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Bad Homburg und Hochtaunus
Berichte und Bilder aus Bad Homburg und dem Hochtaunus

13. November 2009

Taunus-Sanatorium: Widerstand gegen den Abriss

 Von Olaf Velte
Das ehemalige Taunus-Sanatorium in Gonzenheim.  Foto: FR/Müller

Dem ehemaligen Taunus-Sanatorium Dr. Goldschmidt droht der Abriss. Doch in Bad Homburg regt sich Widerstand dagegen.

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Dem ehemaligen Taunus-Sanatorium Dr. Goldschmidt droht der Abriss. Als neuer Besitzer des Areals hat der Hochtaunuskreis keine Verwendung für das geschichtsträchtige und ortsbildprägende Gebäude in Gonzenheim. "Wir werden den Bestand nicht nutzen", sagt Kreissprecherin Pamela Ruppert. Im Klartext: Der imposante Komplex, der seit fast hundert Jahren auf dem Eckgrundstück an der Unteren Terrassenstraße steht, soll niedergelegt werden.

In der Stadt regt sich Widerstand gegen den Abriss. Ulrich C. Cannawurf, Vertreter des Gemeinschaftskreises Unser Homburg, hat einen Antrag an den städtischen Denkmalbeirat gestellt. Am 25. November soll darüber abgestimmt werden, ob das Gebäude des Sanatoriums ins Denkmalbuch eingetragen wird.

Von den Nazis enteignet

Warum das Bauwerk nicht längst Denkmalschutz genießt, ist ein Rätsel. 1911 als jüdische Kuranstalt in Betrieb genommen, wurde das Haus im Juni 1933 letztmals in der "Kur-Zeitung" aufgeführt. Nach der Enteignung durch die Nazis zog 1937 die Reichsbahn ein. Ab 1945 war das 20.000 Quadratmeter große Grundstück für kurze Zeit in den Händen amerikanischer Truppen, bevor zwei Jahre später der Deutsche Finanzrat hier Büros bezog. Vor sechzig Jahren wurde das Hauptamt für Soforthilfe in der Terrassenstraße ansässig und blieb, unter dem Namen Bundesausgleichsamt, bis 1998 in dem Gebäude. Seitdem herrscht Leerstand.

Baurechtlich gehört das Areal bis heute zum "Sondergebiet Kur". Die Stadt Bad Homburg verzichtete auf einen Ankauf, sah sich aber als Vermittler zwischen dem Bundesvermögensamt und möglichen Investoren. Das Gelände habe eine große Bedeutung für die Stadtentwicklung, hieß es damals. Nicht zuletzt deshalb sollte das Hauptgebäude 1999 in die Denkmalsliste aufgenommen werden - was die zuständige Behörde jedoch ablehnte.

Für 5,5 Millionen Euro hat der Kreis im vergangenen Jahr das Anwesen gekauft. Auf der Fläche sollen Unterrichtsräume und eine Mensa für das benachbarte Kaiserin-Friedrich-Gymnasium (KFG) entstehen. Voraussetzung ist aber die Umwandlung in eine "Gemeinbedarfsfläche Schule", was nur von der Stadt bewerkstelligt werden kann. Das Dr. Goldschmidt-Haus spielte in den Debatten des vergangenen Jahrzehnts jedenfalls nie eine Rolle.

Als das Ausgleichsamt mit den verbliebenen drei Dutzend Beamten auszog, stand der Obstgarten des Parks in voller Blüte, präsentierte sich der Bau in bestem Zustand. Heute ist die Natur bis an die Außentreppe herangewachsen. Noch hält das Dach dicht. Im Innern haben Vandalen viele Glastüren und das hölzerne Treppengeländer zerstört. Die schönen Aufenthaltsräume im ersten Stock sind geschmückt von Vertäfelungen und Ornamentdecken.

Als Teil der Homburger und jüdischen Geschichte dürfe das Sanatorium nicht verschwinden, sagt die ehrenamtliche Kulturdezernentin Beate Fleige (BLB). Das Haus könne erhalten werden, auch wenn die Schule dort Platz beanspruche. "Wir haben hier so wenige repräsentative Gebäude mit historischen Wurzeln."

Obwohl die KFG-Erweiterung dringlich ist, findet auch Oberbürgermeister Michael Korwisi (Grüne) den Erhalt "sehr begrüßenswert". Für Margret Nebo von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Hochtaunus wäre der Abriss des ehemaligen Taunus-Sanatoriums "eine Schande".

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