Damon Ristau, der privat einen Bulli von 1966 fährt, hat das Ende seines Filmes noch einmal anders gestaltet als ursprünglich gedacht. Vor zwei Jahren plante der amerikanische Filmemacher eigentlich eine Dokumentation über eine automobile Ikone, die ausstirbt.
Doch die Kernaussage des Streifens änderte sich, nachdem der junge Regisseur nach Hannover gereist war, um im Werk von Volkswagen Nutzfahrzeuge nach Archivmaterial und Zeitzeugen zu suchen.
„Ich sah, was das Unternehmen hier aufgebaut hat und wie das Erbe des Bulli weiter gepflegt wird, und ich verstand plötzlich, dass der Kult weiterleben wird“, erzählt der 32-Jährige, nachdem er die Klassikabteilung besucht hatte und von den Plänen erfuhr, auch private Bullis im Werk zu restaurieren. So kam es zu einem ursprünglich gar nicht geplanten Happy Ende in „The Bus“.
Damon Ristau hat mit seiner Dokumentation „The Bus“ dem VW-Bulli ein filmisches Denkmal gesetzt.
Foto: AmpnetVW restauriert private Bullis
Denn aus Anlass der Feier von 60 Jahren Bulli hat Volkswagen Nutzfahrzeuge 2007 eine eigene Oldtimer-Abteilung ins Leben gerufen. Im Werk in Hannover werden auch Fahrzeuge von Privatkunden restauriert. Wer ein historisches Nutzfahrzeug von VW hat, der kann es dort an seinem Entstehungsort aufbereiten lassen.
Volkswagen Nutzfahrzeuge Oldtimer ist dazu Anfang des Jahres in ein neues Gebäude in Hannover umgezogen. Auf rund 7000 Quadratmetern sind dort jetzt nicht nur die historischen Fahrzeuge aus dem eigenen Fundus untergebracht, sondern auch ein Maschinenpark von der Blechbiegebank über Dreh- und Fräsmaschinen bis hin zu einer Lackiererei.
VW Bulli
Der Bulli ist und bleibt seit seiner Premiere 1950 eine Legende. Er bot von Beginn an vielfältige Einsatzmöglichkeiten – als Kleinbus, Nutzfahrzeug oder Campingmobil. Mittlerweile ist die fünfte Generation am Start. Auf dem Genfer Autosalon 2011 präsentierte VW sogar eine Neuinterpretation des ersten Bulli, der offiziell nie so hieß, sondern auf den schlichten Namen T1 getauft war.
Foto: AutonewsEgal ob es sich um eine Teil- oder Vollrestaurierung handelt, oder ein Bulli schlicht wieder fahrbereit gemacht werden soll, das Team der Bulli-Werkstatt übernimmt jeden Auftrag. Auch eine Lackaufbereitung oder eine Inspektionen sind möglich. Im Anschluss an die Restaurierung im Werk bekommt der Kunde ein Zertifikat. Zusätzlich wird die Restauration Schritt für Schritt in Fotos dokumentiert.
Der Bulli steht für einen Lebensstil
Der VW-Bus ist also nicht tot zu kriegen, und auch der freiheitliche Lebensstil, zu dessen Ikone der Bulli geworden ist, lebt weiter. Das dokumentiert Damon Ristau in seinem etwas über 60 Minuten langen Film. Er hat Bulli-Fans mit der Kamera begleitet, zum Beispiel den Musiker Dave Manning. Der hat seinen automobilen Weggefährten so ins Herz geschlossen, dass er sogar einen Song über ihn schrieb: „Vincent rolls“ heißt das Stück.
Der Film „The Bus“ wird zunächst auf Film-Festivals und auf dem amerikanischen Documentary Chanel zu sehen sein. Mehr Informationen finden Sie unter www.busmovie.com. (Ampnet, qui)
Oldtimer erfreuen sich in Deutschland wachsender Beliebtheit. Das gibt auch der Messe Techno Classica (21. bis 25. März) in Essen gehörig Aufwind. Wir haben in den zwanzig ausgebuchten Messehallen einige Auto-Höhepunkte für Sie aufgespürt.
Foto: Sebastian Quillmann