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11. Dezember 2013

Weihnachtsschmuck im Auto: Die Deko darf nicht stören

Weihnachtsdeko im Auto kann gefährlich werden. Wenn große Sterne, Kugeln, Weihnachtsmänner oder Plastiktannen die Sicht oder die Bewegungsfreiheit des Fahrers einschränken, kann das zu Unfällen führen. Foto: dpa

Der Plastik-Christbaum auf dem Armaturenbrett, Lichterketten an der Windschutzscheibe, ein Nikolaus baumelt am Rückspiegel – im Advent wird manches Auto zum Weihnachtsschlitten. Doch längst nicht jede Deko ist erlaubt oder sinnvoll.

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Ins Scharnier der Sonnenblende ist ein Engelchen eingehakt, und auf dem Handschuhfach dreht sich zu Jingle Bells eine Mini-Kunsttanne: Ob solche Gimmicks im Auto die Vorfreude aufs Fest verstärken, darüber lässt sich streiten. Über die Rechtslage allerdings nicht – laut Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) ist längst nicht alles erlaubt, was gefällt.

Besonders schwierig ist die Beleuchtung: Lichter, die nur Dekoration sind, seien im oder am Auto grundsätzlich nicht erlaubt, warnt Philip Puls vom TÜV Süd. Wer mit einem weihnachtlich ausgeleuchteten Auto unterwegs ist, müsse sogar 20 Euro Bußgeld bezahlen, ergänzt Rainer Hillgärtner vom Auto Club Europa (ACE).

Bußgeld für Lichtverstöße

Seit 2003 gebe es das Gesetz, das Lichtverstöße mit Bußgeld ahndet, sagt Hillgärtner. „Im Sinn hatte man damals aber eher die Lkw-Fahrer. Die Kapitäne der Landstraße sind nämlich dazu übergegangen, ihre Fahrerhäuser auszuleuchten mit Blaulichtstrahlern, Weihnachtsbäumen und rundum beleuchteter Frontscheibe“, erläutert Hillgärtner. Das habe andere Verkehrsteilnehmer irritiert. Doch auch für den Fahrer selbst ist die Situation ungewohnt: Die Lichter können zum Beispiel beim Schulterblick irritieren. „Das kann die entscheidende Sekunde Aufmerksamkeit sein, die man braucht, um einen Unfall zu verhindern.“, sagt Hannelore Herlan von der deutschen Verkehrswacht.

Bei 20 Euro Bußgeld bleibt es in solchen Fällen längst nicht immer. Wenn wegen der weihnachtlichen Blinklichter am Wagen ein Unfall passiert, haftet der Fahrer eventuell – und dann wird es erheblich teurer.

Problematisch ist aber nicht nur die Beleuchtung: „Je nach Auto kann so eine Tanne rechts außen auf dem Armaturenbrett schon mal einen ganzen Fußgänger verdecken“, gibt Arnulf Thiemel vom ADAC Technikzentrum zu bedenken. Überhaupt lassen Fahrer von größeren Dekorationselementen besser die Finger: Vom Innenspiegel sollte kein Weihnachtsmann baumeln, der einen vom Umfang her regelrecht erschlägt, ergänzt Hillgärtner.

Auch Hannelore Herlan warnt: „Bei einer Vollbremsung können Gegenstände wie Geschosse durch das Auto fliegen.“ Selbst Stofftiere können gefährlich sein, wenn sie bei einem Fahrmanöver in den Fußraum des Fahrers fallen und unter die Pedalen geraten.

Das Auto ist kein Wohnzimmer

Mit Tipps für Fahrer, die partout nicht auf Adventsschmuck im Auto verzichten wollen, tun sich die Experten schwer. „Das Auto ist nun mal kein Wohnzimmer, sondern man sollte sich auf den Verkehr Konzentrieren“, findet Thiemel. Ein Kompromiss seien aber zum Beispiel Sonnenblenden für Kinder, die sich mit Gummisaugern an den Seitenscheiben befestigen lassen. Die gebe es auch mit Weihnachtsmotiven.

Auch Sitzbezüge mit passenden Motiven seien unproblematisch – aber nur, solange sie eine Freigabe für Sitze mit Seitenairbag haben, falls das Auto einen solchen hat, sagt Thiemel. Auch die Frontscheibenabdeckung gegen Frost gebe es in der Festversion. „Dann kann man da ja seine Freude dran haben.“ (dpa, qui)

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