Pauken: Ob sie mit Repetitor für das Examen lernen oder allein ist für die meisten Studenten gar keine Frage. Denn in keinem anderen Fach hängen die Jobaussichten so stark von einer guten Examensnote ab. Foto: dpa-tmn
Die meisten Jurastudenten wenden sich an einen privaten Einpauker, einen Repetitor, wenn es auf das erste Staatsexamen zugeht. Denn von einer guten Examensnote hängt die weitere Zukunft ab.
Juli Zeh erinnert sich an ihre Studienzeit so: Das Jurastudium sei erst drei Jahre lang Dolce Vita gewesen. „Und dann kam das Trainingscamp beim Repetitor“, so die Juristin und Autorin von Bestseller-Romanen wie „Adler und Engel“. Sehr viel Arbeit sei die Examensvorbereitung gewesen. „Es war ein Jahr, in dem außer Lernen nicht viel ging“, sagt sie. Trotzdem sei sie sehr gerne hingegangen. Denn auch die schwierigsten Fälle seien noch mit Spaß vermittelt worden. Am Ende hat Juli Zeh in ihrem Jahrgang das beste Examen in Sachsen gemacht.
Wie Juli Zeh geht die Mehrheit der Jura-Studenten vor dem ersten Staatsexamen zu einem kommerziellen Repetitor. Und sie alle stehen irgendwann vor der Frage: Soll ich mich mit Repetitor auf das Examen vorbereiten oder versuche ich es ohne? Wer klug ist, geht die Entscheidungsfindung rechtzeitig an. Und kümmert sich darum, bevor er scheinfrei ist.
Die kommerziellen Repetitorien heißen Hemmer, Alpmann Schmidt oder Beck-Akademie. Ihre Kurse dauern meist ein Jahr. Das Programm ist straff: Dreimal die Woche haben die Examenskandidaten Unterricht, oft fünf Stunden pro Tag. Dazu kommt eine Probeklausur alle sieben Tage, die sechs Stunden lang ist - wie im Examen auch. Ganz billig ist die Sache nicht. Rund 150 Euro kostet so ein Kurs im Monat.
Jura pauken: Für wen sich ein Repetitor lohnt
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Jura pauken: Für wen sich ein Repetitor lohnt
Im Uni-Alltag bekommen Studenten nicht alles mit auf den Weg, was sie für das Staatsexamen brauchen. Sie gehen zum Repetitor. Das sind private Einpauker, die Studenten gegen Geld auf das erste Staatsexamen vorbereiten.
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In keinem anderen Studienfach kennt man die Institution des Repetitors. Bei Juristen dagegen hat sie Tradition. Schon zu Goethes Zeiten studierten Juristen erst mehrere Jahre an der Universität.
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Der Markt für private Nachhilfelehrer im Studienfach Jura ist da, weil die Lehre an der Universität sich nicht damit deckt, was das Justizministerium nachher in den Klausuren abfragt. Die Folge ist, dass im Durchschnitt fast ein Drittel der Prüflinge im ersten Examen durchfällt.
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Im ersten Schritt sollte man sich selbst fragen, wie man gut lernen kann. Braucht man zum Beispiel jemanden, der etwas erklärt? Wenn das der Fall ist, ist ein Repetitorium vielleicht das Richtige. Wen Unterricht wie in der Schule dagegen eher nervt, der versucht es besser auf eigene Faust. Viele Jurastudenten laufen aber einfach der Herde hinterher und gehen zum Repetitor, obwohl sie für die Methode Trainingscamp gar nicht geeignet sind. Und dann geht die Examensvorbereitung oft schief.
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Das Angebot vor Ort sollten künftigen Examenskandidaten zunächst gründlich recherchieren. Einige kostenlosen Kurse bieten auch die Universität für die Examensvorbereitung an. Dann bleibt zu klären, welche kommerziellen Repetitorien es gibt. Bei denen sollte man dann Probe hören. Denn der Stil jedes Repetitors ist etwas anders und nicht jeder kommt mit jedem gleich gut zurecht.
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Auch sollte man die Augen offen halten nach Kommilitonen, mit denen man eine Lerngruppe gründen könne. Meist ein Jahr vor dem Examen geht es dann mit der Vorbereitung los. Experten raten, die einmal gewählte Lern-Methode nicht mehr infrage zu stellen. Denn die größte Gefahr sei, vor der riesigen Stoffmasse zu kapitulieren und sich zu verzetteln.
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Nach einem Jahr sind die meisten Kandidaten ganz gut vorbereitet. Wer möchte, kann noch einmal sechs Monate Lernzeit dranhängen. Aber zu sehr in die Länge sollte man die Lernphase nicht ziehen. Denn irgendwann wird die Vorbereitung einfach nicht mehr viel besser: Was man zu Beginn gelernt hat, vergisst man am Ende doch wieder. Irgendwann muss sich jeder Student dann selbst Mut zusprechen: Augen zu und durch. Dann klappt es vielleicht auch mit dem Traumberuf.
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Trotz der langen Lernzeit auf das erste Staatsexamen ist Jura bei deutschen Studenten nach wie vor sehr beliebt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts lernten 92.577 Studenten im Wintersemester 2010/2011 Rechtswissenschaft. Damit rangierte das Jura-Studium auf Platz drei der am stärksten gewählten Studienfächer: Mehr Studenten entschiedenen sich nur noch für Betriebswirtschaftslehre und Maschinenbau.
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