Sie hatten sich das Szenario bereits auf ihrem letzten Parteitag ausgemalt: Ja, diese Tage im September, genau eine Woche vor der Bundestagswahl, würden noch einmal Korwisi-Festtage werden. Der Amtsantritt des neuen OB Michael Korwisi füllt die Schlagzeilen. Erneuert wird immer wieder das Mantra des Mannes, der die Politik transparenter und den Umgang miteinander freundlicher gestalten will.
So nimmt es also nicht wirklich Wunder, dass die CDU keine fünf Stunden vor dem Amtsantritt des neuen Oberbürgermeisters mit einem neuen politischen Konzept in die Redaktionsstuben drängt, überschrieben mit dem Titel "Ein Regiebuch für die Stadtentwicklung".
Städtebaulicher Masterplan
Im Kern enthalten die beiden dichtbedruckten Seiten den Vorstoß, einen "städtebaulichen Masterplan" zu entwickeln, um die Stadtentwicklung im Wettbewerb um Arbeitsplätze und Einwohner in die richtige Richtung zu lenken. "Er soll aufzeigen, wie wichtige öffentliche Räume aussehen sollen und welche Nutzungen an welchen Orten richtig sind", heißt es in dem Papier der Partei- und Fraktionsvorsitzenden Thorsten Bartsch und Alfred Etzrodt.
Nun soll aber nicht mehr, wie bislang gepflegte Tradition ein Experten-Gutachten die Lösung aller Zukunftsprobleme bringen. Der CDU schwebt ein "moderierter, transparenter Prozess" vor, an dem "Politik, Verwaltung, Bürgerschaft und Wirtschaft" beteiligt sein sollen.
So soll es künftig gelingen, einen breiteren Konsens für Standorte und Baumaßnahmen in der Stadt zu erreichen und eventuelle Blockaden von Bürgerinitiativen möglichst schon vor ihrem Entstehen zu verhindern. Bei der Diskussion um Standorte für den Krankenhausneubau und die Pestalozzischule hatten sich in der Vergangenheit in Bad Homburg Bürgerinitiativen den Plänen entgegengestellt.
Vorbild für einen solchen Masterplan in Bad Homburg ist für die CDU die Stadt Köln. Die hat im vergangenen Jahr einen solchen Plan aufgestellt und dabei sowohl ein Planungsbüro von außen als auch die eigene Verwaltung, die Stadtpolitiker, die Bürger und Wirtschaftsunternehmen daran beteiligt. Die CDU will in der nächsten Zeit in einer öffentlichen Veranstaltung über ihre Vorstellungen zum Masterplan informieren. Damit ist das Wettrennen um größtmögliche Bürgernähe und Transparenz wohl eröffnet.

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