Rauch über Homs: Regierungstruppen haben eine Gaspipeline bombardiert.
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Rauch über Homs: Regierungstruppen haben eine Gaspipeline bombardiert.
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In Syrien soll noch im Februar über eine neue Verfassung abgestimmt werden. Zeitgleich mit der Verkündung hat das Regime offenbar eine neue Offensive gegen die Aufständischen gestartet: die Kämpfe wurden auf Damaskus ausgedehnt.
Syriens Präsident Baschar al-Assad bleibt seinem Muster treu: Er verkündet Reformen und geht gleichzeitig mit unverminderter Härte gegen Aufständische und Zivilisten in den Rebellenhochburgen vor. Am Mittwoch kündigte er an, in Syrien solle am 26. Februar über eine neue Verfassung abgestimmt werden. Das meldete die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete. Eine von Assad eingesetzte Kommission hat in den vergangenen Monaten an dem Verfassungsentwurf gearbeitet.
Die wesentlichen Neuerungen sind: Die Monopolstellung der seit Jahrzehnten regierenden Baath-Partei fällt weg. Der Sozialismus wird aufgegeben. Die Frage, wie diese Abstimmung ablaufen soll, während in mehreren Provinzen Bürgerkrieg herrscht, blieb offen.
Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) reagierte skeptisch auf das angekündigte Verfassungsreferendum. „Das syrische Regime muss erkennen: Die Zeit für taktische Manöver und Finten ist schon lange abgelaufen, die Zeit für ein Ende der Gewalt und einen politischen Neuanfang in Syrien ist überreif“, erklärte Westerwelle in Berlin. Sein russischer Kollege Sergej Lawrow begrüßte hingegen das Verfassungsreferendum als „Schritt nach vorn“.
Die Kämpfe werden mit unverminderter Härte fortgesetzt: Die syrische Armee bombardierte nach Angaben von Aktivisten erneut eine Öl-Pipeline in der Protesthochburg Homs. Zwei Militärflieger hätten die Leitung am Rande des Stadtviertels Baba Amr am Mittwochmorgen aus der Luft attackiert, teilte ein Mitglied des sogenannten Revolutionsrats von Homs unter Berufung auf Augenzeugen mit. Eine weitere Aktivistengruppe gegen die autoritäre Führung von Präsident Baschar al-Assad bestätigte den Angriff.
Homs - Bilder der zerbombten Stadt
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Homs - Bilder der zerbombten Stadt
Zerstörungen dieses Ausmaßes sind nicht mit Handfeuerwaffen zu bewirken.
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Das Militär setzt Granatwerfer ein.
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Trümmer bleiben nach den Attacken übrig.
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Homs wirkt wie eine Geisterstadt.
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Die Stadt steht unter Dauerbeschuss, wer kann, versteckt sich.
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Ein Panzer in Idlib. Internetvideos zeigen auch den Transport von Panzern nach Homs.
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In Homs zieht der Winter ein. In den zerstörten Häusern frieren die Menschen.
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Lebensmittel und Medikamente sind knapp - Nachschub ist nicht in Sicht.
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Täglich sterben Menschen durch die Angriffe der Armee. Die internationale Politik wirkt uneinig und hilflos.
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Das ist Homs. Die Stadt steht seit Tagen unter Beschuss der syrischen Regierungstruppen.
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Den Angaben der Aufständischen zufolge geriet die Pipeline damit zum dritten Mal unter Beschuss. Bei den vorherigen Angriffen wurde sie demnach aber nicht aus der Luft angegriffen, sondern mit Artillerie. Im Internet live übertragene Videos der Aktivisten zeigten hohe Rauchsäulen über der Pipeline, die als Folge des Bombardements beschrieben wurden.
Damaskus hatte in der Vergangenheit „Terrorgruppen“ für Explosionen an Öl-Leitungen in der Provinz Homs verantwortlich gemacht. Gegen die syrische Führung richtet sich seit einem Jahr eine Protestbewegung, die von den Sicherheitskräften des Landes blutig unterdrückt wird.
In der Hauptstadt Damaskus stürmten Elite-Einheiten Assads zentrale Viertel. Sie wurden von gepanzerten Fahrzeugen unterstützt und feuerten mit Maschinengewehren in die Luft, berichteten Anwohner und Oppositionsvertreter am Mittwoch. Den Angaben zufolge sind die Truppen bei ihrem Vorstoß besonders weit in das Zentrum von Damaskus vorgedrungen. Bislang konzentrieren sich die Auseinandersetzungen vor allem auf Städte wie Homs und Hama.
Der Aufstand gegen Assad dauert trotz heftiger internationaler Kritik schon elf Monate an. Eine UN-Resolution zur Verurteilung der Gewalt war zuletzt am Veto Russlands und Chinas im Sicherheitsrat gescheitert. Arabische Staaten wollen nun einen Anlauf für eine Syrien-Resolution in der UN-Vollversammlung starten, wo es keine Veto-Möglichkeiten gibt. Eine solche Resolution wäre allerdings völkerrechtlich nicht bindend.
UN-Vollversammlung stimmt über Resolution ab
Die UN-Vollversammlung stimmt am Donnerstag über eine die Resolution. Der Entwurf sehe vor, die Unterdrückung der Revolte gegen die Staatsführung unter Präsident Baschar al-Assad zu verurteilen, sagten Diplomaten am Dienstag in New York.
Ferner sollen die Pläne der Arabischen Liga für einen demokratischen Umbruch unterstützt und die Entsendung eines UN-Sonderbeauftragten gefordert werden. Der UN-Sonderbeauftragte soll von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon ernannt werden. (dpa/afp/rtr)
Diktatorendynastie in Syrien: Die Assads
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Diktatorendynastie in Syrien: Die Assads
Hafis al-Assad hatte eigentlich seinen ältesten Sohn Basil zum „Kronprinzen“ aufgebaut. Erst nach dessen Unfalltod 1994 war der Augenarzt Baschir (im Bild rechts) vom Vater nach Damaskus zurückbeordert worden. Der junge Staatschef versprach Modernisierung und wirtschaftliche Reformen.
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Der 1930 geborene Luftwaffenpilot Hafis al-Assad gelangte 1971 an die Macht. Das Gruppenfoto mit afrikanischen Machthabern zeigt ihn bei einem Treffen im Juni 1972 mit Idi Amin (Uganda), Anwar el Sadat (Ägypten) und Muhammed Gaddafi (Libyen, von links).
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Assad gehörte bereits vor seiner Präsidentschaft zur Militärkommission der Sozialistischen Baath-Partei, die 1963 die Regierung aus dem Amt putschte. Der General wurde Oberbefehlshaber der Luftwaffe und 1966 Verteidigungsminister.
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Assad brachte immer mehr Gefolgsleute in Schlüsselpositionen unter, übernahm 1970 die Führung der sich stark an die Sowjetunion anlehnenden Baath-Staatspartei und ließ sich 1971 zum Präsidenten machen. Auch im westlichen Ausland wurde er empfangen - wird er von Frankreichs Präsident Chirac in Paris.
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Nach jeder siebenjährigen Amtszeit ließ er sich in „Wahlen“ als Staatschef bestätigen - mit bis zu 99 Prozent der Stimmen.
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Der Präsident ließ alle oppositionellen Strömungen im Keim ersticken. Politische Gegner wurden ermordet oder verschwanden für Jahre hinter Gittern. Das Bild zeigt Assad 1999 mit König Hussein von Amman.
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Massive Proteste von Muslimgruppen in mehreren Städten Syriens wurden 1980 vom Regime brutal erstickt. 1982 ließ Assad Panzer und Artillerie in die Stadt Hama einrücken, um einen Aufstand der Muslimbrüder niederzuschlagen. Zehntausende Menschen starben.
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Als 2000 Hafis al-Assad starb, wahrte das Regime Kontinuität. In der syrischen Verfassung wurde das Mindestalter für den Präsidenten herabgesetzt, damit der 1965 geborene Baschar al-Assad seinen Vater beerben konnte.
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Auch wegen der neuen First-Lady Asma al-Assad wuchs die Hoffnung auf einen gesellschaftlichen Wandel. Die 1975 geborene Arzttochter wuchs in London auf. Bekannt für elegante Garderobe und betont westlichen Lebensstil erwarb sie im Volk hohes Ansehen für ihr soziales Engagement.
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Baath-Partei, Militär und Geheimdienst verhinderten allerdings wirkliche Reformen im Polizeistaat Syrien ebenso wie den erhofften Kampf gegen die Korruption. Gegen jede oppositionelle Strömung setzt Baschar al-Assad wie sein Vater Hafis auf die Gewalt eines umfassenden Unterdrückungsapparates und lässt auf sein Volk schießen. Auch Interventionen aus dem Westen - hier ein Treffen mit dem damaligen deutschen Außenminister Fischer 2004 - ändern daran nichts.
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2011 greift die Protestbewegung in der arabischen Welt auch auf Syrien über. Regierungsgegner gehen auf die Straße und fordern Assads Rücktritt. Das Regime antwortet mit Gewalt.
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Auf unscharfen Bildern sieht die Welt in diesen Tagen, was sich im syrischen Daraa zutragen soll. Die Videos, die Aktivisten auf YouTube veröffentlichten, sollen das gewaltsame Vorgehen syrischer Truppen gegen Regierungsgegner zeigen.
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Nach Angaben der Opposition wurden bei den Zusammenstößen über Ostern mindestens 39 Menschen getötet.
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Angesichts der anhaltenden Gewalt in Syrien erwägt die EU Sanktionen gegen das arabische Land.
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Doch die internationale Gemeinschaft kann sich bislang nicht au eine gemeinsame Erklärung einigen. Während in Daraa Oppositionelle weiter mit dem Tode bedroht sind, hat der UN-Sicherheitsrat Gespräche zunächst vertagt.
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Die Arabische Republik Syrien wird seit 40 Jahren von den Assads beherrscht. Der derzeitige Präsident ist Baschir-al-Assad.
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