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Auto
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27. August 2012

Dacia Dokker bis Skoda Rapid: Günstige Neuwagen für Preisbewusste

Der neue Seat Toledo soll für unter 14.000 Euro auf den Markt kommen. Wir zeigen Ihnen weitere Autos für Sparfüchse.Foto: dpa

Wertvolle Autos haben Konjunktur. Das ist aber nur die eine Seite der Medaille. Denn neben teuren Limousinen und potenten Sportwagen stehen billige Modelle hoch im Kurs. Auf die Premium-Offensive folgen nun viele preiswerte Neuheiten.

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20 Prozent Preisanstieg in zehn Jahren: Neuwagen werden immer teurer. Haben die Deutschen 2001 für ein neues Auto noch 21.019 Euro ausgegeben, investieren sie nach einer Analyse des Center of Automotive Research an der Universität Duisburg-Essen mittlerweile durchschnittlich 25.893 Euro.

„Die Autopreise sind in den letzten Jahren so stark gestiegen, dass sich viele Menschen die neuen Modelle der gehobenen Hersteller privat gar nicht mehr leisten können“, sagt Prof. Franz-Rudolf Esch vom Automotive Institute for Management in Wiesbaden.

Für Mercedes & Co. sei das ein lösbares Problem, weil Dienstwagen- und Firmenkunden diese Lücken weitgehend schließen. Doch breiter aufgestellte Konzerne wie Volkswagen und Renault müssten auf die Entwicklung reagieren. Es kommt also nicht von ungefähr, dass in den nächsten Monaten neben zahlreichen neuen Premium-Modellen auch eine ganze Reihe besonders preisgünstiger Fahrzeuge in den Handel rollt.

Der Lada Granta soll als Stufenheck-Limousine für nur 6.900 Euro auf den Deutschen Markt kommen.
Der Lada Granta soll als Stufenheck-Limousine für nur 6.900 Euro auf den Deutschen Markt kommen.
Foto: Hersteller

Dacia bringt Nischenmodelle

Vorreiter der Entwicklung ist Renault-Tochter Dacia, die es laut Esch mit kleinen Preisen zu großem Erfolg gebracht hat: „Die Marke hat bewiesen, dass es nicht immer Premium sein muss, sondern auch Brot-und-Butter-Fahrzeuge mit weniger anspruchsvoller Technik ihren Markt haben.“

Nachdem sie mit Logan, Sandero und Duster vor allem in den großen Segmenten unterwegs war, bringt die Marke jetzt gleich zwei Nischenmodelle: Auf Basis des letzten Renault Scénic gibt es ab September den Lodgy – zum bislang unter den Kompaktvans ungeschlagenen Startpreis von 9.990 Euro. Und als Alternative zum Renault Kangoo kommt zum Herbst für mindestens 8.890 Euro der familienfreundliche Lieferwagen Dacia Dokker. Der Kangoo ist 8.000 Euro teurer.

Ebenfalls mit dem Preis als bestem Argument hält sich Lada auf dem deutschen Markt. Zum Jahreswechsel bringen die Russen ein Modell, das den Namen Granta trägt und dem Hersteller zufolge nur 6.900 Euro kosten soll. Die Stufenhecklimousine ist 4,26 Meter lang und fährt in der Basisversion mit einem 1,6-Liter-Benziner mit 87 PS.

Der Renault Clio Campus wird für 9.990 Euro angeboten. Im Herbst, mit Einführung des neuen Clio, fällt für den Campus der Vorhang.
Der Renault Clio Campus wird für 9.990 Euro angeboten. Im Herbst, mit Einführung des neuen Clio, fällt für den Campus der Vorhang.
Foto: Hersteller

VW-Töchter bedienen Preisbewusste

Angesichts der verschärften Wirtschaftslage besinnen sich aber auch etablierte Marken auf den Preis – allen voran Skoda. Die Marke sei in den vergangenen Jahren zu sehr in Richtung Qualität positioniert worden und habe Kunden an preiswertere Konkurrenten verloren, sagt Prof. Esch.

Auch deshalb bringt die tschechische VW-Tochter den Rapid, der die Lücke zwischen Fabia und Octavia schließen soll. 4,48 Meter lang und groß genug für vier Erwachsene mit Reisegepäck, werde die zum Herbst lieferbare Limousine unter 14.000 Euro starten, heißt es in Unternehmenskreisen. Damit bieten die Tschechen ein Auto fast von der Größe des VW Passat zum Preis eines Polo.

Neben Skoda setzt auch Seat wieder verstärkt auf ein besseres Verhältnis von Preis und Wert. Wenn die spanische VW Tochter über den technisch weitgehend mit dem Rapid identischen Toledo spricht, der ebenfalls zum Jahreswechsel in den Handel kommt, geht es vor allem ums Geld: „Das wird ein schönes Auto zu einem schönen Preis“, kündigt Markenchef James Muir an. Konkrete Zahlen nennt er zwar noch nicht. Doch ähnlich wie der Skoda soll auch der Seat unter 14.000 Euro starten, deuten die Spanier an.

Das Billig-Kleinstauto Tata Nano hat es nicht geschafft, auf dem europäischen Markt Fuß zu fassen.
Das Billig-Kleinstauto Tata Nano hat es nicht geschafft, auf dem europäischen Markt Fuß zu fassen.
Foto: dpa

Alte Generation zum günstigen Preis

Während manche Hersteller neue Autos auf den Markt bringen, um die Preise zu drücken, halten andere einfach länger an alten fest. Fahrzeuge wie der Opel Zafira, der Peugeot 206 oder der Renault Clio werden über den Generationswechsel hinaus einfach weiter gebaut und mit reduzierter Auswahl zu günstigeren Preisen angeboten.

Auch das Beispiel Dacia macht Schule – zumindest im Ausland. Inspiriert vom Erfolg der Billigmarke hat Nissan einen Ableger für Preisfüchse angekündigt und will dafür die Marke Datsun reaktivieren. Allerdings sollen diese Modelle zunächst nur in Schwellenländern und auf Märkten wie Indien oder Russland angeboten werden, teilt das Unternehmen mit.

„Billig alleine ist allerdings kein Erfolgsrezept“, warnt Esch. Auch Kunden, die den gesellschaftlichen und finanziellen Anschluss bei den Premiummarken verloren hätten, legten neben dem guten Preis Wert auf hohe Qualität, viel Platz und klares, aber unauffälliges Design. Wie wichtig solche Faktoren sind, zeigt das Beispiel Tata Nano. Vor vier Jahren wurde er als billigstes Auto der Welt mit großem Tamtam eingeführt. Der umgerechnet 2.000 Euro teure Wagen floppte, wohl weil er außer einer Kiste auf vier Rädern nicht viel zu bieten hat. (dpa, dmn)

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