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Bad Homburg und Hochtaunus
Berichte und Bilder aus Bad Homburg und dem Hochtaunus

12. Dezember 2012

Comics-Auktion Micky Waue: Comics unter dem Hammer

 Von Olaf Velte
Zwei Mal Micky: Waue präsentiert Maus. Foto: Martin Weis

Am Donnerstag beginnt in Friedrichsdorf die Comics-Auktion von Micky Waue. Etwa 50.000 Einzelstücke werden aufgerufen. Einige der Bildergeschichten sind sehr wertvoll. Eine „Blauer Pfeil“-Ausgabe mit Originalzeichnungen hat einen Schätzpreis von über 10.000 Euro

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Am Donnerstag beginnt in Friedrichsdorf die Comics-Auktion von Micky Waue. Etwa 50.000 Einzelstücke werden aufgerufen. Einige der Bildergeschichten sind sehr wertvoll. Eine „Blauer Pfeil“-Ausgabe mit Originalzeichnungen hat einen Schätzpreis von über 10.000 Euro

Klingende Namen befinden sich im „Kennlern“-Konvolut des Lehning Verlages: Winnetou, Tibor, Cowboy Jim. Das sieben Hefte starke Paket wird bei der 32. Friedrichsdorfer Comics-Auktion angeboten und überzeugt laut Katalog mit „leichtem Kellergeruch“. Der Seulberger Micky Waue lädt am Donnerstag und Freitag wieder zur großen Versteigerung ins Bürgerhaus nach Friedrichsdorf-Köppern ein.

Versteigerung

Die 32. Auktion „Alte Comics“ beginnt am Donnerstag, 13. Dezember, und wird am Freitag, 14. Dezember, fortgesetzt. Rund 1880 Positionen kommen im Bürgerhaus des Friedrichsdorfer Ortsteils Köppern zur Versteigerung.

Am Donnerstag legt der Auktionator um 18 Uhr los, am Freitag bereits um 11 Uhr. Jeweils zwei Stunden vorher können Kaufwillige die Ware im großen Saal des Bürgerhauses in Augenschein nehmen.

Wer mitsteigern möchte, muss sich am Auktionstag eine Bieternummer besorgen. Auswärtige Sammler können auch Gebote in schriftlicher Form einreichen oder per Telefon bieten. Pro Stunde werden 300 Positionen verauktioniert.

Organisator Micky Waue hat wie in jedem Jahr einen informativen und bebilderten Katalog drucken lassen.

Rund 50.000 Einzelstücke werden aufgerufen – häufig zu Konvoluten zusammen gefasst, insgesamt 1882 Positionen. Wie in jedem Jahr gibt es vor und nach den Auktionen viel Arbeit für Organisator Waue. In seinem Lager stapeln sich die Kartons mit den in Klarsichthüllen verpackten Kostbarkeiten. Obwohl der Stoff der Sehnsüchte aus Jahrzehnte altem Papier gewebt ist, müssen die Sammler manchmal tief ins Portemonnaie langen.

Eine in Deutschland nie veröffentlichte „Blauer Pfeil“-Ausgabe mit Originalzeichnungen hat einen Schätzpreis von über 10 000 Euro, Sigurd Nummer 1 kann leicht die 4000er Marke überschreiten. „Ausschlaggebend ist der gute Zustand des jeweiligen Heftes“, sagt Micky Waue, der 1994 die erste Comics-Auktion veranstaltet hat. Konkurrenten hat er in Deutschland bis heute nicht. Bevor er die bunten Blätter entdeckte, war er schon bekannt als Versteigerer von historischen Reklame-Schildern – seine 26. Auktion hat er vor wenigen Wochen über die Bühne gebracht.

Um den Käufern beste Qualität zu bieten, lässt er die eingelieferte Ware von einem Experten begutachten: Der in München lebende und aus Sachsenhausen stammende Chris Krumm ist seit langer Zeit als Sammler, Forscher und Autor in der Comics-Szene bekannt. Er bestimmt, was „druckfrisch“ oder „schadhaft“ ist. Derzeit stehe bei den Sammlern im deutschsprachigen Raum – „etwa 20.000 Leute“ – ein Generationenwechsel an. Gesucht werde heute, was in den 60er und 70er Jahren gedruckt worden sei. „Im Aufwind sind zum Beispiel Serien wie Felix oder Bessy, auch Sonderhefte.“ Im Katalog fällt die große Auswahl an Heftromanen auf. Ein bunter Reigen, der von Perry Rhodan über Soldatengeschichten bis zu dem ersten Jerry Cotton von 1956 reicht.

Ein seliges Zeitalter

Daneben natürlich die unverwüstlichen Abenteuer aus dem Lehning Verlag: Weltraumpionier Nick und Ritterheld Sigurd, die Dschungelsöhne Akim und Tibor. Mit ihnen hat sich der Zeichner Hansrudi Wäscher unsterblich gemacht. „Er hat eine ganze Generation beglückt“, sagt Waue. Ein seliges Zeitalter, in dem „alle Themen in Comics verwandelt wurden“. So boten die illustrierten Klassiker den Jugendlichen einen Zugang zu Marco Polo oder Johann von Orleans.

Eine bunte Welt, die vergangen ist. Ab 1980 verabschiedeten sich die Comic-Hefte aus den Kiosken, Mangas und Graphic Novels eroberten das Terrain. Das Sammeln von Donald Duck oder Wastl habe auch immer mit Identifikation zu tun, so Waue, der eine Lanze für die fast vergessene Reihe Buntes Allerlei bricht. „Das Beste“, so Chris Krumm, „was die junge Bundesrepublik hervorgebracht hat – weitaus besser als Superman.“

In Seulberg soll es nicht bei Comics und Schildern bleiben – neue Ideen brechen sich Bahn. „Reizvoll sind bestimmt auch Konzertplakate und Musikzeitschriften“, sagt der Organisator.

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