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14. Juni 2010

Oberursel: Bienenzucht im biblischen Land

Oberurseler Forscher helfen mit, im Nahen Osten 3000 Jahre alte Überreste von Tieren zu finden. Bienenforscher Stefan Fuchs berichtet über die Arbeiten.

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Schon vor rund 3000 Jahren haben die Menschen im Nahen Osten Imkerei in großem Stil betrieben. Ein internationales Forscherteam mit Beteiligung des Oberurseler Instituts für Bienenforschung fand in Tel Rehov im nordisraelischen Jordantal Überreste von Bienen in tönernen Bienenstöcken. Eingeschlossen in Honigwaben entdeckten sie Teile von Arbeiterinnen, Drohnen und Larven. Der Fund bestätige, dass bereits zu jener Zeit Bienen für die Wachs- und Honigproduktion gehalten wurden, schreiben die Forscher in den "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften ("PNAS").

Zwar enthalten ägyptische Wandmalereien und antike Texte Hinweise auf die Wachs- und Honiggewinnung, aber bisher fehlte der Beweis für die Bienenhaltung im biblischen "Land, wo Milch und Honig fließen".

Der Begriff "Honig" wurde lange als Umschreibung für süße Früchte wie Feigen oder Datteln interpretiert, denn die Haltung von Honigbienen ist in der Bibel nicht erwähnt. Vor einigen Jahren waren dann die Tonzylinder von Tel Rehov entdeckt und als antike Imkerei gedeutet worden. Der Fund der Bienen-Überreste bestätigt nun diese Deutung.

Nachdem die Forscher die Bienen-Überreste eingehend untersuchten, steht nach ihren Angaben fest, dass die Insekten zur Honigproduktion in den tönernen Zylindern gehalten wurden. Analysen der gut erhaltenen Flügel und einiger Dutzend Bienenbeine ergaben, dass sich die Bienen von den örtlich vorkommenden Arten unterscheiden.

"Das war eine echte Überraschung", sagt der deutsche Bienenforscher Stefan Fuchs vom Institut für Bienenkunde in Oberursel bei Frankfurt. Möglicherweise seien die Insekten von den Bewohnern Tel Rehovs aus der Türkei importiert worden, weil sie weniger aggressiv waren und mehr Honig produzierten.

Im Oberurseler Institut für Bienenkunde der Frankfurter Universität, das nach Angaben von Fuchs mit 3000 Stücken über die weltweit größte Sammlung von Honigbienen-Präparaten verfügt, waren die Flügelzellen aus der antiken Imkerei mit den Präparaten verglichen worden.

Das war nicht einfach, erzählt der 65-jährige Bienenforscher Fuchs. "Die Überreste der Bienen waren praktisch eine kompakte Masse". Mühsam habe man einen Oberschenkel und einzelne Flügelzellen herauspräpariert und sie dann mit Hilfe geometrischer Messungen mit den gesammelten Bienen-Unterarten verglichen. Dabei kam heraus, dass die Bienenkultur mit Tieren aus dem türkischen Raum betrieben wurde.

Die Imkerei in Tel Rehov im nordisraelischen Jordantal lag mit bis zu 200 Bienenstöcken mitten in der Stadt. Das deutet nach Ansicht der Forscher darauf hin, dass die Bienenstöcke besonders wertvoll waren und beschützt werden mussten.

Die Erzeugnisse waren in der Antike kostbar - als Lebensmittel und für andere Zwecke. Der Gebäudekomplex, in dessen Hof die Stöcke standen, wurde vermutlich Ende des 10. oder Anfang des 9. Jahrhunderts vor Christus zerstört. (dpa/nes)

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