Bad Homburg und Hochtaunus
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14. Dezember 2012

Immobilienpreise: Brisante Lage am Taunusrand

 Von Jürgen Streicher
Villenbau im Maasgrund. Foto: Rolf Oeser

Oberursels Bürgermeister sieht einen "Stoff für Krimis": Auch jenseits des absurden Immobilienbooms in Frankfurt explodieren die Preise. 15 Prozent Steigerung bei Wohneigentum - der in der Regel noch nicht mal gebaut ist - sind nun der Standard.

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Oberursels Bürgermeister sieht einen "Stoff für Krimis": Auch jenseits des absurden Immobilienbooms in Frankfurt explodieren die Preise. 15 Prozent Steigerung bei Wohneigentum - der in der Regel noch nicht mal gebaut ist - sind nun der Standard.

Es ist nicht neu: Das teuerste Wohngebiet Oberursels befindet sich zwischen Altkönigstraße und Maasgrund. Neu aber ist die Entwicklung dort, die Grundstückspreise bewegen sich inzwischen bei 850 bis 1150 Euro pro Quadratmeter. Südwestlage, unverbaute Sicht, den Grünzug vor der Haustür – das hat den Markt noch einmal befördert. Die Preise sind seit der letzten Festlegung der Bodenrichtwerte vor zwei Jahren in den „guten Lagen“ erneut gestiegen. Der Maasgrund gilt als Top-Lage, dort darf es auch etwas mehr sein. Für 2,2 Millionen Euro wurde im vergangenen Jahr das teuerste Einfamilienhaus im Altenhöferweg verkauft.

Einen „Stoff für Krimis“ sieht Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) inzwischen beim Kampf um Immobilienwerte. „Die Lage ist brisant am Taunusrand“, so Brum, gekennzeichnet durch eine „wahnsinnige Dynamik“ bei immer weniger Flächen und immer mehr Konflikten bei deren Beplanung. Bremsen müsse die Stadt inzwischen nach drei Prozent Bevölkerungszuwachs in den letzten zehn Jahren und der Genehmigung zum Bau von 300 neuen Wohnungen allein entlang der Hohemarkstraße.

Verkauf vor Bodenplatte

Ob „Heidegarten“ oder „Inside Living“, „Frank am Urselbach“ oder „Opus VII“, so die Namen der neuen Wohnquartiere auf früherem Industrie- oder Gewerbegelände: Meist sind die Wohnungen schon verkauft, bevor die Bodenplatte fertig ist.

Einen „Run auf Eigentumswohnungen“ hat Lothar Hecker ausgemacht, der Anfang der Woche für weitere fünf Jahre zum Vorsitzenden des städtischen Gutachterausschusses ernannt wurde. Einen Durchschnittspreis von 3500 Euro pro Quadratmeter ergibt die Auswertung von bisher 120 Verkäufen in diesem Jahr. 2011 lagt der Durchschnittspreis noch bei 3000 Euro. Das Gesamtverkaufsvolumen liege schon jetzt zehn Millionen Euro über dem Vorjahr, so Hecker, obwohl noch zwei Monate in der Auswertung fehlen und eine „Jahresendrallye“ noch erwartet wird angesichts der von 3,5 auf 5 Prozent steigenden Grunderwerbssteuer zum 1. Januar 2013. Makler- und Notarkosten sowie die Grunderwerbssteuer sind in den Zahlen zum Quadratmeterpreis nicht enthalten. Sie summieren sich bisher auf rund 13 Prozent des Kaufpreises. Und kommen dann noch zwei Tiefgaragenplätze dazu, sind oft noch einmal 30 000 Euro fällig.

Als „absolute Spitze“ vermeldet Hecker den Besitzerwechsel bei zwei Eigentumswohnungen, wobei 1,4 Millionen bzw. 1,15 Millionen Euro gezahlt worden seien, bei einem Quadratmeterpreis von 4800 Euro. Die teuerste Doppelhaushälfte ging 2011 für 600.000 Euro über den Tisch, bei Reihenendhäusern markieren 630.000 Euro die Spitze.

"Kein Hype"

Allgemein wird eine Flucht in Immobilien registriert, die Tendenz steigender Bauland- und Wohnungspreise könnte anhalten, glauben die Experten. Zumindest in der Rhein-Main-Region, in den ländlichen Bereichen zeichnet sich ein anderes Bild ab, wie der Immobilienmarktbericht des Landes Hessen für 2012 zeigt. Alle darin verarbeiteten Bodenrichtwerte können online über das Informationssystem BORIS Hessen (www.boris.hessen.de) aufgerufen werden.

Für gewerbliche Bauflächen gilt die Wertsteigerung nicht. Hier verlief die Tendenz lange umgekehrt, lediglich eine „leichte Besserung, aber keinen Hype“ sieht Lothar Hecker. Die Bebauung des Frankfurter Nordens mit Riedberg und Martinszehnten und einhergehend konkurrenzlosen Quadratmeterpreisen hat die Geschäfte gebremst. Um rund 100 Euro pro Quadratmeter mussten die Anbieter von Gewerbeflächen ihre Erwartungen zurückschrauben, im Moment liegt der Durchschnittspreis bei 215 Euro.

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