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Bad Homburg und Hochtaunus
Berichte und Bilder aus Bad Homburg und dem Hochtaunus

21. Januar 2013

Stadtpolitik: Ein Hauch von Las Vegas

 Von Martina Propson-Hauck
Nach den Reden lockerer Plausch im Casino. Dessen Charme der 80er soll weichen.  Foto: Martin Weis (3)

Die Ex-Bürgermeisterin der Spielerstadt in Nevada, Jan Jones, tritt beim Neujahrsempfang der Stadt Bad Homburg im Casino als Gastrednerin auf. Und empfiehlt den Homburgern kurz, bündig und unterhaltsam mehr "entertainment" für ihre Spielbank.

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r July Rumpf und ihre Keyboarderin Bettina Blöcher hat sich der Auftritt beim Neujahrsempfang im Casino der Stadt Bad Homburg auf jeden Fall gelohnt: Die Sängerin aus Oberursel, die sich im vergangenen Herbst in die Herzen des Publikums und der Jury der Castingshow „The Voice of Germany“ sang, hat auch Gastrednerin Jan Jones Blackhurst so beeindruckt, dass diese sie umgehend nach Las Vegas einlud.

Jones versteht etwas vom Unterhaltungsgeschäft: Die ehemalige Bürgermeisterin von Las Vegas ist heute Vizepräsidentin von Harrah’s Entertainment. Das sind die Eigentümer von Caesar’s Palace, einem der bekanntesten Hotels von Las Vegas, das im Stil eines antiken römischen Palastes gebaut ist. Disneyworld trifft dort die Antike, riesige Shopping Mall inklusive. Als Gastrednerin lockte Jones mehr als 400 Gäste, die sich um das Rednerpodium zwischen Roulettetischen drängten.

Jones hielt die wohl kürzeste Neujahrsansprache aller Zeiten in dieser Stadt. Charmant und freundlich lieferte die 63-Jährige mit der blonden Wallemähne einen kurzen Abriss der Erfolgsgeschichte des Spielerparadieses mitten in der Wüste von Nevada: In ihrer Amtszeit als Bürgermeisterin der Demokraten (zwischen 1991 und 1999) hat sich die Zahl der Gäste in Las Vegas von 15 Millionen auf 36 Millionen mehr als verdoppelt. Heute sind es bereits 42 Millionen. Ihr Tipp für die Kurstadt – die ja seit dem 1. Januar über die François-Blanc-Spielbank GmbH selbst Betreiberin des Casinos ist: Um die Spielbank zukunftsfähig zu machen, müsse man verstärkt auf „entertainment“, also Unterhaltung, setzen.

        

Casino-Chef Lutz Schenkel (links)und Dana Blackhurst.
Casino-Chef Lutz Schenkel (links)und Dana Blackhurst.
Foto: Weis

70 Prozent der Einkünfte im Spielerdrado Las Vegas kämen heute eben nicht vom Spiel, sondern aus den damit verbundenen Hotels, Restaurants, Bars, Clubs und Malls. Allerdings kann Bad Homburg mit durchschnittlich 550 Spielbankbesuchern täglich sich kaum vergleichen mit 42 Millionen.

„Ich werde einer Ihrer besten Anwälte sein“, rief Jones dem Publikum auf Englisch zu, „und jedem raten, dass er nach Bad Homburg kommen soll.“ Auch im persönlichen Gespräch zeigten sie und ihr Ehemann Dana Blackhurst sich begeistert von der Historie in und um die Spielbank: Die Mutter von Monte Carlo ist schließlich auch eine Art Ahnin von Las Vegas. Besonders begeistert zeigten sich die Gäste aus Las Vegas von der Saalburg. Die Kaiser-Wilhelm’sche Rekonstruktion des Kastells gefiel der Chefin des römischen Disneylands über die Maßen.

Stadtverordnetenvorsteher Axel Dierolf (NHU)und OB Michael Korwisi (Grüne) hatten gemeinsam den Coup eingefädelt, die Fachfrau aus der Spielermetropole einzuladen, was in Teilen von CDU und FDP auf heftige Kritik gestoßen war.

        

Axel Dierolf, Jan Jones und OB Michael Korwisi (von links).
Axel Dierolf, Jan Jones und OB Michael Korwisi (von links).
Foto: Weis

Beim Empfang am Samstag waren zahlreiche CDU-Politiker gekommen und genossen offensichtlich den Hauch von Glamour, der im Casino strahlte, inklusive Simultanübersetzung der englischsprachigen Rede über Kopfhörer. Jones trug sich auch ins Goldene Buch der Stadt ein.

Korwisi will konkrete Ergebnisse der Arbeitsgespräche mit ihr und Casino-Geschäftsführer Lutz Schenkel zunächst dem Verwaltungsrat vorlegen. Verraten hat er bereits, dass Schenkel im November nach Las Vegas reisen wird, um den weiteren Austausch zu pflegen.

Amerikaner stellen bisher mit nur fünf Prozent einen eher geringen Teil der ausländischen Gäste der Spielbank. Die Liste führen mit 20 Prozent die Chinesen an.

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