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30. November 2015

Er bekämpft Erdstrahlen: Kann Wunderheiler Helmut Gebert Unfälle verhindern?

Wunderheiler Helmut Gebert ist davon überzeugt, dass er Unfälle verhindern kann.  Foto: Privat

Helmut Gebert ist Heiler von Beruf. Die Gemeinde Willmering in Bayern war von seinen Kräften derart überzeugt, dass sie den 47-Jährigen beauftragte, die Unfallserie auf der Bundestraße 22 zu bekämpfen.

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Die Bundesstraße 22 führt von Würzburg bis nach Cham in Ostbayern und ist rund 300 Kilomter lang. Immer wieder kam es in der Vergangenheit zwischen der Abfahrt Cham-Kaserne und Elsing zu schweren Unfällen. Es gab mehrere Tote und Verletzte.

Die betroffene Gemeinde Willmering im bayrischen Landkreis Cham wollte nicht länger zugucken und griff zu einer sehr unkonventionellen Methode. Statt etwa den Straßenverlauf zu begradigen oder das Tempolimit herabzusetzen, holte man sich Rat von Wunderheiler Helmut Gebert (47), der damals noch in der der Gemeinde wohnte: „Der Bürgermeister kennt mich gut und er hat mich angesprochen. Er sagte schließlich, wir hätten nichts zu verlieren, außer noch ein Menschenleben“, erinnert sich Gebert.

Die Erstrahlen gelangen ins Auto

Gebert war und ist sich sicher: Die Unfälle passieren, weil die Autofahrer durch Erdstrahlungen abgelenkt werden. „An dieser Stelle, wo es zu den Unfällen kam, verlaufen mehrere Wasseradern, in Verbindung mit den Mobilfunkmasten dort erhöhen sich die Strahlungen“, erklärt der Rutengänger.

Drei dieser Konstruktionen wurde in drei Holzkästen über der B22 aufgehängt.  Foto: Privat

Das Auto sei normalerweise ein Faradayscher Käfig (eine geschlossene Hülle, die als elektrischer Leiter dient), aber diese Art von Strahlen würden ins Wageninnere gelangen, so Gebert. „Die Strahlungen führen zu Ablenkungen bis hin zu Sekundenschlaf. Natürlich spielt auch die Verfassung der Autofahrer ein Rolle, wenn sie ohnehin übermüdet sind, geht es noch schneller.“

Wie es funktioniert? Betriebsgeheimnis.

Nach einer längeren Debatte im Stadtrat erhielt der 47-jährige Heiler schließlich den Auftrag. „Ich habe die Stellen aufgespürt, wo die Wasserläufe unterirdisch verlaufen. Dort verlaufen die Strahlungen senkrecht zum Universum“, gibt sich der 47-Jährige sicher. „Dazu laufe ich mit einer Rute die Straße ab, mittlerweile brauche ich aber eigentlich keine Rute mehr. Ich spüre die Punkte auch so, ich merke es dann in der Hand, es kribbelt oder ich bekomme einen leichten Kopfschmerz.“

Helmut Gebert hält eine kleine und eine große Energiescheibe in den Händen, welche für 36 Euro und 350 Euro gefährliche Strahlungen neutralisieren sollen.  Foto: Privat
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Nachdem er die Stellen mit der größten Strahlung ausfindig gemacht hatte, ging es darum, die Strahlen unschädlich zu machen. „Ich habe die Strahlungen neutralisiert. Dafür muss man eine Art Antenne installieren, die die Strahlungen abfängt. Das Gerät besteht aus einer Kugelantenne und einer Schüssel, in der Leitungen verlaufen“, erklärt Gebert. Wie genau aber seine Erfindung funktioniere, sei sein Betriebsgeheimnis.

1800 Euro und Gratis-Kritik

Die „Antennen“ wurden in drei Holzkästen gepackt und in Bäumen in einer Höhe von vier bis fünf Metern – wichtig sei es, dass sie über den Köpfen der Autofahrer hingen – installiert. Pro „Antenne“ mussten 350 Euro hingelegt werden, insgesamt zahlte die Gemeinde rund 1800 Euro für die Befreiung von Erdstrahlen.

Immerhin, seit der Installation der Kästen vor rund sechs Jahren kam es auf der Strecke zu keinen tödlichen Unfällen mehr. Auch für die B20 im Landkreis Cham, auf der es innerhalb weniger Wochen zu mehreren schrecklichen Unfällen kam, wird eine ähnliche Lösung bereits diskutiert.

Naturwissenschaftler und Verkehrsexperten haben dennoch ihre Zweifel an Geberts Methode. „Bei dem Kasten handelt es sich um Hokuspokus. Das Thema Verkehrssicherheit ist zu ernst, um solche pseudo-wissenschaftlichen Methoden anzuwenden und auf Wunderheiler zu vertrauen. Ein wissenschaftlicher Beweis lässt sich nicht führen. Die Gemeinde sollte ihr Geld sinnvoller einsetzen und nicht auf Wunderheiler setzen“, rät Constantin Hack vom Auto Club Europa (ACE). Der ADAC wollte sich auf Anfrage zu diesem Thema lieber nicht äußern.

Gebert hingegen gibt sich überzeugt: „Es kann überall wirken, auch im Stadtverkehr oder an Brücken. Es verhindert Ablenkung, Sekundenschlaf und schafft eine Grundharmonie.“ Zumindest, wenn man daran glaubt...

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