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06. November 2012

Renault Alpine und Co.: Die Erben der Auto-Legenden

Renault plant zusammen mit Caterham die Sportwagenschmiede Alpine wiederzubeleben. Neue Modelle werden sich an der 2012 vorgestellten Studie Alpine A110-50 orientieren. Foto: Hersteller

Renault belebt seine Sportwagenschmiede Alpine neu. In Zusammenarbeit mit dem Sportwagenbauer Caterham sollen neue Modelle entstehen und in drei bis vier Jahren marktreif sein. Wir zeigen die Retro-Nachfolger der Auto-Legenden.

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Renault haucht seiner Sportwagen-Tochter Alpine neues Leben ein. Der britische Sportwagenbauer Caterham wird zu 50 Prozent an Alpine beteiligt. Die neuen Sportwagen sollen in der Normandie hergestellt werden, der Heimat der legendären Alpine-Sportwagen. Sie sollen sich an der Studie Alpine A110-50 orientieren, die Renault im Mai 2012 präsentiert hatte. Modelle wie die Lotus Elise, Alfa Romeo 4C oder der Toyota GT86 sind die erklärte Konkurrenz der neuen Sportwagen, die voraussichtlich 2015 oder 2016 auf den Markt kommen sollen.

Der französische Rennfahrer Jean Rédélé hatte 1955 das Unternehmen Alpine gegründet und mit Unterstützung von Renault eigene Sportwagen entwickelt. Eines seiner erfolgreichsten Fahrzeuge war der Alpine A110, auch „blaue Flunder“ genannt. Mit ihr gewann das Werksteam von Renault 1971 die Rallye Monte Carlo sowie die internationale Rallye-Markenmeisterschaft.

Jaguar F-Type beerbt den E-Type

Zu den Highlights des zurückliegenden Pariser Autosalons gehörte zweifellos der neue F-Type von Jaguar. Der Sportwagen wird unter der XK-Baureihe angesiedelt und soll dort gegen den 911er von Porsche antreten. Mit der Studie C-X 16 hatten die Briten bereits auf der IAA einen Vorgeschmack auf den neuen Flitzer gegeben. Die Karosserie besteht aus leichtem Aluminium, die Leistung soll zwischen 250 und 350 PS liegen.

Die britische Traditionsmarke Jaguar hat ein neues Modell präsentiert: den F-Type. Er soll der Nachfolger des legendären E-Type sein.
Die britische Traditionsmarke Jaguar hat ein neues Modell präsentiert: den F-Type. Er soll der Nachfolger des legendären E-Type sein.
Foto: Autonews

Der Antrieb ist nicht wie beim großen Bruder ein V8-Motor, sondern ein V6 mit oder ohne Turboschub. Auch eine Hybrid-Version ist denkbar. Beim Design orientiert sich der 60.000 bis 80.000 Euro teure Sportflitzer an einer automobilen Ikone. So wird der neue F-Type verschiedene Elemente des E-Type aus den 60er-Jahren übernehmen.

Porsche 911 ist der Dinosaurier

Dass sich das Design aus dieser Zeit bewährt hat, zeigt insbesondere der Rivale des neuen F-Type, der Porsche 911. Wie Mercedes G-Klasse, Chevrolet Camaro oder Land Rover Defender gehört er längst zu den Dinosauriern unter den Auto-Legenden. Diese Modelle gab es schon, als es viele Marken wie etwa Hyundai, Kia oder Smart noch gar nicht gab.

Dass diese Modelle noch immer so hoch im Kurs stehen und von Autofans als Legenden geliebt werden, liegt an ihrer speziellen Position im Markt, sagt Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer: „Um solch ein Klassiker zu werden, muss ein Auto etwas haben, das es bei den anderen nicht gibt. Und man muss es als erster haben, um dann auch das Original zu sein“, sagt der Professor der Universität Duisburg-Essen.

Für den Porsche 911 zum Beispiel seien das der typische Sound des Boxermotors im Heck, das Fahrverhalten und vor allem die unverwechselbare Silhouette. „Diese drei Faktoren machen das Auto schier unsterblich“, sagt Dudenhöffer.

Gescheiterter Käfer-Erbe

Legenden das Leben zu verlängern, gelingt allerdings nicht immer, mahnt Dudenhöffer. Als Beispiele nennt er den VW New Beetle. „Der neue Beetle hatte außer der komischen Blumenvase nichts vom Käfer und war nur ein Golf mit unpraktischer Karosse“, sagt er. Was VW allerdings nicht davon abhielt, den Beetle erneut aufzulegen.

Damit ein Auto zur Legende wird, muss es in Dudenhöffers Augen einzigartig sein. Dass ein Modell auch erfolgreiche Nachfolger habe, sei nur möglich, „wenn der Hersteller den Kern bewahrt, während er das Fahrzeug technisch auf dem neuesten Stand hält.“

Nicht jede Legende lässt sich wiederbeleben. Retro-Nachfolger von Ente, Renault 4 oder Citroën DS tauchen dann und wann als Studien auf, gehen aber nicht in Serie. Dabei hätten Klassiker wie Ente und Co. das Zeug zur erfolgreichen Fortsetzung gehabt, „aber bei ihnen wurde die technische Weiterentwicklung versäumt. Eigentlich schade“, sagt Dudenhöffer. Man darf also gespannt sein, ob es Renault gelingt, den Mythos der Alpine-Sportwagen wieder aufleben zu lassen. (dpa, dmn)

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