Aktuell: Zuwanderung Rhein-Main | Fotostrecken | Polizeimeldungen
Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?
Ja Nein

Bad Homburg und Hochtaunus
Berichte und Bilder aus Bad Homburg und dem Hochtaunus

30. Dezember 2015

Oberursel: Fahrziel auf Pappschild

 Von 
Auf dem Gelände der Firma Transdev in Frankfurt werden die Busse für den Betrieb in Homburg und Oberursel vorbereitet.  Foto: Rolf Oeser

In den ersten Tagen des neuen Jahres muss der neue Busbetreiber im Stadtbusverkehr Bad Homburg und Oberursel noch improvisieren. Kritik gibt es an der europaweiten Ausschreibung der Linien.

Drucken per Mail

Für Max Kaiser, den Geschäftsführer der Busgesellschaft Transdev Rhein-Main, ist die Silvesternacht ein Arbeitstag. Um 0.30 Uhr fahren die ersten beiden Fahrzeuge seiner Firma im Stadtbusverkehr Bad Homburg und Oberursel. Kurz zuvor endet der Vertrag mit der Verkehrsgesellschaft Mittelhessen (VM).

Um 4.10 Uhr beginnt die Transdev, die unter dem Namen Alpina fahren wird, den regulären Feiertagsfahrplan, rund 20 von 45 Bussen sind dann im Einsatz. Kaiser und sein Betriebsleiter bringen die Fahrer zu ihren Einsatzorten. In der Neujahrsnacht starten die Fahrer ihre Busse nicht im Bad Homburger Betriebshof, sondern in Nieder-Eschbach am Frischezentrum. Erst im Laufe des Neujahrstages zieht die Firma mit Bussen, Werkzeug und Personal in den Betriebshof.

Für Frank Denfeld, den städtischen Verkehrsexperten, ist das ein normaler Betriebsübergang, wie man ihn etwa alle acht Jahre erlebe. Die Betreiber mieten den Betriebshof mit Werkstatt, Bürogebäude, Waschanlage und anderem von der Stadt. Für den Übergang muss nun alles geprüft und korrekt an den Nachfolger übergeben werden.

Aus den Bussen der VM werden seit Tagen unter anderem die Fahrscheindrucker ausgebaut und der Transdev übergeben. Ein enger Zeitplan, urteilt Kaiser, der auch voraussagt, dass der eine oder andere Bus in den Anfangstagen nicht mit einem elektronischen Schriftzug, sondern mit einem Pappschild sein Fahrziel anzeigen wird. Seit vier Wochen üben die neuen Fahrer die Strecken. Von den 99 angestellten kommen 70 Prozent aus dem Personalstamm der VM.

Ab 2017 soll ein Betreiber dann die Busse in Oberursel, Homburg und Friedrichsdorf bewegen, die europaweite Ausschreibung über acht Jahre soll bald veröffentlicht werden. An einem Punkt der Ausschreibung will die SPD jetzt etwas ergänzen.

Die Eckpunkte der Neuausschreibung wurden am 9. September im Verkehrsausschuss einstimmig durchgewinkt und am 17. September von der Stadtverordnetenversammlung ohne weitere Aussprache beschlossen. Im September seien den Parlamentariern die Probleme der Busfahrer jedoch noch nicht so bewusst gewesen, sagt SPD-Fraktionsführer Jürgen Stamm mit Bedauern.

Am 8. September hatte Ex-OB Michael Korwisi die Presse von den Eckpunkten zur Ausschreibung informiert. Darin ging es vor allem um saubere Dieselnormen und Ausstattungsdetails der Busse. Auch eine Klausel zur Tariftreuepflicht ist mit aufgenommen, das Personal soll regelmäßig geschult werden.

An der Verpflichtung zur Tariftreue macht SPD-Abgeordnete Elke Barth nun ihren erneuten Vorstoß in der Causa fest. Sie will in einer Anfrage an den Magistrat wissen, ob im Rahmen der Ausschreibung geplant sei, bei einem erneuten Betriebsübergang dafür zu sorgen, dass die Beschäftigten zu den bisherigen Arbeitsbedingungen übernommen werden. Es geht um Leistungen wie mit der Betriebszugehörigkeit gewachsene Urlaubsansprüche oder Zuschläge zum Stundenlohn.

Barth verweist auf eine EU-Verordnung, die es den Auftraggebern, also der Stadt Bad Homburg und den Stadtwerken Oberursel, erlaubt, die Rechtsfolgen eines Betriebsüberganges anzuordnen. Und Barth argumentiert, dass in der Septembervorlage des Parlaments ja stand, dass das HVTG (Vergabe- und Tariftreue-Gesetz) einzuhalten sei. Somit könnte das in die Ausschreibung hinein – wenn man es denn wolle. Schließlich habe man aus den Konflikten mit den Busfahrern im Herbst ja dazugelernt.

Für Frank Denfeld ist eine solche Klausel kein Thema mehr. Auch er verweist auf den Parlamentsbeschluss vom September. Der Stadt sei zudem abgeraten worden, solche Klauseln einzubauen. Sie seien zu teuer und schränkten den Wettbewerb ein.

Zur Homepage

Anzeige

comments powered by Disqus

Anzeige

Übersicht

Wir informieren Sie aus der ganzen Region. Nachrichten aus Ihrer Stadt können Sie als Newsfeed abonnieren - klicken Sie bitte auf das orange Symbol.

Regionale Startseite

Frankfurt

Rhein-Main

Bad Homburg, Hochtaunus

Bad Vilbel, Wetterau

Darmstadt

Kreis Groß Gerau

Hanau, Main-Kinzig

Main-Taunus

Offenbach

Kreis Offenbach

Wiesbaden

Twitter

Anzeige

Anzeige

Spezial

Knapp 700.000 Besucher jährlich. Und eine TV-Sendung gibt es auch über den Tierpark. Da lauert Erzählstoff!

Hörprobe
Friedrich Stoltze

Der Oberurseler Raimund Schui rezitiert Gedichte von Friedrich Stoltze, unterlegt mit Musik. Wie das klingt? Ein Klick führt zur Hörprobe.

ANZEIGE
- Partner