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24. April 2012

Ausbildung im Betrieb: Lernen als oberstes Gebot

 Von Andrea Frey
Lehrjahre: Der Azubi muss sich nach besten Kräften bemühen. Foto: dapd/Symbolfoto

Wissenswertes zur Ausbildung im Betrieb: die Rechte und Pflichten des Lehrlingsalltags

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Literatur

„Crashkurs Bewerbung für Azubis – Wie ich den Ausbildungsplatz bekomme, der wirklich zu mir passt“, Jürgen Hesse und Hans Christian Schrader, Stark Verlagsgesellschaft 2011, 236 Seiten, 12,95 Euro.


„Bin dabei. Von Probezeit bis Prüfung – Als Azubi erfolgreich durchstarten“, Bildung und Wissen Verlag 2011, 150 Seiten, 17,80 Euro.

„Azubi-Recht – Die wichtigsten Fragen und Antworten“, Friedrich Schade und Helen Bratvogel, Wissen Kompakt 2011, 119 Seiten, 12,80 Euro.

Ein Auszubildender hat im Betrieb, in dem er lernt, von Anfang an bestimmte Rechte und Pflichten. Sie sind sogar gesetzlich festgelegt – im Berufsbildungsgesetz (BBiG) oder dem Jugendarbeitsschutzgesetz sowie zum Beispiel in einzelnen Ausbildungsverordnungen. Oberstes Gebot in der Lehre ist – selbstverständlich – das Lernen. "Das bedeutet, dass der Auszubildende sich nach besten Kräften um das Erlernen der Fähigkeiten bemühen muss, die für seinen zukünftigen Beruf notwendig sind“, sagt Christian Uhl, Teamkoordinator Berufsbildung bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Heilbronn.

Die Aufgaben, die ihm im Betrieb aufgetragen werden, muss der Azubi mit Sorgfalt erfüllen – auch beim Führen schriftlicher Ausbildungsnachweise.

Arbeitgeber darf Zeugnis sehen

An Ausbildungsmaßnahmen außerhalb des Betriebes muss der Lehrling teilnehmen. Dazu zählt etwa der Besuch der Berufsschule. Der Unterricht erfolgt parallel zur Arbeit im Betrieb. Das Zeugnis, das der Auszubildende dort erhält, muss er – anders als noch zu Schulzeiten – nicht nur seinen Erziehungsberechtigten, sondern auch dem Ausbilder vorlegen.

„Dessen Weisungen hat der Lehrling Folge zu leisten“, so der Hinweis des Experten. Auch die Betriebsordnung müssen Azubis einhalten: „Ist an der Ausbildungsstätte das Rauchen untersagt, muss Schutzkleidung getragen werden oder sind lange Haare verboten, ist das für den Azubi bindend“, so Uhl.

Der Azubi muss gesund sein

Dass Werkzeuge, Maschinen und andere Einrichtungsgegenstände pfleglich behandelt werden, sollte selbstverständlich sein. Wer erkrankt, muss das unverzüglich melden und eine ärztliche Bescheinigung, den sogenannten gelben Schein, vorlegen. „Betriebsgeheimnisse auszuplaudern ist tabu“, mahnt Uhl.

„Die Ausbildung darf erst begonnen werden, wenn der Auszubildende dem künftigen Arbeitgeber eine ärztliche Bescheinigung, die nicht älter als 14 Monate sein darf, vorgelegt hat“, so Uhl. Noch vor Ablauf des ersten Ausbildungsjahres werde der Gesundheits- und Entwicklungszustand des Jugendlichen bei einer Nachuntersuchung überprüft.

Ebenso lang wie die Liste der Pflichten ist auch die der Rechte, die Azubis zustehen – denn auch wenn es im Volksmund heißt, Lehrjahre seien keine Herrenjahre, müssen sie sich während der Ausbildung nicht alles gefallen lassen. An erster Stelle steht das Recht auf eine angemessene Vergütung. Auch die Ausbildungsmittel müssen kostenlos zur Verfügung gestellt werden. „Nehmen die Lehrlinge an Ausbildungsmaßnahmen teil, müssen sie dafür freigestellt werden. Der Lohn wird dennoch weitergezahlt“, führt Uhl aus.

Keine ausbildungsfernen Jobs

Kaffee kochen für den Chef oder den Parkplatz fegen? „Azubis müssen keine ausbildungsfremden Aufgaben übernehmen“, sagt Uhl. Sollen sie womöglich sogar eine fehlende Arbeitskraft komplett ersetzen, dürfen sie das ablehnen. Ein Lehrling hat außerdem eine besonders kurze Kündigungszeit, falls er die Ausbildung abbrechen möchte. „Das kann er innerhalb von vier Wochen tun.“

Seit sieben Jahren ist es möglich, einen Teil der Ausbildung im Ausland zu absolvieren. Darauf gibt es zwar keinen Rechtsanspruch. Doch der Azubi sollte sich darüber dennoch mit seinem Chef verständigen und das im Vertrag festhalten. Am Ende der Lehrzeit steht ihm ein Zeugnis zu, das sowohl seine Leistung als auch sein Verhalten bewertet.

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