Trauerhilfe: Wer Friedhofsgärtner werden möchte, sollte nicht nur Spaß an der Arbeit mit Pflanzen haben. Er muss auch trauernde Kunden fachkundig und rücksichtsvoll beraten können. Foto: dpa-tmn
Friedhöfe sind Orte der Stille und der Besinnung. Deutschlands rund 32.000 Friedhöfe mit ihren mehr als 32 Millionen Gräbern zeigen dazu oft eine Pflanzenpracht, die sich mit Parks vergleichen lässt. Es sind Friedhofsgärtner, die aus einer Grabstelle einen Ort der Erinnerung gestalten.
Die letzte Ruhestätte eines Menschen möchten viele Angehörige schön gestalten. Dabei helfen ihnen Friedhofsgärtner. Sie beraten bei der Gestaltung der Grabstelle, sie legen sie an und pflegen den Garten. Mit natürlichen Mitteln machen sie aus Blumenbeeten mit einem Grabstein eine würdige Gedenkstätte.
Friedhofsgärtner suchen Nachwuchs
„Die Branche sucht Auszubildende“, sagt Claudia Heland vom Zentralverband Gartenbau (ZVG). „Die Berufsaussichten sind sehr gut. Um einen Arbeitsplatz brauchen sich qualifizierte Friedhofsgärtner keine Sorgen zu machen.“ Friedhofsgärtner finden Jobs in einer der mehr als 7.200 Gärtnereien, die sich überwiegend oder teilweise auf dieses Gebiet spezialisiert haben. Oder sie werden in den Friedhofsverwaltungen beschäftigt. Die Ausbildung im dualen System dauert drei Jahre.
„Bewerber um eine Lehrstelle sollten mindestens einen Hauptschulabschluss haben“, sagt Josef Terfrüchte, Geschäftsführer der Genossenschaft Kölner Friedhofsgärtner. „Höhere schulische Qualifikationen verbessern die Chancen auf einen Ausbildungsplatz und erleichtern die berufliche Weiterbildung“, ergänzt Heland. Es gibt Landschaftsarchitekten, die als Azubis in einer Friedhofsgärtnerei angefangen haben.
Arbeitsort Friedhof: Gärtner gestalten Grabstätten
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Arbeitsort Friedhof: Gärtner gestalten Grabstätten
Wer Friedhofsgärtner werden will, muss nicht nur gern mit Pflanzen und im Freien arbeiten, sondern auch Spaß an der Kundenberatung haben. Denn der Beruf erfordert die Fähigkeit, auf Menschen einzugehen, ihre Bedürfnisse und Wünsche aufzugreifen und sie auch in schwierigen Lebensphasen zu begleiten und zu beraten.
Foto: Arge Friedhofsgärtner
Das notwendige Fachwissen wird in den Betrieben und in den Berufsschulen vermittelt. Die Azubis lernen alles über Pflanzen, deren Ansprüche und deren Verwendbarkeit, arbeiten beim Planen, Anlegen und Pflegen von Grabstätten mit und müssen dabei auch mit den entsprechenden Maschinen und Geräten umgehen und diese warten. Außerdem schneiden die Auszubildenden Hecken und Gehölze und stellen nach entsprechenden Empfehlungen der Fachleute oder Kundenideen die Trauergebinde und -dekorationen zusammen.
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Die Lehrzeit fällt für jene Azubis leichter aus, die in der Schule gute Noten in Biologie geschrieben haben. Denn sie haben ein größeres Verständnis für die Bedürfnisse von Pflanzen. Ein Beispiel: Ein Grab in schattiger Lage verlangt eine andere Bepflanzung als eines in praller Sonne. Chemie ist eine gute Grundlage, wenn in der Ausbildung der Umgang mit Böden und Pflanzenschutzmitteln aktuell wird. Gute Mathematikkenntnisse erleichtern Berechnungen sowie das Verständnis für betriebliche Zusammenhänge.
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Die Ausbildungsvergütung richtet sich nach den jeweiligen Tarifen, die nicht bundeseinheitlich geregelt sind. In Nordrhein-Westfalen beträgt sie im ersten Jahr 450 Euro, steigt dann auf 500 Euro und erreicht schließlich 570 Euro. In Hamburg beginnen sie mit 703 Euro und steigen auf 800 Euro im letzten Jahr. In NRW liegen die tariflichen Einstiegsgehälter zwischen 2.000 und 2.200 Euro.
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Die meisten Friedhofsgärtner arbeiten derzeit in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg. In diesen Ländern gibt es auch ein großes Angebot an Ausbildungsstellen. Für den Beruf interessieren sich immer mehr Frauen. Ihr Anteil liegt bereits bei 30 Prozent. Die Friedhofsgärtner pflegen die Grabkultur in Deutschland. Etwa 80 Prozent der letzten Ruhestätten sind ständig mit Blumen geschmückt. Bäume, Sträucher und Rasenflächen lockern die Reihen von Grabstätten auf.
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Friedhofsgärtner sind Oberflächendesigner, die 365 Tage im Jahr für die Hinterbliebenen zur Verfügung stehen. Sie müssen flexibel und Neuerungen gegenüber aufgeschlossen sein, denn viele Menschen denken heute offen und ohne Vorbehalte über ihre eigene oder die Bestattung eines Angehörigen nach. Der Friedhofsgärtner sei deshalb oft an der Gestaltung letzter Ruhestätten beteiligt.
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