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25. Juli 2012

Porsche Spyder & Co.: Autos, die es nur in limitierter Auflage gibt

Mit der Rennsportabteilung des Herstellers entwickelt: der auf 2000 Stück limitierte Mini John Cooper Works in der sogenannten Grand-Prix-Edition GP.  Foto: dpa

Individualität spielt auch beim Autokauf eine immer größere Rolle. Deshalb legen viele Hersteller inzwischen gerne streng limitierte Serien auf, die heiß begehrt sind. Die geschickte Marketing-Strategie wird inzwischen auch bei Kleinwagen angewendet.

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Wer zuerst kommt, mahlt zuerst: Mit limitierten Sonderserien versuchen immer mehr Autohersteller den Wettbewerbsgeist unter den Kaufinteressenten zu schüren und so den Absatz ihrer Produkte zu fördern. „Je kleiner die Stückzahl, desto größer der Run“, sagt Nick Margetts vom Marktbeobachter Jato Dynamics in Limburg über den Trend, den vor allem die Hersteller von Luxuslimousinen und Supersportwagen angestoßen haben. So könnten sich auch Hersteller mit kleinerer Modellpalette und Autos mit langen Lebenszyklen in den Schlagzeilen halten, hat Margetts beobachtet.

Ein prominentes Beispiel ist das aktuelle Topmodell von Aston Martin, das seine kleine Stückzahl schon im Namen trägt. Denn der 760 PS starke V12-Sportwagen heißt One-77, weil jedes gebaute Auto, eines von nur 77 geplanten Exemplaren ist. Auch Ferrari hat eine neue Sonderserie angekündigt, die unter den reichen Rasern in China zum Jahr des Drachen manche Kaufentscheidung beeinflussen wird: Die limitierte Auflage des F458 wird mit goldfarbenen Fabelwesen verziert und in chinesischen Schriftzeichen nummeriert. 20 Mal soll es diese China-Version des Italieners geben.

Der Audi R8 GT Spyder ist das Spitzenmodell des Ingolstädter Sportwagens und auf 333 Exemplare limitiert.
Der Audi R8 GT Spyder ist das Spitzenmodell des Ingolstädter Sportwagens und auf 333 Exemplare limitiert.
Foto: Hersteller

Porsche ist der Meister der Sonderserien

In Anlehnung an ein klassisches Modell spielte jüngst bei Porsche die Zahl 356 ein Rolle: Als die letzte Generation des Porsche 911 Cabrio auf der Zielgeraden war, kurbelten die Schwaben den Verkauf des Open-Air-Modells mit einem in nur 356 Exemplaren aufgelegten Speedster an. Und beim 918 Spyder ist der Name in ähnlicher Weise Programm. „918 – mehr Exemplare werden nicht gebaut“, bestätigt ein Sprecher im Zusammenhang mit dem Plug-in-Hybridauto, das bis auf 320 km/h beschleunigt und auf dem Prüfstand einen Verbrauch von 3,0 Litern ermöglicht - zum Preis von je 768.026 Euro.

Bei den Kunden kommt die Verknappung offenbar gut an: „Egal ob Telefonnummern, Kfz-Kennzeichen oder Supersportwagen – solange etwas limitiert ist, geht es bei uns wie geschnitten Brot“, sagt Joseph Tayyar, der in Katar mit Luxusautos handelt. Und in Peking, Moskau oder Berlin sei das nicht anders, sagt Marktbeobachter Margetts. Doch auch wenn der finanzielle Rahmen stimmt – Chancen auf limitierte Luxusautos hat längst nicht jeder zahlungskräftige Interessent. „Man muss oft genug zum elitären Kreis der Super-VIP zählen und die Privatnummer des Firmenchefs kennen, um Aussichten auf eine Exklusivversion des Superwagens zu haben“, sagt Margetts. Denn bis die Ankündigung eines solchen Modells an die Öffentlichkeit dringe, lägen oft schon genügend Bestellungen von guten Kunden vor.

Doch die Hersteller bringen sich mit stark limitierten Serien auch selbst in die Bredouille: So musste Lamborghini im Falle des auf dem Genfer Autosalon vorgestellten Aventador J einige Interessenten verprellen. „Denn das Auto gibt es nur ein einziges Mal“, sagt Lamborghini-Chef Stephan Winkelmann. Dummerweise hatten sich aber mehrere Stammkunden für den 2,1 Millionen Euro teuren Extremsportwagen interessiert. Nur einer bekam den Zuschlag.

Der Porsche 918 Spyder trägt sein Produktionslimit im Namen: Nur 918 Stück werden gebaut.
Der Porsche 918 Spyder trägt sein Produktionslimit im Namen: Nur 918 Stück werden gebaut.
Foto: Hersteller

Höherer Kaufpreis, niedrigerer Wertverlust

Vor solchen Problemen steht Kay Segler, Chef der BMW-Tochter Mini, nicht. Denn bei der britischen Marke sind die Stückzahlen doch ein wenig größer - auch bei den limitierten Sondermodellen, die jedoch gleichermaßen Begehrlichkeiten schaffen sollen. Erreichen will Mini das etwa mit den nach Londoner Stadtteilen benannten Ausstattungsvarianten Mini Bakerstreet oder Mini Bayswater. Oder mit tiefgreifenden technischen Änderungen wie im Fall des sportlichen John Cooper Works GP, der im Herbst in einer 2000er-Serie kommt.

Die Idee vom limitierten und damit exklusiven Sondermodell aus der Welt der Supersportwagen in bodenständigen Preisregionen zu übertragen, versuchen auch andere Hersteller. Ob Mazda MX-5 Senshu in einer Auflage von 200 Exemplaren oder der weltweit 499 Mal gebaute Abarth 695 Maserati Edizione von Fiat: Immer setzen die Hersteller oder Importeure neben der besonderen Ausstattung auf den Reiz der kleinen Zahl und suggerieren dem Kunden damit, dass er ein ganz besonders Auto fährt. Oft allerdings zu einem erhöhten Preis.

Egal ob limitiert oder nicht – mit Blick auf den Wiederverkaufswert sind Sondermodelle in der Regel die bessere Wahl, sagt Restwertexperte Dieter Fess vom Prognoseinstitut B&F in Völklingen. Denn wer bei einem konventionellen Fahrzeug in bestimmten Segmenten bestimmte Extras nicht mitbestellt, mache seinen neuen Wagen schon beim Kauf zu einem künftigen Ladenhüter und müsse später deutliche Preisabschläge hinnehmen. Bei Sonderserien und Editionsmodellen dagegen seien die wichtigsten Extras meist serienmäßig an Bord und im Paket deutlich billiger als einzeln bestellt: „Sie kosten zwar mehr als die Basismodelle, kompensieren dies aber beim Wiederverkauf durch den geringeren Wertverlust.“

In der Bildergalerie zeigen wir die limitierten Sonderserien der Autohersteller. (dpa)

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