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Bad Homburg und Hochtaunus
Berichte und Bilder aus Bad Homburg und dem Hochtaunus

24. Januar 2013

Bücherschrank: Lesen und tauschen

 Von Miriam Keilbach
Kulturdezernentin Beate Fleige sortiert erste Bücher ein.  Foto: Schick

Gleich zwei offene Bücherschränke gibt es jetzt in Bad Homburg. Der neue steht im Stadtladen im Rathaus. Ein dritter Schrank soll im Frühjahr folgen.

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Viele kennen es: Wenn sich die Bücher zu Hause stapeln. Zu schade zum Wegwerfen, aber ein zweites Mal werden sie ja auch eher selten gelesen. Dafür gibt es nun in Bad Homburg, wie in anderen Städten auch, offene Bücherschränke. In Oberursel und Frankfurt stehen diese Schränke beispielsweise schon länger.

Gleich zwei dieser Schränke gibt es nun in Bad Homburg, ein dritter soll im Frühjahr folgen. Schon gegen Ende 2012 wurde der offene Bücherschrank in der Englischen Kirche aufgestellt. Nun folgte gestern ein weiterer im Stadtladen im Eingangsbereich des Rathauses. „Der Schrank in der Englischen Kirche ist nur erreichbar, wenn das Kulturzentrum geöffnet hat, der im Stadtladen hat während der Rathausöffnungszeiten, also deutlich länger und öfter geöffnet“, sagt Kulturdezernentin Beate Fleige (BLB).

Das Prinzip ist simpel: Bürger und Besucher können sich Bücher entnehmen. Gewollt ist, dass die Bücher auch mit nach Hause genommen und dort gelesen werden. Im Gegenzug können die Bürger auch Bücher in das Regal stellen, die sie nicht mehr brauchen. „Sie können sie wiederbringen, tauschen oder verschenken“, sagt Fleige. In Frankfurt ist der Grundgedanke, sein Lieblingsbuch mit anderen zu teilen. Sowas gibt es in Bad Homburg nicht, „es ist egal, welche Bücher gebracht werden“, sagt Fleige.

Die Stadt Bad Homburg stiftete die Schränke, derzeit sind das insgesamt vier Billy-Regale, drei sind 80 Zentimeter breit und eines 40. Die Bücher kommen aus einem privaten Bestand. Sie wurden direkt aus der Garage der Kulturdezernentin in Kisten mit dem Auto in die Englische Kirche und in das Rathaus gebracht.

„Die Bücher stammen teils von meinem Schwiegervater, teils von mir“, sagt Fleige. Außerdem seien kistenweise Bücher vom jährlichen Bücherflohmarkt übrig. „Die Leute kaufen dort zwar Bücher, bringen aber auch welche mit.“ Und so stehen schon einige Werke im Schrank, rund 80 Bücher sind im Bücherschrank im Rathaus zu finden, noch mehr in der Englischen Kirche. Es gibt Lexika, Kinderbücher, Klassiker von Thomas Mann und Ernest Hemingway, Romane wie Hectors Reise von François Lelord, Bücher über die Geschichte Deutschlands und Bad Homburgs – und auch Bücher auf Englisch.

Im Rathaus wird der Bücherbestand durch die Angestellten beobachtet. Sie sollen für Ordnung sorgen, wenn es chaotisch wird und nicht gewollte Titel wie Nazi-Literatur aussortieren, sollte diese jemals auftauchen. Sollte der Schrank einmal leer sein, hat Fleige noch einige Kisten in der Garage stehen, die sie zur Verfügung stellen würde. „Wenn das Wetter besser ist, holen wir noch ein paar Kisten mit dem Auto“, sagt sie.

Für den Bücherschrank, der im Frühjahr eröffnet werden soll, sind Paten vorgesehen, die sich um den Bestand kümmern und Ordnung halten. Kurdirektor Ralf Wolter hat der Stadt die Zusage gegeben, nach Fertigstellung des Platzes rund um die Englische Kirche, die dortige Telefonzelle in einen Bücherschrank umzuwandeln. Das ist dann ein richtig offener Bücherschrank – die Nutzer sind im Freien nicht auf Öffnungszeiten angewiesen.

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