletzten.
Die EU will einen Korridor für Hilfstransporte nach Misurata schaffen. Voraussetzung ist eine entsprechende Bitte des UN-Büros für humanitäre Angelegenheiten, die in Kürze erwartet wird. Dabei ist offenbar sowohl an den Einsatz von Schiffen als auch von Bodentruppen gedacht, um Hilfslieferungen und die Evakuierung von Verletzten abzusichern. Dabei könnte auch die Bundeswehr zum Einsatz kommen, soweit der Bundestag zustimmt.
Eine Delegation der Afrikanischen Union (AU) wollte derweil mit der Opposition und Gaddafi über einen Waffenstillstand verhandeln. Diesem Vorstoß wurden kaum Chancen eingeräumt, weil die AU traditionell unter dem Einfluss ihres Finanziers Gaddafi steht. Dessen Truppen machten Boden gut und rückten nach Osten vor. Die Frontlinie verlief in der Nähe von Adschdabija, rund 160 Kilometer von Bengasi entfernt. Die heftig umkämpfte Stadt war bisher der letzte größere Vorposten der Opposition.
Ausbilder und Waffen für libysche Rebellen
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Ausbilder und Waffen für libysche Rebellen
Ein Aufständischer betet vor einem zerstörten Panzer in Adschdabija.
Libysche Rebellen werden an Waffen ausgebildet.
Der Sprecher des libyschen Übergangsrates, Abdul Hafis Ghoga, gibt eine Pressekonferenz in Bengasi.
Ein Libyer demonstriert seine Loyalität zu Gaddafi in Tripolis.
Libyer werfen in Bengasi Ausgaben von Gaddafis "Grünem Buch" ins Feuer.
Mütter demonstrieren in Bengasi zur Unterstützung von Familien, deren Angehörige während der Unruhen verschwunden sind.
Aufständischen feuern Raketen in Richtung der gaddafitreuen Truppen ab.
Den Rebellen am Rande der Stadt Adschdabija gelang es bisher nicht, die Gaddafi-Truppen zurückzudrängen
Libysche Rebellen nahe dem Checkpoint Brega.
Trauermarsch von Gaddafi-Anhängern für die Opfer der Luftangriffe der westlichen Allianz.
Zivile Autos wurden von den Rebellen kurzerhand zu Kampffahrzeugen umfunktioniert.
Rebellenführer Mustafa Abdul Dschalil bei einer Pressekonferenz. Die libysche Regierung hat den von den Rebellen angebotenen Waffenstillstand zurück gewiesen.
Zerstörte Panzer säumen nach einem Luftschlag der Alliierten die Straßen bei Bengasi.
Ein Gebäude von Gaddafis Residenz in Tripolis wurde schwer beschädigt.
Ein von den alliierten Kampfjets zerstörter Panzer.
Nach einem Luftschlag brennt ein Armeefahrzeug der Gaddafi-Truppen bei Bengasi.
Das U-Boot USS Florida feuert eine Tomahawk-Rakete ab.
Der US-Zerstörer USS Barry feuert eine Tomahawk-Rakete auf libysche Truppen ab.
Der US-Zerstörer USS Barry feuert eine Tomahawk-Rakete auf libysche Truppen ab.
vom US-Zerstörer USS Preble steigt eine Tomajawk-Rakete auf.
Das U-Boot USS Florida feuert ebenfalls eine Tomahawk-Rakete ab.
Ein libysches Kampfflugzeug stürzt am Samstag über Bengasi ab.
Der TV-Sender Al Arabiya zeigt Bilder von dem abstürzenden Flugzeug über der Aufständigen-Hochburg Bengasi. Vermutlich handelt es sich um ein abgeschossenes Rebellen-Flugzeug.
Screenshot vom TV-Kanal Al Arabiya, der Bilder vom Absturz des Flugzeugs zeigt.
Ein libyscher Rebell hält Wache einem eingerichteten Checkpoint.
Rebellen versuchen sich gegen die Luftangriffe von Gaddafis Streitkräften zu verteidigen.
Alliierte Kampfjets sind teilweise auf den Weg, teils bereits in den libyschen Luftraum eingedrungen. Hier zwei italienische F-16 ADF-Maschienen.
Erste französische Rafale-Kampfjets sind bereits in Libyen im Einsatz - dieser startet gerade auf dem Luftwaffen-Stützpunkt im französischen Saint-Dizier.
Letzte Vorbereitungen: Britische Materialwagen auf dem Rollfeld des Luftwaffen-Stützpunktes RAF Marham in Norfolk.
Ein AWACS-Aufklärungsflugzeug der NATO startet vom NATO-Fliegerhorst in Geilenkirchen.
Libyscher Aufständischer mit einem Maschinengewehr in Bengasi.
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Linkspartei in der Krise
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Libyen-Fotoreportage von Zohra Bensemra
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Libyen-Fotoreportage von Zohra Bensemra
Das Camp wächst täglich. 7000 Menschen leben dort; an manchen Tagen kommen 1000 neue Flüchtlinge an. (Zohra Bensemra / Reuters)
Gastarbeiter aus Bangladesch, die völlig mittellos aus Libyen geflohen sind, stehen Schlange an einer Lebensmittel-Ausgabe. (Zohra Bensemra / Reuters)
Flüchtlinge aus Mali suchen Schutz vor dem Wüstenwind. (Zohra Bensemra / Reuters)
Eine Frau aus Somalia steht vor einem der vielen Flüchtlingszelte. (Zohra Bensemra / Reuters)
Ein Gastarbeiter aus Bangladesch wartet auf einen freien Platz in einem der Busse, die über die libysch-tunesische Grenze fahren. (Zohra Bensemra / Reuters)
Am libysch-tunesischen Grenzposten drängen Tausende Flüchtlinge ins Lager Ras Jdir. (Zohra Bensemra / Reuters)
Ein Junge aus Vietnam mit der Ration seiner Familie – viele Spenden kommen aus den Nachbardörfern. (Zohra Bensemra / Reuters)
Die sanitären Anlagen reichen nicht aus – vielerorts stinkt es im Lager zum Himmel. (Zohra Bensemra / Reuters)
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Gaddafi - Libyens exzentrischer Diktator
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Gaddafi - Libyens exzentrischer Diktator
Üblicherweise nennt sich Gaddafi „Revolutionsführer“. Je nach Anlass lässt er sich auch als „Oberst“, „Brüderlicher Führer“, „Wächter der Revolution“, „König aller Könige“ oder gar „höchster Imam der muslimischen Welt“ feiern. In Uniform lässt er sich häufig ablichten, hier salutierend am 04.Dezember 1985 bei einem Besuch im Senegal.
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Seine Familie inszenierte Gaddafi wie eine Seifenoper: Bei einer Pressekonferenz in einem Beduinenzelt in Tripolis am 12.Januar 1986 posiert der Familienvater ...
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... mit seiner Frau und Kindern.
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Nicht nur zuhause in Libyen lebt Gaddafi in einem traditionellen Beduinenzelt. In der Regel wird das Zelt auch bei Staatsbesuchen im Ausland für den Herrscher aufgebaut, wie hier in Kairo. Am 6.März 1999 trifft er sich mit dem inzwischen zurückgetretenen ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak.
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Während eines Staatsbesuchs in Italien im Juni 2009 wohnt Gaddafi in seinem Beduinenzelt auf dem Gelände der Villa Doria Pamphili in Rom (Bild). Selbst in einem Vorort von New York wurde für mehrere Tage ein Zelt für Muammar al-Gaddafi aufgebaut - auf einem Grundstück des Immobilien-Milliardärs Donald Trump.
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Während der 64. Generaldebatte der Vereinten Nationen in New York ...
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... spricht der libysche Staatschef am 23.September 2009 vor der Vollversammlung. Sein erster Besuch bei der UNO seit der Machtübernahme 1969 führt gleich zum Eklat: Wütend zerreißt Gaddafi einige Seiten der Uno-Charta..
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Lange Zeit war Gaddafi wegen der Verstrickung in mehrere terroristische Angriffe politisch weitgehend isoliert. 2003 hob der UN-Sicherheitsrat alle Sanktionen gegen Libyen auf, nachdem der Staat die Schuld an den Terrorattacken anerkannt und Kompensationen für die Opfer gezahlt hatte.
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Der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder am 14.Oktober 2004 mit Gaddafi in Tripolis. Es war der erste Staatsbesuch eines deutschen Bundeskanzlers in Libyen.
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Gaddafi mit Nicolas Sarkozy: Der französische Präsident empfing den libyschen Staatschef am 12. Dezember 2007 im Elysee-Palast in Paris.
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Gaddafi beim G8-Gipfel in L'Aquila, Italien, am 10.Juli 2009.
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Gaddafi war als Präsident der Afrikanischen Union zu Regierungsgesprächen eingeladen, hier beim Fototermin mit Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi, Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy, Russlands Präsident Dmitri Medwedew, US-Präsident Barack Obama und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon (von links).
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Diktator Gaddafi bei einer Militärparade am Nationalfeiertag am 1.September 2009 in Tripolis.
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Muammar al-Gaddafi am 28. Juni 2010 in Tripolis mit dem damaligen ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak.
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Libyens Staatschef Muammar al-Gaddafi erklärt in einer Fernsehansprache, er werde nicht freiwillig abtreten und „bis zum letzten Tropfen meines Blutes kämpfen.“
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Muammar al-Gaddafi ist tot. Fast 42 Jahre lang konnte sich Gaddafi bislang an der Staatsspitze Libyens behaupten. Am 1. September 1969 gelangte er durch einen Militärputsch an die Macht. Das Land führt der Despot unnachgiebig, mit kaltem Blick und Machtbewusstsein. Das Bild zeigt Gaddafi am 6. Oktober 2009 bei einer Versammlung in Sebha, 700 Kilometer südlich der libyschen Hauptstadt Tripolis. Hier wurde im Rahmen der Jahresfeiern zur Revolution an die Gruppe der Offiziere erinnert, die den Putsch initiierten.
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