Bad Homburg und Hochtaunus
Berichte und Bilder aus Bad Homburg und dem Hochtaunus

23. Dezember 2009

Wildschweine im Taunus: Die schwarze Gefahr

 Von Olaf Velte
Wildschwein in der Suhle. Leider besuchen seine Artgenossen auch immer wieder die Gärten in den Hochtaunus-Kommunen. Foto: dpa

Viele Eicheln = viel Nachwuchs. Im Hochtaunus geht die Angst um vor einer Wildschwein-Plage. Die Schwarzkittel sind schon bis zum Kronberger Rathaus vorgedrungen. Von Olaf Velte

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Die Wildschweine haben es mittlerweile bis in den Rathausgarten von Kronberg geschafft. Die Spurensuche hat ergeben, dass die Tiere aus dem verwilderten Grundstück des Zentralstudienfonds am Kronthaler Weg ihre Raubzüge in Richtung City starten. Doch die Jäger dürfen in dem Gebiet keine Waffen einsetzen, da es sich hier um einen "befriedeten" Bezirk handelt.

In den umliegenden verwilderten Gärten verbergen sich die Tiere im dichten Brombeergestrüpp und blieben bislang unbehelligt. "Die vagabundieren dort", sagt Jagdpächter Norbert Auth. Der Magistrat hat die Kronberger Besitzer nun zur Pflege ihrer Grundstücke aufgerufen. Zwingen kann man aber niemanden. "Rechtlich haben wir keine Handhabe", sagt Bürgermeister Klaus Temmen.

Der Nassauische Zentralstudienfonds, dem das Rückzugsareal gehört, will den Wildwuchs im Januar roden lassen. Auch die Stadt wird ihre Parzellen aufräumen. Ob sich die wilden Schweine nach den Rodungen in den Waldbezirk zurückziehen, bleibt allerdings abzuwarten.

Ralf Heitmann, Leiter des Forstamts Königstein, kennt die Verhältnisse in Kronberg. Vor dem Hintergrund der dortigen Wohnbebauung sei es "unheimlich schwer" gegen die Wildschweine vorzugehen. Er hat zuletzt einige Drückjagden durchgeführt, die aber kaum Abschüsse brachten. Zu Monatsbeginn wurden fünfzehn Hochtaunus-Reviere mit einer Gesamtfläche von 3000 Hektar bejagt - ebenfalls mit ernüchterndem Ergebnis.

Heitmann: "Wir haben gegenüber früheren Jahren dreißig Prozent weniger Schwarzwild erlegt." Westlich der Saalburg-Chaussee waren es gerade einmal dreißig Überläufer (ein- bis zweijährige Wildschweine) und Frischlinge, die auf der Strecke blieben. Die Hälfte davon lief den Königsteinern in ihrem 800 Hektar großen Staatswald vor die Zielfernrohre.

Milder Winter unerwünscht

Für die Reviere im Hintertaunus bestätigt Hans Lang die schwache Jagd-Ausbeute. Der Leiter des Forstamts in Weilrod zählte vor knapp vier Wochen in seinem 130 Hektar großen Revier drei erlegte Borstenviecher. "Sonst sind es hier zwanzig und mehr." Anscheinend haben die lange Frostperiode im vergangenen Winter und die damalige intensive Jagd die Bestände reduziert. Der Wildschwein-Schwund in den Hochtaunus-Wäldern wird wohl nicht lange anhalten. Förster Heitmann weist darauf hin, dass Frischlinge bereits mit sechs Monaten fortpflanzungsfähig seien - besonders in Jahren mit gutem Futterangebot. Wegen der reichlich vorhandenen Eicheln und Bucheckern droht Ungemach. "Die Bachen sind in einem sehr guten Ernährungsstand."

Derzeit liegen auf einem Hektar Waldboden bis zu elf Tonnen Eicheln - bei einem milden Winter können die Wildschweine unter diesen Voraussetzungen ihre Population verdreifachen. "Jetzt fallen schon hier und da die ersten Frischlinge", sagt Ralf Heitmann. Der Großteil komme im Januar und Februar auf die Welt.

Aufgewühlte Wiesenflächen sind für ihn ein sicheres Zeichen der Eichelmast. Im Erdreich suchen die Rotten zum Ausgleich nach tierischen Eiweißlieferanten.

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