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Auto
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20. Oktober 2012

15 Jahre Elch-Test: A-Klasse vom Umfaller zum Aufsteiger

 Von Sebastian Quillmann
Als die A-Klasse 1997 im Elch-Test umfiel, musste Mercedes schnell auf Kritik und Spott reagieren. Foto: dpa

Die Welt spottete über Mercedes, als 1997 die A-Klasse beim Elch-Test auf dem Dach landete. Doch Mercedes konnte den Vorfall durch gutes Krisenmanagement zu einer Erfolgsgeschichte wenden. Andere Hersteller hatten dieses Glück nicht.

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Es war der 21. Oktober 1997, als die A-Klasse beim doppelten Spurwechsel – heute weithin als Elch-Test bekannt – umkippte und auf dem Dach landete. Eine große Peinlichkeit für Daimler Benz: Medieninteresse und Spott waren gleichermaßen groß.

Doch der Hersteller reagierte mit einer guten Strategie. Die Auslieferung wurde gestoppt. Es folgte der Rückruf: Alle A-Klasse Mercedes wurden mit einer breiteren Spur und härteren Federn ausgestattet – und mit einem elektronischen Stabilitätsprogramm ESP.

Auch ESP ist heute wie der Elch-Test eine geläufige Vokabel unter Autofreunden. Seinerzeit setzte Daimler mit dem Sicherheitssystem, das gerade erst beim Flaggschiff S-Klasse eingeführt worden war, Maßstäbe in der Kompaktklasse. Heute kommt kaum mehr ein Modell ohne ESP auf den Markt.

Elch wird zum Maskottchen

Nach dem Rückruf und der Aufrüstung mit ESP ließ sich die A-Klasse im Test nicht mehr kippen.
Nach dem Rückruf und der Aufrüstung mit ESP ließ sich die A-Klasse im Test nicht mehr kippen.
Foto: Hersteller

„Stark ist, wer keine Fehler macht. Noch stärker, wer aus ihnen lernt“, war der Slogan der Mercedes-Werbekampagne, die auf das Elch-Test-Debakel folgte. Der Rest ist Geschichte: Die A-Klasse wurde ein voller Erfolg und der kleine Elch über die Jahre hinweg zu einer Art Maskottchen des Modells – ob als Aufkleber am Heck oder als Stofftier am Rückspiegel.

Der Elch schaffte es sogar in die offizielle Präsentation der neuen A-Klasse auf dem Genfer Salon 2012. Hinter Daimler-Chef Dieter Zetsche lugte ein Comic-Elch auf einer Video-Wand aus dem Wald.

Audi 5000 in den USA

Andere Hersteller haben im Rückblick auf ihre Rückrufe weniger zu lachen. In diesem Zusammenhang immer wieder als abschreckendes Beispiel zitiert wird die Geschichte des Audi 5000 in den USA. Mitte der 80er Jahre kam es bei Automatikfahrzeugen der US-Version des Audi 200 immer wieder zu Unfällen nach ungewollter Beschleunigung.

Ein Konstruktionsfehler war nicht nachzuweisen, daher zögerte der Hersteller zunächst mit einem Rückruf. Schließlich wurde bei zwei großen Rückruf-Aktionen der Teppich im Fußraum befestigt und die Pedale wurden versetzt, um ein gleichzeitiges Treten von Gas und Bremse auszuschließen.

Doch die US-Medien rollten über Audi hinweg, allen voran das meinungsmächtige CBS-Nachrichtenmagzin „60 Minutes“. Für über zehn Jahre sollten die Verkaufszahlen in den USA das Niveau vor der Krise nicht mehr erreichen. (dmn, qui)

Lesen Sie in unserer Bildergalerie mehr über Rückruf-Aktionen der Autohersteller.

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