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Syrien: Britische und US-Diplomaten verlassen Syrien

Die Vereinigten Staaten ziehen ihren Botschafter aus Syrien ab, Großbritannien lässt seinen Botschafter „zu Konsulationen“ nach London kommen. Merkel und Sarkozy sind "entsetzt" über das Scheitern der UN-Resolution. Im Syrien selbst steigt die Gefahr eines Bürgerkrieges.

Assad hat offenbar auch eine große Unterstützer-Gemeinde, dies lässt einen möglichen Bürgerkrieg befürchten.
Assad hat offenbar auch eine große Unterstützer-Gemeinde, dies lässt einen möglichen Bürgerkrieg befürchten.
Foto: dpa

Die USA schließen ihre Botschaft in Damaskus und ziehen ihre Diplomaten aus Syrien ab. US-Präsident Barack Obama hält dennoch eine Lösung des Konflikts in Syrien ohne militärisches Eingreifen von außen für wichtig. Nicht in jeder Situation könne ein Militäreinsatz wie im Fall von Libyen in Betracht gezogen werden, sagte Obama am Montag. Ein Verhandlungslösung sei in Syrien möglich.

Er verteidigte die Haltung der USA angesichts des Blutvergießens dort und sagte, seine Regierung habe unablässig gefordert, dass Präsident Baschar Assad von der Macht abtrete. Obama äußerte sich in der „Today“-Show des Fernsehsenders NBC.

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Der Syrische Nationalrat in Beirut und Syrer, die im Exil leben, wie der in Oxford ansässige Rami Abdel Rahman von der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, bekommen ihre Informationen von Verwandten, Freunden und Oppositionelle im Land, über Skype, Telefon, E-Mails oder durch Berichte von Flüchtlingen. Auch die staatlichen Medien Syriens berichten über Unruhen, arabische Fernsehsender verbreiten Bilder. Alle diese Informationen sind mit Vorsicht aufzunehmen: Die staatlichen Medien stellen die Unruhen als Werk von Terroristen dar, die Oppositionellen verfolgen eigene Interessen: Sie hoffen auf internationale Hilfe oder wollen ein Eingreifen der Nato befördern. Al-Dschasira sitzt in Katar, dessen Emir für eine Intervention der Araber plädiert. Westliche Korrespondenten wurden aus Syrien ausgewiesen.

Großbritannien regt weitere EU-Sanktionen an

Großbritannien hat weitere EU-Sanktionen gegen Syrien ins Gespräch gebracht. Bei dem Treffen der Außenminister der Europäischen Union Ende Februar müsse über weitere Schritt gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad beraten werden, erklärte ein Sprecher von Premierminister David Cameron am Montag. Dazu gehörten auch Strafmaßnahmen. Zudem lote die britische Regierung nach dem Veto von Russland und China im UN-Sicherheitsrat gegen eine Syrien-Resolution weitere Möglichkeiten aus, um den internationalen Druck auf Assad zu erhöhen.

So sei auch eine Verurteilung der Gewalt in Syrien durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen denkbar. In dem Gremium sind alle UN-Mitglieder vertreten; es gibt keine Vetomöglichkeiten. Im Gegensatz zu Resolutionen des UN-Sicherheitsrats sind Erklärungen der Generalversammlung aber völkerrechtlich nicht bindend.

Deutschland und Frankreich wollen sich mit dem Veto Russlands und Chinas zu einer UN-Resolution über Syrien nicht abfinden. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Staatspräsident Nicolas Sarkozy kündigten am Montag in Paris an, zur Unterstützung der syrischen Bevölkerung eine internationale Kontaktgruppe ins Leben zu rufen.

Merkel und Sarkozy "entsetzt" über Scheitern der Resolution

Nach einem Treffen des deutsch-französischen Ministerrats äußerten sich beide „entsetzt“ über das Scheitern der geplanten UN-Resolution. Sarkozy sagte wörtlich: „Es ist ein Skandal, was da passiert. Wir sind nicht bereit, die Blockade der internationalen Gemeinschaft zu akzeptieren.“ Mit der neuen Syrien-Kontaktgruppe wolle man der dortigen Bevölkerung zeigen, „dass sie nicht alleine dasteht“.

Neue Gewalt in Syrien - USA schließen Botschaft

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Die beiden Veto-Mächte Russland und China hatten am Samstag im Weltsicherheitsrat eine Resolution verhindert, mit der das Blutvergießen in Syrien gestoppt werden sollte. Beide Länder wiese die internationale Empörung und Kritik zurück.

Merkel sagte dazu, Deutschland und Frankreich seien „nicht nur enttäuscht, sondern entsetzt“. Zuvor schon hatte sie Assads Rücktritt verlangt. „Präsident Assad hat an der Spitze seines Landes nichts mehr verloren“, sagte Vize-Regierungssprecher Georg Streiter im Namen der Kanzlerin. Sarkozy kündigte an, das Thema am Nachmittag in einem Telefonat mit dem russischen Präsidenten Dmitri Medwedew anzusprechen.

Seite 2: Kämpfe in Syrien dauern an

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Autor:  Martina Doering
Datum:  6 | 2 | 2012
Seiten:  1 2
Kommentare:  3
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