Beim Autokauf haben sowohl Käufer als auch private Verkäufer einiges zu beachten, damit der Wagen reibungslos den Besitzer wechselt. Foto: ADAC
Wer ein gebrauchtes Auto kaufen oder verkaufen will, sollte einiges beachten. Wie biete ich meinen Wagen als Verkäufer an? Wie prüfe ich als Kunde, ob unter dem glänzenden Blech technische Mängel stecken?
Eine tadellose Optik bedeutet nicht, dass ein Auto technisch top in Schuss ist. Viele Mängel lassen sich auch ohne Schrauberwissen aufspüren – wenn man weiß, wo zu suchen ist. Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen.
Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden: Finger weg – er könnte etwas verbergen wollen.
Tipps für den Verkauf von Gebrauchtwagen
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Tipps für den Verkauf von Gebrauchtwagen
Aufbereitung lohnt sich
Mehr als die übliche Fahrt in die Waschstraße und das Aussaugen am Münzautomaten ist vor dem Verkauf allerdings schon geboten. Während das gründliche Putzen auch selbst erledigt werden kann, lohnt je nach Restwert des Autos eine Reinigung durch spezialisierte Firmen. Für eine Komplettaufbereitung müssen je nach Aufwand 200 bis 300 Euro eingeplant werden. Auch ein Besuch beim Beulendoktor kann den Verkaufswert erheblich steigern.
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Guter Allgemeinzustand
Zu einem guten Gesamteindruck des Fahrzeugs trägt laut dem Auto Club Europa (ACE) bei, wenn Luftdruck sowie Öl- und Kühlwasserstand stimmen. Ein bisschen Patina könne aber auch nicht schaden: Zum Beispiel etwas verbleibender Schmutz unter Fuß- oder Kofferraummatten zeige, dass dort keine Pfütze trockengelegt wurde.
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Verkaufspreis ermitteln
Neben der Pflege gilt es, einen realistischen Verkaufspreis für das Auto zu ermitteln. Online-Verkaufsportale sowie die Schwacke-Liste liefern eine Orientierung. Da Sonderausstattungen und Zustand dabei nicht berücksichtigt werden, hilft bei der Preisermittlung auch die Fachwerkstatt weiter. Sein Auto an einen Händler zu verkaufen, verläuft vielleicht routinierter, hat aber oft den Nachteil einer geringeren Verkaufssumme. Denn der Händler will den Wagen ja mit Gewinn weiterverkaufen.
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Dokumente schaffen Vertrauen
Über den technischen Zustand sollte der Verkäufer Interessenten mit Dokumenten aufklären. Für das Verkaufsgespräch stellt er am besten Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief sowie Bescheinigungen über erfolgte Haupt- und Abgasuntersuchungen zusammen. Auch die Vorlage von Wartungs- und Reparaturrechnungen schafft Vertrauen beim Interessenten. Bei Unfallschäden ist er sogar zur Mitteilung verpflichtet.
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Gutachten einholen
Da vor allem bei älteren Fahrzeugen das Checkheft nicht immer lückenlos sein wird, bietet sich ein Gebrauchtwagengutachten an, das Automobilclubs und Sachverständigenorganisationen wie TÜV oder Dekra ab rund 50 Euro anfertigen.
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Probefahrt und Haftung
Verweigert der Verkäufer dem Interessenten die Probefahrt, wird dieser schnell Abstand vom möglichen Kauf nehmen. Also sollte man den Käufer ans Steuer lassen, allerdings nicht ohne dessen Führerschein gesehen zu haben. Um Komplikationen mit der Versicherung zu vermeiden, falls es bei der Probefahrt knallt, empfiehlt sich den Automobilclubs zufolge eine Vereinbarung zum Haftungsausschluss. Vordrucke dafür stellen ADAC und ACE auf ihren Webseiten bereit.
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Gewährleistung ausschließen
Grundsätzlich sollten private Verkäufer das Fahrzeug unter Ausschluss der Sachmängelhaftung und der Gewährleistung verkaufen, raten die Automobilclubs. Werde dies versäumt, unterliege der Verkäufer der gesetzlichen, zweijährigen Gewährleistungspflicht. Nur wirksame Ausschlussklauseln schützten vor unerwünschten Reklamationen. Kaufvertragsvordrucke mit einem entsprechenden Passus gibt es bei Autoclubs.
Foto: Screenshot www.adac.de
Regeln bei der Übergabe
Für die Übergabe gibt es auch ein paar Regeln: Schlüssel und Papiere, vor allem der Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) als Besitzurkunde, sollten nur aus der Hand gegeben werden, wenn der Kaufpreis in voller Höhe, am besten in bar, gezahlt wurde. Verkäufer, die auf Nummer sicher gehen, melden ihr Fahrzeug vor dem Verkauf selber ab und kommen mit einer Tageszulassung zur Übergabe.
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Zu viel Glanz schafft Misstrauen
Zu viel Glanz weckt das Misstrauen beim potenziellen Käufer. Wer zum Beispiel die Reifenwände mit Silikonspray fast in eine Spiegeloberfläche verwandelt, könnte in den Verdacht geraten, Mängel vertuschen zu wollen. Auch ein speckig glänzendes Cockpit ist bei Käufern ungern gesehen – und eine Motorwäsche wird als Versuch ausgelegt, Leckagen zu verbergen.
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Unterschiedliche Spaltmaße an der Haube oder den Türen können ein Hinweis darauf sein, dass der Gebrauchte einen Unfall hinter sich hat. Auch Rost um die Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum kann ein Indiz dafür sein. Matte oder farblich abweichende Stellen im Lack sind ebenfalls Hinweise auf vorangegangene Schäden.
Ein möglichst lückenlos geführtes Scheckheft und die Prüfberichte von Haupt- und Abgasuntersuchung geben Aufschluss über den technischen Zustand des Autos. Auch der Fahrzeugbrief kann ein Indiz sein: Häufige Besitzer-Wechsel innerhalb eines kurzen Zeitraums können auf ein Auto hinweisen, das oft Probleme bereitet hat.
Tipps für Gebrauchtwagenkäufer
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Tipps für Gebrauchtwagenkäufer
Fahrzeugbesichtigung
Ist ein passender Gebrauchter gefunden, beginnt die Mängelsuche mit einem Rundgang ums Auto. Unterschiedliche Spaltmaße an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen können auf einen Unfallschaden hinweisen. Gleiches gilt, wenn das auf den Scheinwerfern angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt – dann wurden sie schon einmal ausgewechselt.
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Papiere prüfen
Im Serviceheft sollte die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert sein. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten auf ein Montagsauto hindeuten. Mehr als zwei Halter in fünf Jahren sind verdächtig.
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Blick unter die Haube
Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.
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Rostsuche
Um Korrosionsschäden auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit den Fingern lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Riecht es im Wagen muffig, sollte im Fußraum nach feuchten Stellen gesucht werden.
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Lack-Check
Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichte-Messung in einer Werkstatt Klarheit schaffen.
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Systemtest
Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen – von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis hin zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen.
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Probefahrt
Mal eben eine Runde ums Haus zu drehen, reicht nicht aus. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Laute Fahrgeräusche, aber auch eine verzogene Spur oder defekte Stoßdämpfer machen sich oft erst bei höherem Tempo bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.
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Tachostand
Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft oder auf dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber können auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben.
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Kaufvorbereitung
Klare Vorstellungen von Modell, Baujahr und Preis erleichtern die Suche nach einem guten Gebrauchten. Bei der Vorauswahl bieten Autotests auf den Webseiten der Fachpresse und Erfahrungsberichte in Foren wie „Motor-Talk“ oder „Autoplenum“ Hilfe. Welche typischen technischen Schwächen einzelne Modelle haben, lässt sich zum Beispiel in der Pannenstatistik auf der ADAC-Homepage oder im TÜV-Report-Heft nachlesen.
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Auch für den privaten Verkäufer gilt es, einiges zu beachten. Einerseits will der Kunde ein top-gepflegtes Auto sehen, andererseits erweckt übertriebene Reinlichkeit oft Misstrauen. Wer etwa die Reifenwände mit Silikonspray fast in eine Spiegeloberfläche verwandelt, kann laut Bundesverband Fahrzeugaufbereitung (BFA) in den Verdacht geraten, Mängel vertuschen zu wollen. Auch ein Cockpit, das vor Pflegespray glänzt wie eine Speckschwarte, ist bei Käufern ungern gesehen.
Automobilklubs raten allgemein, ein Auto vor dem Weiterverkauf grundlegend aufzubereiten. Gemeint ist damit mehr als die übliche Fahrt in die Waschstraße und das folgende Aussaugen am Münzautomaten. Je nach Restwert des Fahrzeugs kann sich auch eine Reinigung durch Profis lohnen. Eine Intensivpflege bieten Autohäuser und Aufbereitungsfirmen an.
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Online-Autokauf: Das sind die Tricks der Betrüger
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Online-Autokauf: Das sind die Tricks der Betrüger
2. Vorsicht vor digitalen Fälschungen
Unzuverlässig sind Zulassungsbescheinigungen oder amtliche Dokumente per Mail. Sie können leicht digital gefälscht werden. Man sollte sich die Unterlagen daher unbedingt per Post schicken lassen.
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3. Kennzeichen unkenntlich machen
Keinesfalls sollten beim Verkauf eines Fahrzeugs Informationen zum Versicherungsverhältnis herausgegeben werden. Auf Fotos, die ins Internet gestellt werden, sollte das Kfz-Kennzeichen unkenntlich gemacht werden.
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4. E-Mail-Verkehr prüfen und aufheben
Vorsicht beim Versand einer Kaufvertragsbestätigung per E-Mail. Diese hat im Zweifelsfall Bestand vor Gericht. Daher sollte mit Antworten auf unaufgeforderte E-Mails potenzieller Interessenten sehr achtsam umgegangen werden. Es wird empfohlen, in den E-Mails den vollständigen Sachverhalt und den Grund für die E-Mail zu schildern und den gesamten E-Mail-Verkehr zwischen Verkäufer und dem Interessenten aufzubewahren.
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5. Misstrauen bei fehlender Telefonnummer
Misstrauen ist immer angesagt, wenn ein Verkäufer nur per E-Mail erreichbar ist und er keine Telefonnummer angegeben hat.
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6. Keine Passwörter weitergeben
Mit so genannten „Phishing-Mails“ versuchen Betrüger an vertrauliche Daten des Verkäufers zu kommen. Sie fälschen die Mails, indem sie sich als vertrauenswürdige Person ausgeben. Um sich zu schützen, ist die Weitergabe von Daten und Passwörtern folglich tabu.
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1. Vorsicht bei Vorkasse!
Die Anzeigenmärkte im Internet prüfen weder die Identität des Verkäufers noch das Vorhandensein des Fahrzeugs. Der ADAC rät daher, den Kaufpreis erst dann zu zahlen, wenn die Papiere und der Schlüssel ausgehändigt sind.
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