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Bad Homburg und Hochtaunus
Berichte und Bilder aus Bad Homburg und dem Hochtaunus

24. Februar 2016

Oberursel: Denkmal gerettet

 Von 
Das Signorino-Kreuz an der Königsteiner Straße.  Foto: Michael Schick

Das steinerne Signorino-Kreuz wurde bei einem Verkehrsunfall zerstört. Nun ist die aufwendige Restaurierung abgeschlossen, das Denkmal steht wieder an seinem angestammten Platz an der Königsteiner Straße.

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Es ist geschafft. Die aufwendige Restaurierung des Signorino-Kreuzes ist abgeschlossen. Es steht nun wieder an seinem angestammten Platz an der Königsteiner Straße, nachdem das steinerne Denkmal bei einem verhängnisvollen Verkehrsunfall zerstört worden war.

Es geschah vor mehr als zwei Jahren an einem Sonntagmittag: Am 22. September 2013 kam eine 71 Jahre alte Frankfurterin mit ihrem Golf auf Höhe der Gaststätte „Heidekrug“ von der Fahrbahn ab, rammte ein am Straßenrand stehendes Steinkreuz und wurde schwer verletzt. Die Frau überlebte ihren schwerwiegenden Fahrfehler, der wohl durch einen Ausfall am Steuer verursacht wurde. Zurück blieben die steinernen Bruchstücke des zertrümmerten Kreuzes, das bis zu diesem denkwürdigen Tag 195 Jahre lang an der Straße gestanden hatte.

Mehr als 170 Arbeitsstunden

Die Werkstatt von Steinbildhauermeisterin Christine Jasmin Niederndorfer nahm sich der Sache an. Ihr Partner Ulrich Fritz restaurierte das Kreuz in mehr als 170 Arbeitsstunden, wie er schätzt. Das alles geschah in enger Abstimmung mit der Unteren Denkmalbehörde. „Gehalten wird es von einem Edelstahldübel“, sagt Steinmetz Fritz. Der Stahlstift hält das Kreuz in seinem Inneren zusammen. Die Fugen sind noch an den Stellen zu sehen, wo die einzelnen Bruchstücke wieder aneinandergesetzt worden sind. Auch der metallene Christus-Corpus musste neu hergestellt werden. Pfarrer Reiner Göpfert vom evangelischen Pfarramt Christuskirche wird das Kreuz im Frühjahr segnen.

Stadtverordnetenvorsteher Christoph Müllerleile (OBG), Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) und Stadtkämmerer Thorsten Schorr (CDU) bedankten sich beim Restaurator für die Arbeit und nahmen das Kreuz bei seiner Neuvorstellung in Augenschein. Die Reparaturkosten von 15 000 Euro übernahm die Versicherung der verunglückten Autofahrerin.

Der Investor Igemet, die Treuhandgesellschaft der IG Metall, übernahm die Aufstellung des Sockels und die Herrichtung der gepflasterten Standfläche. Ganz in der Nähe des Kreuzes baut die Gesellschaft die Villa Gans zu einem Tagungshotel um, die Arbeiten liegen in den letzten Zügen.

Gelungener Fall von Integration

Im Jahr 1818 hatte die Oberurselerin Marie-Josepha Signorino das nach ihrer Familie benannte „Signorino-Kreuz“ der Stadt gestiftet. Ihr Großvater, Josef Signorino, war etwa hundert Jahre zuvor aus dem Schweizer Kanton Tessin nach Oberursel gekommen. Er wurde eingebürgert und erlangte dann mit einem erfolgreichen Gewürzhandel in der Altstadt einen gewissen Wohlstand. „Man könnte sagen, ein gelungener Fall von vorbildlicher Integration“, sagte Müllerleile am Dienstag.

Die Enkelin des geschäftstüchtigen Großvaters war die letzte Nachfahrin der Familie, so dass heute nur noch das Kreuz an der Königsteiner Straße an die Signorinos erinnert.

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