Bad Homburg und Hochtaunus
Berichte und Bilder aus Bad Homburg und dem Hochtaunus

22. Januar 2013

Taunus-Therme: Aus für Kinos in der Taunus-Therme

 Von Olaf Velte
Aus für die Kinos in der Taunus-Therme. Foto: Rolf Oeser

Mitte des Jahres werden die beiden Kinos Panda und Kaskade in der Taunus-Therme schließen. Das Bad hat den Pachtvertrag gekündigt, will aber versuchen, einen neuen Betreiber zu finden. Über die Gründe gehen die Aussagen auseinander.

Drucken per Mail

Wie es der Zufall will: „Wer’s glaubt, wird selig“ nennt sich ein Film, der morgen über die Leinwand in der Taunus-Therme flimmert. Und doch ist es wahr. Die seit über 30 Jahren bestehende Kino-Einheit Kaskade/Panda beendet ihr Programm Mitte des Jahres.

In der einstigen Kinostadt Bad Homburg wird es dann keine Möglichkeit mehr geben, sich den laufenden Bildern in geeigneter Umgebung hinzugeben.

„Mir wurde zu Ende Juni gekündigt“, sagt Betreiber Ulrich Aurass, der die Homburger Filmszene jahrzehntelang mitgeprägt hat. So war er auch für die letzte Ära des Kinos im Schwedenpfad („KiS“) verantwortlich. Zu den näheren Umständen der Vertragsauflösung möchte sich Hausherrin Christiane Bender nicht äußern, bedauert aber die Schließung. „Das war für unsere Besucher eine zusätzliche Attraktion“, so die Verwaltungsleiterin der Taunus-Therme. Mit dem Zustand der kleinen Kinos ist sie nicht zufrieden, spricht von „abgewetztem Mobiliar“ und Sanierungsbedarf. Auch sei die digitale Aufrüstung bisher ausgeblieben.

„Ich wollte digitalisieren“, sagt Aurass. Er weiß, dass es ohne Umstellung schwierig ist, an populäre Filme zu kommen. Doch das von der Stadt geplante „Move- and Groove-Center“ am Bahnhof lässt ihn zurückschrecken: „Diese Konkurrenz wäre zu mächtig.“ In der Vergangenheit habe er bereits viel Geld in das Lichtspielhaus gesteckt – „jetzt fehlen mir die finanziellen Mittel“. Auf rund 250000 Euro schätzt er die anfallenden Kosten. „Die Therme habe ich um Unterstützung gebeten – was aber abgelehnt wurde.“

Innerhalb der Badeanstalt spielten Panda und Kaskade von Anfang an eine wichtige Rolle: „Spannende Unterhaltung für Ihre Freizeit-Gestaltung“ heißt es auf der Thermen-Website. Bender spricht deshalb auch von einem „Verlust“. Aber auch davon, dass Aurass „nichts gemacht“ habe. Die Schließung soll nicht der Weisheit letzter Schluss sein: „Wir versuchen, einen neuen Betreiber zu finden.“

Ein Grund für die Unzufriedenheit dürfte auch in dem rückläufigen Besucheraufkommen zu sehen sein. „Zu wenig Gäste“, sagt Ulrich Aurass zu der Entwicklung in den vergangenen Jahren. Verantwortlich dafür sei auch das verhängte Rauchverbot: „Dies hat das Panda als Raucherkino voll getroffen.“

In Bad Soden musste der Kinomacher den Betrieb im Kur-Theater bereits Ende 2012 einstellen. „Der Hausbesitzer will dort jetzt selbst die Filme zeigen.“

Zur Homepage

Jetzt kommentieren

Übersicht

Wir informieren Sie aus der ganzen Region. Nachrichten aus Ihrer Stadt können Sie als Newsfeed abonnieren - klicken Sie bitte auf das orange Symbol.

Frankfurt

Rhein-Main

Bad Homburg, Hochtaunus

Bad Vilbel, Wetterau

Darmstadt

Kreis Groß Gerau

Hanau, Main-Kinzig

Main-Taunus

Offenbach

Kreis Offenbach

Wiesbaden

Anzeigenmarkt
Twitter
Umfrage

Die FR möchte auch nach wissenschaftlichen Maßstäben das Gerechtigkeitsempfinden erforschen. Dabei setzen wir auf Sie, liebe Leserinnen und Leser - und Ihre Beteiligung an einer wissenschaftliche Studie der Universität Köln.

Top Stellenangebote
Online-Kataloge
Anzeige
Sonderheft

Die Siebziger sind die Frankfurter Jahre. Von hier aus strahlt in die Republik, was das Jahrzehnt bestimmt: das Aufbegehren der Jugend, der Häuserkampf in und ums Westend, die terroristische Bedrohung der RAF - und die Flügelzange der Eintracht mit Grabowski und Hölzenbein.

FR-Geschichte: 70er Jahre in Frankfurt

Unser Sonderheft blickt zurück, dokumentiert Originaltexte und zeigt das Jahrzehnt in Bildern.

Spezial

Knapp 700.000 Besucher jährlich. Und eine TV-Sendung gibt es auch über den Tierpark. Da lauert Erzählstoff!

Hörprobe
Friedrich Stoltze

Der Oberurseler Raimund Schui rezitiert Gedichte von Friedrich Stoltze, unterlegt mit Musik. Wie das klingt? Ein Klick führt zur Hörprobe.

ANZEIGE
- Partner