Bad Homburg und Hochtaunus
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03. Dezember 2012

Wohnen Bad Homburg: Wohnraum für alle

 Von Miriam Keilbach
Oberste Gärten: die letzte Initiative der Stadt, preiswerten Wohnraum zu schaffen. Foto: Michael Schick

Ein Bündnis will den Bad Homburger Wohnungsmarkt analysieren lassen. Die Ergebnisse sollen die Grundlage für weiteres Handeln bilden.

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Bezahlbaren Wohnraum für Menschen mit geringem oder mittlerem Einkommen wird es zumindest auf dem ehemaligen Lilly-Gelände nicht geben. Um das neue Luxusdomizil, das dort entstehen wird – Investor Delta Immobilien verlangt bis zu 650.000 Euro für ein Haus – ging es auch bei der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, 29. November.

Die Grünen, die SPD, die Bürgerliste Bad Homburg (BLB) und die Neue Homburger Union (NHU), die zuvor bezahlbaren Wohnraum für Normalverdiener gefordert hatten, wollen nun ein Wohnraumversorgungskonzept erstellen lassen, das den Wohnungsmarkt untersucht. „Das soll die Grundlage für das weitere Handeln sein“, sagte der Grünen-Abgeordnete Bardo Röhrig. „Wohnraum muss bedarfsgerecht und kostengünstig sein, wir können nicht ins Blaue hinein bauen.“

Analyse von Angebot und Nachfrage

Das Konzept beinhaltet eine Analyse, bei der alle Wohnungen erhoben werden. Röhrig möchte eine Angebot-Nachfrage-Analyse, bei der der aktuelle Gebäudestand und eine Bedarfsanalyse gemacht werden. „Wir wollen herausfinden, wer welchen Wohnungstyp nachfragt“, sagte Röhrig. Selbst kleinere Gruppen würden größere Wohnungen nachfragen. „Es gibt Menschen, die lieber in einer zu großen Wohnung leben, weil die Anmietung von zwei Zimmern teurer wäre.“

Zudem soll es eine Preisanalyse geben, die Leerstände sollen erhoben und die Flächen, die es in der Stadt noch gibt, sollen untersucht werden. „Wir erhoffen uns neue Ideen und dadurch neues Potenzial.“

SPD benennt Schuldige

Die SPD-Abgeordnete Elke Barth sagte: „Wohnungspolitik hat in den letzten Jahren nicht stattgefunden. Man kann bei dem Thema viel falsch machen.“ So seien Fördermittel vom Bund und Land nicht beantragt worden. CDU und FDP trügen eine Mitschuld an der Situation, so habe der für das Wohnungswesen zuständige ehemalige Stadtrat Peter Vollrath-Kühne (FDP) entschieden, mehrere hundert Belegrechte für Wohnungen mit sozialer Mietpreisbindung auslaufen zu lassen.

Deshalb müsse man nun agieren: „Wenn wir Bauprojekte forcieren, müssen wir auch den Markt treffen und nicht daran vorbei planen“, sagte Barth. Das gelinge nur mit einem Profiteam.

Der FDP-Stadtverordnete Wolfgang Hof sagte, der Antrag sei seit ein paar Tagen dringlicher denn je. „Die Realität hat die Blütenträume des Bündnisses eingeholt.“ Die Stadt hatte sich dagegen entschieden, das Lilly-Gelände aufzukaufen. Vielmehr wolle sie in die vorhandenen Areale wie etwa das Vickers-Gelände investieren und dort preiswerteren Wohnraum schaffen.

Hoffen auf Entspannung

„Am 22. Juli 2010 hat der Kollege Armin Johnert von der BLB hier gesagt, dass Bad Homburg eine Verjüngung brauche, er auf 1000 neue junge Menschen hoffe und das Lilly-Gelände eine einmalige Chance sei“, sagte Hof. „Er sprach von bezahlbaren Wohnungen.“ Aber es habe wohl jeder eine andere Meinung von dem Wort bezahlbar, schloss Hof.

Als bezahlbaren Wohnraum nur für Reiche möchte die SPD das Projekt nicht bezeichnen, sagte Barth. Zum einen seien Quadratmeterpreise bis 3400 Euro nicht so hoch, zum anderen seien die Häuser ja noch nicht verkauft. Die SPD hofft auf Entspannung, wenn Familien, die derzeit in Mietwohnungen leben, ein Haus auf dem Lilly-Gelände kaufen. „Die Mietwohnungen stünden dann anderen zur Verfügung, das trägt auch zur Entspannung bei.“

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