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22. Februar 2016

Verbote, Urteile: Handy im Auto – was erlaubt und verboten ist

Was ist verboten und was erlaubt? Mittlerweile gibt es viele Urteile zur Nutzung von Handys im Auto.  Foto: dpa

Die Nutzung von Handys im Auto sorgt immer wieder für Ärger. Auch die Gerichte beschäftigen sich immer öfter damit. Kaum jemand weiß wirklich, was erlaubt und was verboten ist. Lesen Sie hier, wie Sie Ihr Handy im Auto richtig nutzen.

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Jeder vierte Autofahrer telefoniert am Steuer oder liest Kurznachrichten, wie eine Umfrage der Versicherung R+V24 zeigt – und das, obwohl die meisten das Verbot kennen. Mehr als 80 Prozent der Befragten wussten, dass sie während der Fahrt nicht telefonieren dürfen. Dass das Schreiben einer SMS verboten ist, wussten sogar 98 Prozent.

Auch höhere Bußgelder haben scheinbar nur wenig Wirkung. Seit 2014 zahlen Autofahrer 60 Euro statt 40 Euro, wenn sie ihr Handy während der Fahrt nutzen. Vielen ist jedoch nicht klar, dass die Straßenverkehrsordnung an dieser Stelle extrem streng ist, so Karl Walter, Kfz-Experte der „R+V Versicherung“: „Wer das Handy oder Smartphone in der Hand hält und drauf schaut, muss schon die 60 Euro bezahlen.“ Hinzu kommt ein Punkt in der Flensburger Verkehrssünderkartei.

Handy sorgt für Ablenkung

Grund für die strenge Bestrafung von Handynutzern ist die hohe Unfallgefahr. Mit dem Handy am Ohr oder dem Smartphone vor Augen ist der Autofahrer abgelenkt – schnell kommt es zu Unfällen. Hinzu kommt: Wer unschuldig in einen Unfall verwickelt wird, kann mit Handy am Ohr einen Teil der Schuld zugesprochen bekommen.

Laut ADAC haben mit der massenhaften Verbreitung von Handys und Smartphones Fahrfehler und Unzulänglichkeiten durch Ablenkung eine neue Dimension erreicht. Der Automobilclub schätzt, dass bei jedem zehnten Verkehrsunfall Unachtsamkeit eine entscheidende Rolle spielt. Damit bewegt sich die Unfallursache „Ablenkung“ bei Unfällen mit Getöteten in der gleichen Größenordnung wie „Alkohol am Steuer“.

Im Blindflug über die Straße

Telefonieren am Steuer ist zwar erlaubt, wenn dabei eine Freisprechanlage benutzt wird. Der Grad der Ablenkung sinkt dadurch jedoch nur unwesentlich. Entscheidend ist vielmehr der Inhalt des Telefonats: Je mehr Aufmerksamkeit dem Gespräch gewidmet wird, desto größer wird die Belastung für den Fahrer.

ADAC Vizepräsident für Verkehr Ulrich Klaus Becker: „Wer mit Tempo 100 auf der Landstraße unterwegs ist und nur eine Sekunde lang unachtsam ist, legt etwa 27 Meter im Blindflug zurück - lange genug, um gegen einen Baum zu fahren oder in den Gegenverkehr zu geraten.“

Auch die Blickrichtung des Fahrers spielt eine wesentliche Rolle. Denn neben dem Telefonieren werden häufig auch Mails gecheckt oder „gesimst“. Ein Fahrer, der nur fünf Sekunden bei Tempo 50 auf sein Handy starrt anstatt auf den Verkehr zu achten, ist immerhin 70 Meter im Blindflug unterwegs.

Darf ich mein Handy weiterreichen?

Reichen Autofahrer ihr klingelndes Handy an den Beifahrer weiter, damit der den Anruf annehmen kann, verstoßen sie nicht gegen das Handyverbot am Steuer. Das erklärt die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV). Die Juristen berufen sich dabei auf eine Entscheidung des Oberlandesgerichts Köln (Az.: III - 1RBs 284/14).

In dem verhandelten Fall hatte eine Autofahrerin das läutende Mobiltelefon aus ihrer Handtasche genommen und ihrem Sohn gegeben, ohne dabei aufs Display zu schauen. Gegen das verhängte Bußgeld wehrte sie sich in zweiter Instanz erfolgreich: Das Oberlandesgericht sah im bloßen Weiterreichen des Handys keine verbotene Vorbereitung eines Kommunikationsvorgangs. Die Richter am Kölner Amtsgericht hatten zuvor anders entschieden.

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