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Bad Homburg und Hochtaunus
Berichte und Bilder aus Bad Homburg und dem Hochtaunus

23. Januar 2013

Verein Wildrose Oberursel: Hilfe für Flüchtlingsfamilien

 Von Jürgen Streicher
Fluchtpunkt Containerlager, traurige Situation über Jahre für viele Kinder.  Foto: Renate Hoyer

Unter dem Dach des Internationalen Vereins Windrose hat sic eine private Initiative gegründet. Sie fördert Kinder und hilft bei deren Integration.

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Unter dem Dach des Internationalen Vereins Windrose hat sic eine private Initiative gegründet. Sie fördert Kinder und hilft bei deren Integration.

Das Beispiel der Mutter von sechs Kindern, die in den 90er Jahren aus dem Kosovo flieht und in Oberursel strandet, passt vorzüglich. Der älteste Sohn, damals vier, ist inzwischen 23 Jahre alt und hat im vergangenen Jahr einen Friseursalon in der Altstadt eröffnet. Erfolgreiche Integration eines einstigen Flüchtlings, ein schönes Ergebnis von Integrationsarbeit. Katrin Eigendorf hat die Geschichte erzählt, beim Neujahrsempfang des Internationalen Vereins Windrose, der einst von „Gastarbeitern“ gegründet wurde, die noch unter anderen Bedingungen nach Oberursel kamen.

Geschichte

Der Internationale Verein Windrose wurde 1976 gegründet. „Rosa dei venti - Windrose“, schoss es dem Italiener Saverio Cognetta durch den Kopf, als er mit zwei Spaniern und zwei Deutschen über den passenden Namen für einen neuen Verein nachdachte. Jeder sollte darin willkommen sein. Egal, aus welcher Himmelsrichtung er nach Oberursel gekommen war.

Integrationshilfe war das Ziel der Vereinsmitglieder. Dies haben die ersten „Gastarbeiter“ und ihre Freunde immer verfolgt und dafür auch 2004 den „Hessischen Integrationspreis“ bekommen. Heute zählt die Windrose 853 Mitglieder 24 verschiedener Nationen und pflegt mehrere Projekte. Stets beliebt ist der Windrose-Garten mit Live-Musik beim Brunnenfest.

Katrin Eigendorf, in Oberursel lebende Journalistin und ZDF-Auslandskorrespondentin mit viel Erfahrung in Ländern, aus denen Menschen fliehen, wirbt für das jüngste Projekt der Windrose. Die Flüchtlingsfamilienhilfe Oberursel (FfhO), eine private Initiative von „Engagement-Bürgern“ (Eigendorf), die über die Schulprojekte der Windrose in Zusammenarbeit mit der Integrierten Gesamtschule Stierstadt (IGS) hinaus Integrationshilfe leisten will, setzt ebenfalls bei den Kindern an.

Es kommen neue Flüchtlinge

Kinder, die oft Jahre in der Container-Siedlung an den Drei Hasen leben müssen. Jedes Jahr kommen neue in den Hochtaunuskreis, viele landen in der Sammelunterkunft am Stadtrand. „Es werden auch 2013 neue Flüchtlinge kommen, das verhindern wir nicht“, sagt Eigendorf. Vermittlung von Informationen und Kontakten, Unterstützung in Behördenangelegenheiten, Beratung in Erziehungs- und Bildungsfragen sowie bei gesundheitlichen, sprachlichen, sozialen und rechtlichen Fragen zählt ein Flyer der FfhO als wichtigste Aufgaben auf.

Integration aber ist mehr, ist vor allem Teilhabe. Für Kinder bei Sport, Spiel- und Freizeitgestaltung. Hausaufgaben- und Lernhilfe, Sprach- und Leseförderung kommen dazu. Einen erfahrenen Sozialarbeiter hat der Verein Windrose dafür verpflichtet, doch der Etat reicht nur für eine Viertelstelle. Wenn im März kein Geld mehr zur Verfügung steht, ist noch viel Arbeit übrig für Harald Schuster, der sich um 20 Familien mit 40 Kindern kümmert. Die Arbeit wird allein aus Spenden finanziert.

Besser unterstützt ist das Windrose-Projekt „Junge Europäer – Junge Weltbürger“ mit der IGS unter Leitung des Lehrers Peter List. Das Modell ruht auf sieben Säulen, vom Deutschförderunterricht bis zur Integrationsberatung, für die es seit 2010 eine halbe finanzierte Stelle für Harald Schuster gibt.

Informationen zu beiden Projekten der Windrose gibt es beim Tag der offenen Tür an der IGS am Samstag, 26. Januar, von 9.30 bis 12.45.

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