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Bad Homburg und Hochtaunus
Berichte und Bilder aus Bad Homburg und dem Hochtaunus

14. November 2014

Bad Homburg: Köpfe, Freiheit, Geld

 Von Andrea Herzig
Unipräsident Müller-Esterl und Wolfgang Assmann (rechts) bei der Feierstunde am Wingertsberg.  Foto: Uwe Dettmar / Universität Frankfurt

Universität Frankfurt ehrt Ex-OB und Ex-Vorstand der Reimers Stiftung Wolfgang Assmann. Er hat sich um die wissenschaftliche Forschung in Bad Homburg verdient gemacht.

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Erst Karl der Große, engagiert präsentiert von Professor Johannes Fried in einem historischen Vortrag, und dann Wolfgang, der große Assmann, der große Förderer, einer dessen Engagement das Kolleg für Humanwissenschaften als Stätte der Forschung und Außenstelle der Frankfurter Universität maßgeblich vorangetrieben hat. Der Ex-OB von Bad Homburg holte sich an diesem Abend nach Verdienstkreuz und Ehrenbürgerschaft eine weitere Auszeichnung ab: die Universitätsmedaille der Uni Frankfurt.

Es sei ein Teil der gewachsenen Wertschätzung von Bad Homburg, sagt Assmann in seiner Dankesrede, dass die bierdeckelgroße Medaille eben nicht in Frankfurt, sondern in Bad Homburg vergeben werde. Offenbar werde anerkannt, dass am Taunusrand die Säle voll seien, wenn es einen interessanten Vortrag gebe. Die Bürger schätzten und unterstützten den wissenschaftlichen Betrieb in der Stadt.

Assmann hat sich um die wissenschaftliche Forschung in Bad Homburg verdient gemacht, dafür bekam er die Medaille. Uni-Präsident Werner Müller-Esterl würdigte den Einsatz des Wahl-Homburgers und überzeugten Bremers als Mensch und als Stratege.

Legendär waren zum Beispiel die Führungen durch die Stadt, die immer lang gewesen seien, bei jedem Wetter stattfanden und zwangsläufig im Casino und der Schreinerei endeten, erinnert der Präsident schmunzelnd. Sieben Jahre war Assmann Vorstand der Reimers-Stiftung. Maßgeblich habe er den Aufbau des Forschungskollegs Humanwissenschaften gefördert und geprägt.

Goldene Zeiten für Kuchen essende Männer

In seinem ihm eigenen Erzählerton plaudert Assmann alsdann von den ersten Begegnungen mit der Werner-Reimers-Stiftung, damals geleitet von Konrad von Krosigk. Als junger OB habe er vor 34 Jahren einen Antrittsbesuch gemacht. Die Verbindung wurde enger, nicht nur, aber auch wegen des selbst gebackenen Kuchens, wie Assmann verriet, „den die Damen des Hauses rollierend selbst backen mussten“. Goldene Zeiten für Kuchen essende Männer, aber Assmann blieb auch in weniger angenehmen Zeiten dem Wingertsberg treu.

Das geldgebende Unternehmen P.I.V. des Stiftungsgründers Werner Reimers meldete 2001 Insolvenz an, die Stiftung lag eine Zeitlang brach. 2006 kam der Kooperationsvertrag zwischen Reimers-Stiftung und Uni zur gemeinsamen Einrichtung eines Forscherkollegs für Humanwissenschaften, der Ex-OB übernahm 2007 den Alleinvorstand der Stiftung.

2009 war die Wissenschaft im Aufwind, aber die Finanzkrise brachte den finanziellen Abwind. Mühsam, erzählt Assmann, mussten die Verbindlichkeiten erwirtschaftet werden. Das hieß Klinken putzen, Spender und Kooperationspartner suchen.

Aber nun zeigte sich der frisch Geehrte glücklich über den Status quo, den wissenschaftlichen Austausch der „fellows“ aus aller Welt, den Projekten und erfolgreichen Vortragsreihen. Eine Win-Win-Situation sei das, was für Universität, Reimers-Stiftung und das Kolleg entstanden sei. Zum guten Ende zitiert der Ex-OB und Ex-Stiftungsvorstand den Ex-Bundespräsidenten Horst Köhler, aus dessen Worten Assmann einen Appell macht, den der versierte Fundraiser seinen Zuhörern mit auf den Heimweg gibt. Drei Dinge brauche gute Wissenschaft: „Köpfe, Freiheit – und Geld.“

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