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Auto
Hier lesen Sie Auto-Nachrichten. Welche Neuheiten zeigt die nächste Auto-Messe? Was sagt der jüngste ADAC-Test? Welche Tipps helfen beim Autokauf?

06. Juni 2012

Autodiebstahl: So machen Sie es Dieben schwer

Achtung, Langfinger: Wir sagen Ihnen, was Sie tun können, um Dieben ihr Handwerk schwer zu machen. Foto: dpa

Die Zahl der Autodiebstähle in Deutschland ist gestiegen und Experten gehen davon aus, dass keine Gelegenheitsdiebe am Werk sind, sondern organisierte Banden. Mit technischen Hilfen können Fahrer die Langfinger ausbremsen.

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Insgesamt wurden 2011 in Deutschland 35.564 Pkw als gestohlen gemeldet. Davon sind 19.318 nicht wieder aufgetaucht - das sind 22,5 Prozent mehr als 2007. Das geht aus einem internen Lagebericht für die Innenministerkonferenz hervor, die derzeit im mecklenburgischen Göhren-Lebbin tagt.

Hundertprozentigen Schutz vor Autodieben gibt es nicht. Fahrzeugbesitzer können Kriminellen die Arbeit aber möglichst schwermachen, sagt Arnulf Thiemel vom ADAC Technik Zentrum. „Wichtig ist, dass es für Diebe unrentabel wird, ein Auto zu klauen - zum Beispiel weil das Überwinden der Sicherung zu auffällig ist oder zu lange dauert.“

Lesen Sie hier Tipps, wie Sie sich gegen Autodiebstahl schützen können:

Die Lenkradkralle ist eine zusätzliche Sicherheit, aber kein Mittel gegen professionelle Diebe.
Die Lenkradkralle ist eine zusätzliche Sicherheit, aber kein Mittel gegen professionelle Diebe.
Foto: dpa

Mechanische Sicherungen

Eine Möglichkeit der zusätzlichen Sicherung ist zum Beispiel die Lenkradkralle, erklärt Thiemel: „Das ist allerdings unkomfortabel, weil die Krallen schwer und unhandlich sind und man sie jedes Mal beim Verlassen des Fahrzeugs anbringen muss.“

Erfahrene Autodiebe wissen, wie sie die Kralle umgehen können: „Gegebenenfalls werden die Fahrzeuge einfach gleich auf einen Hänger verladen.“

Neben der Lenkradkralle gibt es abschließbare Schaltsperren für den Schalt- oder Automatikwählhebel. Auch ein massiver Stahlbügel an einem Vorderrad, der am Wegfahren hindert,  kann ein zusätzlicher Schutz sein gerade für Langzeitparker oder Camper.

Auch teure Felgen können mit speziellen Sperrschrauben gegen Diebstahl geschützt werden. Allerdings sollte man für den Fall einer Reifenpanne den passenden Schraubenschlüssel immer dabei haben.

Die Kriminalprävention der Polizei stellt auf ihrer Webseite eine Liste mit empfohlenen Sicherungssystemen bereit.

Elektronische Sicherungen

Alarmanlagen haben in der Regel drei Möglichkeiten, um einen Diebstahl oder ein Abschleppen des Fahrzeugs zu registrieren: Bewegungsmelder im Innenraum, Kontakt-Sensoren an Türen und Motorhaube und Sensoren, die eine Neigung des Autos feststellen. Bei Alarmanlagen, die ab Werk von den Herstellern angeboten werden, fehlt oft die Neigungsüberwachung. Sie kann aber nachgerüstet werden.

Eine häufige zusätzliche Sicherung ist ein kleiner, versteckter Schalter im Auto, mit dem die Spritzufuhr unterbrochen wird. Wenn der Dieb nach einigen Metern Fahrt liegenbleibt, wird er sich gegebenenfalls nicht die Zeit nehmen, nach dem Schalter zu suchen.

Diebe überlisten Wegfahrsperren

Standard in neuen Autos ist inzwischen die elektronische Wegfahrsperre. Diebe können solche Sperren aber überwinden, erklärt Thiemel: „Deshalb ist es wichtig, dass immer die neueste Technologie verwendet wird.“ Da seien vor allem die Hersteller gefragt - Autobesitzer können ihre Wegfahrsperren in etwas älteren Fahrzeugen meistens nicht nachträglich aufrüsten.

Wenn jemand die Autotür knackt, kann eine Alarmanlage mit Kontaktsensor helfen.
Wenn jemand die Autotür knackt, kann eine Alarmanlage mit Kontaktsensor helfen.
Foto: dpa

Die Erfahrung zeigt aber, dass viele Fahrzeugdiebe per Notebook auch moderne Wegfahrsperren aushebeln können. Denn die Diebe sind heute nur noch selten Gelegenheitstäter, die spontan ein Auto mitnehmen, erklärt Hans-Georg Marmit von der Sachverständigenorganisation KÜS. „Das sind gut organisierte Banden mit moderner technischer Ausrüstung und viel Know-how.“ Zudem gibt es nur wenige Zulieferer, die elektronische Wegfahrsperren herstellen. In unterschiedlichen Modellen verschiedener Automarken steckt deshalb oft dasselbe System.

Alarmanlagen mit GPS

Satellitengestützte Alarmanlagen können feststellen, ob ein Auto bewegt wird und geben dann einen sogenannten stillen Alarm an den Besitzer. Technikexperte Thiemel rät eher zu einer fest installierten Variante: „Bei der mobilen Variante ist der Akku eventuell genau dann leer, wenn ich sie brauche.“ Außerdem hat eine fest installierte Alarmanlage in der Regel besseren Empfang.

Solche Sicherungen können gegen Aufpreis direkt beim Neukauf eines Fahrzeugs eingebaut werden, lassen sich aber auch nachrüsten. Fällt das Auto in die Hände einer Diebesbande, hilft ein solches System aber nur wenig. Denn die demontieren das Fahrzeug oft schon kurz nach dem Diebstahl und entfernen dabei die Alarmanlage, erklärt Hans-Georg Marmit.

Die Kriminalprävention der Polizei stellt auf ihrer Webseite eine Liste mit empfohlenen GPS-Ortungssystemen bereit.

Garagenwagen sind sicherer

Allerdings muss ohnehin nicht jeder Autobesitzer sein Auto zur Festung umbauen. „Es gibt verschiedene Stufen des Diebstahlschutzes“, sagt ADAC-Experte Thiemel. „Das hängt zum Beispiel davon ab, ob das Auto in der Öffentlichkeit oder relativ gut geschützt in einer privaten Garage steht.“

Besonders groß ist das Diebstahlrisiko dem Lagebericht zufolge im Osten Deutschlands, aber auch in Hamburg, Hannover und Teilen von Nordrhein-Westfalen. Außerdem werden bestimmte Fahrzeugtypen öfter gestohlen als andere, sagt Arnulf Thiemel: „Das sind oft Geländewagen, gut ausgestattete Oberklasse-Limousinen oder andere Luxusfahrzeuge, Sportwagen zum Beispiel.“

Der Schlüssel zum Auto ist bei Dieben begehrt. Er deaktiviert meist auch Wegfahrsperre und Alarmanlage.
Der Schlüssel zum Auto ist bei Dieben begehrt. Er deaktiviert meist auch Wegfahrsperre und Alarmanlage.
Foto: dpa

Schlüssel abziehen

Wenn das Auto nicht daheim in der Garage steht, sollte folgendes beachtet werden:  Bei längerem Parken sollte das Auto möglichst an einem gut beleuchteten Platz stehen. Auch bei kurzem Verlassen des Fahrzeugs, zum Beispiel an der Tankstelle, sollte der Zündschlüssel abgezogen werden sowie Fenster und Türen geschlossen sein. Beim Abschließen des Autos werden in der Regel die Alarmanlage und elektronische Wegfahrsperre aktiviert – aber ein prüfender Blick schadet nicht.

Es gilt als grobe Fahrlässigkeit, wenn der Autoschlüssel beim Verlassen des Fahrzeugs noch steckt oder der Schlüssel beziehungsweise ein Ersatzschlüssel im Auto liegt. Das ist ärgerlich, denn Kfz-Versicherungen zahlen nicht, wenn ein Gericht feststellt, dass der Versicherte grob fahrlässig gehandelt hat.

Auch Wertgegenstände im Innenraum können Diebe reizen. Grundsätzlich sollten Wertsachen und wichtige Dokumente, Portemonnaie, Haustürschlüssel und Co. nicht im geparkten Auto liegen -  auch nicht im Kofferraum.

Was tun nach einem Diebstahl?

Sie sollten den Diebstahl umgehend der Polizei melden. Mit dem Diebstahlprotokoll der Polizei wenden Sie sich dann innerhalb einer Woche schriftlich an Ihre KfZ-Versicherung. Bei finanzierten oder geleasten Autos muss auch der Leasinggeber oder die Bank schriftlich benachrichtigt werden.

Schicken Sie der Versicherung alle angeforderten Unterlagen wie Fahrzeugbrief und -schein, Kaufvertrag und verbliebene Schlüssel. Füllen Sie den Fragebogen der Versicherung wahrheitsgemäß aus. Auch Ihre Angabe zur Laufleistung des Fahrzeugs muss stimmen..

Weitere Informationen zu Autodiebstählen und wie man sich schützen kann finden Sie in den Polizei-Merkblättern „Diebstahl von und aus KfZ“ sowie „Bremsen Sie Diebe rechtzeitig aus!“.

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