Bibliothekare erwerben Neuerscheinungen, organisieren Veranstaltungen und treiben die Digitalisierung mit Erfolg voran. Zeit für eigene Lektüren bleibt da nicht. Stattdessen steht die Kommunikation im Vordergrund.
„Bibliothekare sollten extrovertierte Menschen sein“, sagt Klaus-Rainer Brintzinger, Vorsitzender des Vereins Deutscher Bibliothekare. Denn es ist wichtig, dass sie vom Leser erfahren, was er braucht. Die Aufgabe von Bibliothekaren ist es, Informationen für ihre Kunden oder Arbeitgeber zu beschaffen. Staubige Karteikarten sind dabei von gestern. Heute arbeiten Bibliothekare mit Computern und E-Books. Die Auswahl an Arbeitsplätzen hat sich dabei in den letzten Jahren enorm vergrößert.
Bibliothekare mit einem Diplom oder einem Bachelor von der Fachhochschule beziehen laut dem Verein Deutscher Bibliothekare ein durchschnittliches Monatseinkommen von 2.300 Euro bis 3.300 Euro. Mit einem Master von der Universität lassen sich 3.100 bis 5.300 Euro monatlich erreichen. An einigen öffentlichen Bibliotheken besteht die Möglichkeit der Verbeamtung.
Man müsse Gespür dafür entwickeln, welche Informationen die Kunden suchen, ergänzt auch Michael Reisser, Geschäftsführer des Berufsverbandes Information Bibliothek (BIB).
Bibliothekare werden etwa in Stadtbüchereien, wissenschaftlichen Bibliotheken und in Firmen gesucht. Die Arbeit in der Stadtbücherei ähnelt landläufigen Vorstellungen eines Bibliothekars am ehesten. Gespräche mit buntem Publikum, Autorenlesungen oder Besuche von Schulklassen stehen an.
Wissenschaftliche Bibliotheken unterstützen in erster Linie Forscher und Studenten. „Man muss wissen, dass man als Bibliothekar hier in der Regel in einem Metier arbeitet, von dem man inhaltlich nichts versteht“, sagt Brintzinger. Das bedeutet praktisch, dass die Dateien und Medien ohne Fachwissen anhand formaler Kriterien durchsucht werden müssen. „Der Dank der Mühen ist, wenn man im Vorwort einer Doktorarbeit namentlich erwähnt wird“, sagt Reisser.
Als Arbeitgeber kommen weiter Rundfunksender, Firmen, Forschungseinrichtungen, Pressestellen und Kanzleien in Betracht.
Zum Einstieg in den Beruf führt in der Regel ein Studium. Fachhochschulen sind die erste Wahl für alle, die es in die Praxis zieht. Wer forschen möchte, ist mit dem Studium an einer Universität gut beraten. Vorfreude auf ausgiebige Lesestunden sollte indes keiner hegen. „Über Einzelwerke und Autoren wird kaum gesprochen“, erinnert sich Simon Schmidt. Stattdessen weist der Plan Vorlesungen über Verwaltung, Betriebswirtschaft und Informationstechnologie aus. „Ein Kurs über Mangas war in meiner Ausbildung die Ausnahme“, so Schmidt.
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