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Berichte und Bilder aus Bad Homburg und dem Hochtaunus

24. Mai 2012

Spender werden ungehalten

 Von Jürgen Streicher
Der Denkmalschutz hat kein Interesse am Ehrenmal.  Foto: M. Müller

Oberursel Ein Jahr nach dem Hessentag ist das Ehrenmal noch immer eingerüstet

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Mehr als 80000 Euro haben Oberurseler Bürger für die Initiative „Rettet das Ehrenmal“ gespendet. Im festen Glauben, dass ihr Geld auch für die Rettung des Ehrenmals, das an die im Ersten Weltkrieg getöteten Oberurseler Soldaten erinnert, verwendet wird. Nun werden die ersten Spender ungehalten, stellen unbequeme Fragen, wollen wissen, was aus ihrem Geld geworden ist. Denn fast zwei Jahre nach Gründung der Initiative ist nicht wirklich viel passiert in dem kleinen Park neben der Christuskirche, seit mehr als einem halben Jahr gar nichts mehr.

Eingerüstet steht die nackte Säule auf dem Sockel mit den Namen der Kriegsopfer, ganz oben liegt die Kugel, die die Spitze wieder zieren soll. Unten am Bauzaun hat einer einen Zeitungsbericht befestigt, der über die hehren Absichten der Initiative und der Spender berichtet. Das Gerüst kostet jeden Tag Geld, mehr als 40000 Euro sind dem Vernehmen nach insgesamt bereits ausgegeben. Für die Abnahme und Sicherung des Mosaiks, das die Säule geziert hat und in restaurierter Form wieder neu angebracht werden soll, für Gutachten und andere Vorarbeiten.

Vom sanierten Ehrenmal zum Hessentag hatten die Optimisten geträumt, nun sieht es ein Jahr nach dem großen Hessenfest fast noch genauso aus wie damals. Als die Säule im Sturm zu schwanken begann, wurde Gefahr im Verzug diagnostiziert, nun muss die Röhren-Säule wohl mit Beton ausgegossen werden, um ihre Standsicherheit gewähren zu können. Aber wann? Das weiß auch Christoph Müllerleile nicht, einer der Koordinatoren der Hilfsaktionen. Er weiß nur: „Jetzt muss Gas gegeben werden. Ein neuer Spendenaufruf ohne Klarheit ist nicht möglich.“

Bis März musste die Arbeit ruhen, weil die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bis dahin über einen Zuschussantrag entscheiden wollte. Ihre Regel: Zuschüsse gibt es nur, wenn die Sanierung noch nicht begonnen hat. Die Abnahme des Mosaiks wurde nicht als solche definiert. Der Bescheid im März war negativ – „es bewegt sich nichts“, so Müllerleile. So entferne man sich immer mehr von den Spendern.

Die privaten Spender, vor allem tief verwurzelte Oberurseler Bürger und Nachfahren aus den Familien der 224 gefallenen Soldaten, sollen für mehr als die Hälfte der Gesamtkosten von geschätzten 170000 Euro aufkommen. Die Stadt hat in einer ersten Gabe 35000 Euro bereitgestellt, vom Landesamt für Denkmalpflege werden 15000 Euro erwartet.

Die Stadt steht in der Pflicht, das Ehrenmal zu erhalten, seit die Mosaiksäule mit Sockel vor zwei Jahren wieder in die Denkmalliste des Landes aufgenommen wurde. Das war sie seit 1998 nicht mehr. Die Landesdenkmalpfleger sahen zwar das Mosaik der Frankfurter Künstlerin Lina von Schauroth (1874-1970) als künstlerisch wertvoll an, befanden aber das Ehrenmal von 1930 insgesamt als nicht schützenswert. Mit der Pflicht zum Erhalt wuchs die Hoffnung, dass sich das Land im Gegenzug mit Zuschüssen an der Restaurierung der markanten Säule beteiligt. Darauf und auf Entscheidung zum weiteren Verfahren wartet die Initiative noch.

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