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Bad Homburg und Hochtaunus
Berichte und Bilder aus Bad Homburg und dem Hochtaunus

10. Juli 2012

Windkraft im Taunus: Die Rotorwälder keimen schon

 Von Klaus Nissen
Mehr Wind von vorn – bald auch für den Taunus.  Foto: dapd/Daniel Maurer

Noch werden Standorte für Windmasten im Taunus untersucht – manche Projekte sind aber schon konkret.

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Vom nächsten Jahr an werden Windmasten im Taunus wachsen. Die Planer der Regionalversammlung untersuchen gerade, wo die Anlagen umweltverträglich und rentabel sind. Der Abstand zu bewohntem Gebiet soll in der Regel mindestens 1000Meter betragen, der Wind in 140 Meter Höhe mindestens 5,75 Meter pro Sekunde schnell sein. Im Hochtaunus sind demnach diverse Areale geeignet. Wo sie liegen, zeigt eine vorläufige „Suchraum“-Karte des Darmstädter Regierungspräsidiums. Man kann sie von der Webseite rp-darmstadt.hessen.de herunterladen. Anfang 2013 soll die Regionalversammlung dann festlegen, wo Windkraftanlagen gebaut werden dürfen und wo nicht

Diverse Projekte sind für den Hochtaunus schon jetzt in Arbeit. Es geht dabei um den Bau von Windanlagen südlich von Bad Homburg, am Winterstein bei Wehrheim, an der Grenze zwischen Schmitten und Neu-Anspach und an der westlichen Kreisgrenze in Weilrod.

Bad Homburg

Die Stadtwerke der Kreisstadt wollen gemeinsam mit der Stadt Karben möglichst bald Windstrom produzieren. Ende 2012 oder Anfang 2013 soll der erste Mast stehen, sagt Stadtwerke-Chef Ralf Schroedter. Zwei bis vier Windmasten mit einer Leistung von je 2,5 bis 3,5 Megawatt will Schroedter links der Straße von Ober-Erlenbach nach Karben errichten. Dort besitzt die Stadt Bad Homburg Land in der Nähe der vier bereits stehenden Windmasten. Es gebe schon Gutachten hierfür, eine Umspannstation und Wege. Zurzeit werde an den Plänen gearbeitet. Das Stadtparlament hat das Projekt aber noch nicht bewilligt. Den Bad Homburger Bürgern wollen die Stadtwerke Energie-Genussscheine anbieten. Schroedter: „Es wird einen attraktiven Zins geben.“

Im vergangenen Jahr hatte der Landwirt Hans-Georg Wagner sein Interesse am Bau von Windmasten auf eigenem Land bei Ober-Erlenbach angedeutet. Grundsätzlich am Windanlagenbau interessiert zeigten sich bei Versammlungen auch Vertreter der Genossenschaft „Neue Energie Taunus“. Diese wurde von den Oberurseler Stadtwerken und der Oberurseler Raiffeisenbank gegründet und errichtet bislang vor allem Photovoltaikanlagen.

Frankfurt

An der Landstraße nordöstlich von Nieder-Erlenbach auf Frankfurter Gemarkung sollen vier Windmasten mit je zwei Megawatt Leistung entstehen, an denen sich die Homburger Stadtwerke laut Schroedter beteiligen wollen. Bauherr ist das Frankfurter Versorgungsunternehmen Mainova. Das Know-how liefert die Abo Wind AG aus Wiesbaden.

Wehrheim

Ein interkommunaler Windpark ist im 560 Hektar großen Bergwald am Winterstein in Sicht. Dort schlagen die Kommunen Wehrheim, Rosbach, Friedberg und Ober-Mörlen den Bau mehrerer Windmasten in der Nähe des Fernsehturms am 518 Meter hohen Steinkopf vor. Die Stadt Rosbach lässt zurzeit Gutachten zur Umweltverträglichkeit der über die Bäume ragenden Masten erstellen.

Auf Rosbacher Waldgelände könnten nach Schätzung des Bürgermeisters Detlef Brechtel sechs bis acht Windrotoren errichtet werden. Möglich sei, die Bürger zu Aktionären der Anlagen zu machen. Für den Wehrheimer Bürgermeister Gregor Sommer (CDU) ist noch unklar, wie viele Masten am Winterstein wachsen sollen. Ebenfalls unklar sei die Struktur der Betreibergesellschaft. Die Vogelschützer vom Naturschutzbund (Nabu) haben allerdings schon auf Nistplätze des Rotmilans und des Schwarzstorchs am Winterstein verwiesen. Es sei wichtig, dass der nächste Windrotor mindestens drei Kilometer vom Nest entfernt stehe. Das Landes-Umweltministerium hält bislang einen 1500-Meter-Abstand zwischen Windmasten und Vogelnestern für ausreichend.

Für den Wehrheimer Landwirt Paul Erich Etzel ist klar, dass Windmasten am Winterstein die Vögel stören würden. Er hat nach eigener Schätzung „an mindestens drei Stellen“ auf Wehrheimer Gemarkung geeignetes Land für Windkraftanlagen.

Neu-Anspach

Neu-Anspachs Bürgermeister Klaus Hoffmann und Schmittens Erster Beigeordneter Georg Goik haben zwei mögliche Windstrom-Areale im hohen Taunus ausgemacht: in der Nähe des Sandplackens und zwischen Rod am Berg und Hunoldstal. Allein auf Neu-Anspacher Gebiet gibt es laut Hoffmann Platz für etwa zwölf Anlagen. Der Windmastbauer Juwi aus Wörrstadt habe bereits Interesse angemeldet.

Usingen

Für die Usinger Gemarkung soll Bürgermeister Steffen Wernard auf Wunsch der Stadtverordneten zwei Windkraft-Standorte prüfen. Das könne aber bis ins nächste Jahr dauern, so der CDU-Politiker. Welche Flächen gemeint sind, will Wernard nicht verraten. Eine liegt angeblich in der Nähe des Stadtteils Michelbach.

Weilrod

Seit Oktober denkt Bürgermeister Axel Bangert mit Kollegen aus Bad Camberg und Weilmünster darüber nach, an der Kreisgrenze gemeinsam Windmasten zu errichten. Bei Mauloff, Hasselbach, Emmershausen und oberhalb von Riedelbach in Richtung Dombachtal herrsche genug Wind, lautet das Argument. Seit März wird untersucht, ob Masten dort die Tierwelt stören würden. Die Untersuchungskosten tragen die möglichen Investoren Mainova und Abo Wind. Auch Süwag hat laut Bangert Interesse. Schon vor etlichen Jahren wollte Juwi auf Weilroder Boden Windmasten bauen. Damals reagierte Bangert abweisend. Heute sieht er vor allem die Chancen: Die Weilroder könnten eine Windkraft-Genossenschaft gründen: „Warum soll das Geld nicht hierbleiben?“

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