Händler: Galerien - wie hier die Galerie Wahlandt - übernehmen für Künstler den Verkauf ihrer Bilder. Foto: dpa-tmn
Um den Verkauf von Kunstwerken kümmern sich Galeristen. Sie vermitteln zwischen Künstlern und Sammlern. Und erhalten dafür Provision. Die Vermarktung von Kunst ist eine eigene Kunst. Die meisten Galeristen beginnen als Mitarbeiter in einer anderen Galerie. Denn eine feste Ausbildung gibt es nicht.
Die Arbeit von Galeristen scheint wie eine Black Box. Wie die Vermarktung von Kunst genau funktioniert, entzieht sich dem Blick. Tatsächlich gibt es nur wenige feste Regeln. Auf jeden Fall brauchen Galeristen Kunstverstand, Kontakte und ein Händchen fürs Geschäft.
Der Galerist steht zwischen Künstler und Sammler
Ein Bild von Neo Rauch oder Jonathan Meese beispielsweise ist viel wert. Um den Verkauf der Kunstwerke kümmern sich Galeristen und manchmal auch Aktionshäuser. Galeristen vermitteln zwischen Künstlern und Sammlern - und nehmen dafür Provision. Wichtiger als ein Studium ist in dem Beruf Kunstsinn, Umtriebigkeit und ein Gespür fürs Geschäft.
Die Treue ist das Brot des Galeristen
Gute Galeristen suchen Talente und bauen sie langfristig auf. Sie pflegen Kontakte zu den Sammlern, organisieren Ausstellungen und beteiligen sich an Messen, um auf die Werke ihrer Schützlinge aufmerksam zu machen. Die Künstler danken es, indem sie auch auf der Welle des Erfolgs bei ihren Galeristen bleiben und nicht zur Konkurrenz weiterziehen. Neo Rauch etwa hält seinem Galeristen Gerhard Harry Lybke die Treue, seit dieser ihn Mitte der 80er Jahre in Leipzig entdeckte, als Rauch noch studierte.
Kunstvermarktung: Galerist kann man nicht lernen
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Kunstvermarktung: Galerist kann man nicht lernen
Etwas Berufung für den Beruf schadet nicht. „Man muss die Notwendigkeit zum Umgang mit Kunst in sich fühlen“, drückt es Frank Lehmann aus, der mit seinem Bruder zu DDR-Zeiten die Galerie „Gebr. Lehmann“ in Dresden gründete und bis heute führt. Anfänger sollten davon ausgehen, dass der Markt aufgeteilt ist und die Mitspieler sich untereinander bestens kennen. Das Zauberwort im Kunstbetrieb lautet Vertrauen.
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Schon vor dem Einstieg sollte man sich klar machen, dass der Kunstbetrieb ein Netzwerk bildet. Kuratoren, Kunstvereinsleiter, Sammler und Museen gehören neben den Künstlern dazu. „In diesem Metier muss sich der Galerist wie ein Fisch im Wasser tummeln“, sagt Birgit Maria Sturm vom Bundesverband Deutscher Galerien und Editionen. Die meisten Galeristen beginnen als Mitarbeiter in einer anderen Galerie. Denn eine feste Ausbildung gibt es nicht. Zwar haben viele studiert. Bei den Fächern ist jedoch von Kunstgeschichte bis Betriebswirtschaftslehre alles dabei.
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Bei der Mitarbeit in einer Galerie kann ein Aufstieg winken. Es gibt die Möglichkeit zum assistieren oder auch zum Schreiben von Diplom- und Examensarbeiten. Manchmal ist es auch möglich, Künstler und Kontakte vom Arbeitgeber zu übernehmen.
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In der Regel suchen sich die Galeristen die Künstler aus, die sie vertreten, denn es gibt viel mehr Künstler als Kapazitäten bei Galerien. Für Galeristen ist es auf jeden Fall empfehlenswert, neben einer Passion für Kunst ein gutes Stück betriebswirtschaftliches Wissen mitzubringen.
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Ein solides Finanzpolster ist unverzichtbar. Banken winken laut dem Galerienverband bei Kreditanfragen von Newcomern ab. Niemand subventioniert Galeristen. Zwar müssen sie die Kunstwerke in der Regel nicht kaufen, denn der Kommissionshandel hat sich durchgesetzt und der Umsatz wird geteilt, falls nichts anders verhandelt wurde. Auf den Kosten für die Galerie- und Lagerflächen, den Spesen für Messebeteiligungen und anderen Aktionen bleiben Galeristen aber sitzen.
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Ein tragfähiges finanzielles Polster ist ratsam. Es gibt aber genug Überzeugungstäter, die ihr Vorhaben auch ohne umsetzen. Es ist ein Vorurteil, dass Galeristen prinzipiell reich sind. Der Fachverband erklärt, woher der Eindruck kommt: Medien berichteten über Spitzenerlöse, kaum aber über die deutlich zahlreicheren Verkäufe im mittleren Preissegment.
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Die Bezeichnung Galerie hat sich für solche Unternehmen eingespielt, die Kunstwerke in direkter Zusammenarbeit mit den Urhebern vermarkten. In Abgrenzung dazu erwerben Kunsthändler ihren Bestand am Markt selbst. Die Zahl der Galerien bundesweit lässt sich nicht genau benennen. Der Bundesverband hat 350 Mitglieder und geht von bundesweit 700 professionellen Galerien aus. Allein für Berlin wird die Zahl auf 400 geschätzt.
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Am Anfang eines Galeristenlebens steht die Entscheidung, in welche Richtung es thematisch gehen soll. Programmgalerie oder nicht, lautet die Frage. Galerien mit Programm unterscheiden sich durch ein gut abgegrenztes Arbeitsfeld von Galerien ohne. So kümmern sie sich etwa nur um deutsche oder nur um amerikanische Malerei.
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