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Bad Homburg und Hochtaunus
Berichte und Bilder aus Bad Homburg und dem Hochtaunus

29. November 2012

Hochtaunuskreis: Auszeichnung für den Paten

 Von Miriam Keilbach
Uwe Kraft (5. v.l.) ehrte Ernst Bach (3. v.l.), das Amphibienteam (links) und die Agenda-21-Arbeitsgruppe Umwelt (rechts).Foto: Joachim Storch

Der Neu-Anspacher Ernst Bach erhält den Naturschutzpreis des Hochtaunuskreises für sein Lebenswerk. Sein wichtígstes Projekt: Er führt Kinder an die Natur heran.

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Seit gut 50 Jahren setzt er sich für die Natur ein, obwohl die Natur es nicht immer gut mit Ernst Bach meinte. Der 75-Jährige wurde bei einer seiner Tätigkeiten von einer Zecke gebissen, in die Wade. „Früher hat man nicht an Borreliose gedacht“, sagt er. „Aber ich bin der Natur trotz meiner Misere nicht böse.“ Gerade rechtzeitig kam er aus dem Krankenhaus, um den diesjährigen Naturschutzpreis des Hochtaunuskreises in Empfang zu nehmen. Bach wurde für sein Lebenswerk geehrt und erhält 1000 Euro.

Das Engagement von Bach begann vor 50 Jahren als Vogelschutzbeauftragter von Hausen in Neu-Anspach. Er hat Patenschaften für Bäche, Wiesenbiotope und Vogelschutzgehölze übernommen und selbst Lebensräume für Tiere und Pflanzen angelegt. „Die Pflanzungen von Baumreihen und Feldgehölzen rund um Neu-Anspach tragen dazu bei, dass einzelne Biotope miteinander vernetzt werden“, sagte Kreisbeigeordneter Uwe Kraft (CDU) bei der Preisverleihung im Taunusinformationszentrum in Oberursel. Er bedankte sich bei Bach für sein Wirken und bei dessen Frau Gertrud, die das Engagement erträgt.

Am wichtigsten ist Ernst Bach aber ein anderes Projekt: Jahr für Jahr führt er Schulklassen und Kindergartengruppen in die Natur, er veranstaltet Aktionswochen und der Waldkindergarten hat seinen Sitz auf einem von Bachs Grundstücken. „Ich will die Kinder ranführen“, sagt er, „es setzen sich so wenige Leute für die Natur ein.“

Frösche, Kröten und Molche gerettet

Insgesamt waren vier Vorschläge für den Naturschutzpreis 2011 eingegangen, wovon einer aus formalen Gründen nicht berücksichtigt werden konnte. Eine Jury aus Mitgliedern des Naturschutzbeirates und der Kreisausschuss wählten die Platzierungen aus. Auf den zweiten Platz kam das Amphibienteam „Obermühle und Bärenfichtenweiher“, das bereits im vergangenen Jahr zu den Preisträgern zählte.

2011 hat das Team aus dem Bereich Glashütten, das seit 2008 besteht, kurzfristig auf die Probleme bei der Amphibienwanderung zwischen Niederreifenberg und Schmitten reagiert und hat an den Querungspunkten in Schloßborn und Schmitten ausgeholfen. „Dabei riskierten sie ihr eigenes Leben entlang der schnellbefahrenen Straße“, sagte Kraft. 4400 Frösche, Kröten und Molche rettete das Team. 400 Euro erhält die Gruppe nun, Geld, das sie gut gebrauchen können, sagt Angelika Wiesner: „Es ist schön, dass unser Engagement geschätzt wird. Der Preis animiert dazu, weiterzumachen.“ Sie ist seit drei Jahren dabei, wollte sich für Tiere einsetzen. „Es passt alles, es macht riesigen Spaß“, sagt sie.

Auf den dritten Platz kam die Agenda-21-Arbeitsgruppe Umwelt aus Weilrod für das Projekt „Amphibienschutz im Weiltal“. Sie baute und betreute Amphibienzäune zwischen der Weil und den Fischteichen an der Ziegelhütte und rettete so etliche Amphibien. Zudem beschäftigt sich die Gruppe mit Möglichkeiten, den CO2-Ausstoß in Weilrod zu verringern. Hierfür stellt sie Pläne zur Erneuerung alter Heizungsanlagen sowie der Nutzung erneuerbarer Energiequellen auf. Die AG erhält 100 Euro.

Der Naturschutzpreis soll anregen, sich an Naturschutzprojekten zu beteiligen und Beispiele geben, „die hoffentlich Nachahmer finden“, so Kraft. Da die Highlights mittlerweile ausgezeichnet worden sind, wird der Preis im kommenden Jahr ausgeweitet. Der Kreistag beschloss, dass künftig ein Natur- und Umweltschutzpreis verliehen wird.

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