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Abenteuer-Tour im VW-Oldie: Im Käfer nach China

Auf sie warten Schlaglöcher in Litauen, schlechte Straßen in Russland und Sandverwehungen in der Wüste Gobi. Doch trotz mannigfacher Risiken hat Richard Hausmann nicht eine Minute bei der Vorbereitung seines Abenteuer-Projekts gezögert.

Die Teilnehmer der Erlangen-Beijing-Rallye starten am 30. Juli mit sechs alten VW-Käfern von Erlangen zu einer 11 000 Kilometer langen Reise nach Peking.
Die Teilnehmer der "Erlangen-Beijing-Rallye" starten am 30. Juli mit sechs alten VW-Käfern von Erlangen zu einer 11 000 Kilometer langen Reise nach Peking.
Foto: Foto: dpa

Erlangen. Auf sie warten Schlaglöcher in Litauen, schlechte Straßen in Russland und Sandverwehungen in der Wüste Gobi. Doch trotz mannigfacher Risiken hat Richard Hausmann nicht eine Minute bei der Vorbereitung seines Abenteuer-Projekts gezögert.

Hausmann und sein Team starten am Donnerstag (30. Juli) mit sechs alten VW-Käfern von Erlangen zu einer 11 000 Kilometer langen Reise nach Peking. Innerhalb eines Monats wollen sie die chinesische Hauptstadt erreicht haben - möglichst ohne Unfall und Pannen. Denn die Tour stellt für die Fahrer und ihre Oldtimer einen Härtetest dar.

Die Idee zu der ungewöhnlichen Fahrt hatte Richard Hausmann schon länger. Er leitet die China-Dependance des Elektrokonzern Siemens und lebt seit mehr als vier Jahren in Peking. Die Route Deutschland- China hatte er schon oft mit dem Flugzeug zurückgelegt. "In den vergangenen Jahren bin ich die Strecke mehr als 50 Mal geflogen. Nun wollte ich diese Entfernung einmal auf dem Landweg erfahren. Für mich war es seit jeher ein Traum, diese Distanz mit einem meiner VWs zu überwinden", erzählt Hausmann, der ein begeisterter Sammler alter VW- Käfer ist.

Zwei besondere Exemplare seiner Oldtimersammlung stellt er für dieses Event zur Verfügung. In einem davon fährt Hausmann selbst mit - einem VW-Käfer Baujahr 1949, der damit im Gründungsjahr der Bundesrepublik Deutschland und der Volksrepublik China vom Band gelaufen ist. "Die beiden Jubiläen gaben den Ausschlag, diesen Traum mit einem meiner Volkswagen zu realisieren, der ebenfalls 60 Jahre alt ist", erklärt Hausmann.

Sein 15-köpfiges Team für die Tour nach Peking hat Hausmann größtenteils mit Hilfe von Mundpropaganda zusammengesucht. Darunter finden sich die unterschiedlichsten Leute: Ein Rentner, zwei Ärzte, ein 18-jähriger Abiturient mit seinem Vater und unter anderem ein Restaurationsspezialist für VW. Zwei Begleitfahrzeuge versorgen die Käfer mit Ersatzteilen. Außerdem ist ein Dokumentarfilmer dabei, um auf der Tour mit der Kamera Eindrücke zu sammeln.

Rainer Diehl, der selbst mitfährt, weiß, dass es bei den Zweier-Teams in den Käfern auf harmonische Zusammenarbeit ankommt. "Da kann es schon mal zu Reibereien kommen, wenn man von morgens bis abends durchfährt", sagt der VW-Fan. Er und sein Mitfahrer Bernd Boesenberg kennen sich allerdings bereits seit vielen Jahren und legen auch selbst gerne Hand an ihrem Fahrzeug an.

Er und Boesenberg haben Anfang Juli eine zweitägige Testfahrt in die Alpen unternommen um dort die Belastbarkeit und Sicherheit ihres 1956 gebauten VW-Käfers zu prüfen. Über das Ergebnis der Probetour zeigen sie sich sehr zufrieden und fühlen sich jetzt bereit für eine längere Fahrt. Die wird die Teilnehmer der "vintage-volkswagen- challenge-2009", wie Hausmann das Abenteuer getauft hat, über Polen, Litauen, Lettland, Russland und die Mongolei bis zur Deutschen Botschaft in Peking/China führen. "Bei Tagesetappen mit teilweise über 600 Kilometern bleibt da keine Zeit mehr für Sightseeing", gibt Diehl zu Bedenken.

Schlafen wollen die 15 Abenteurer größtenteils in Hotels. "In der Wüste Gobi geht das natürlich nicht, da haben wir Zelten geplant." Für das viele Gepäck wurden extra die Rückbänke der Käfer ausgebaut, damit mehr Stauraum für Zelte, Kleidung und Proviant bleibt. In den vergangenen Wochen war viel Zeit für die Vorbereitung des Projekts drauf gegangen. "Unser aller Ziel ist es, nach 30 Tagen wohlbehalten in Peking anzukommen, ein unvergessliches Erlebnis hinter uns und möglichst wenig der mitgeschleppten Ersatzteile verbraucht zu haben", fasst Hausmann zusammen. (dpa)

Datum:  29 | 7 | 2009
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