Eine städtische Gesellschaft wird Entwicklung, Sanierung, Vermarktung und Betrieb des Bad Homburger Bahnhofs übernehmen. Das hat der Magistrat einstimmig beschlossen, am 5. November soll das Stadtparlament endgültig die Signale für das Bahnhofs-Projekt auf Grün stellen. Ziel sei die Entwicklung des Bahnhofs samt Umfeld "aus einem Guss", sagte Oberbürgermeister Michael Korwisi (Grüne) gestern in einer Pressekonferenz. Korwisi: "Wir müssen möglichst schnell zu Potte kommen und zusehen, dass der Bahnhof kein dauerhafter Zuschussbetrieb bleibt."
Als Geschäftsführer ist Kurdirektor Ralf Wolter im Gespräch. Er bringt nach den Worten Korwisis "die nötige Erfahrung" mit. Der frühere Eppsteiner Bürgermeister hatte den Umbau des dortigen Bahnhofs zu einem Kulturzentrum in die Wege geleitet. Das sei "sehr gelungen", so Korwisi .
Die neue Gesellschaft wird sich um die Neugestaltung des gesamten Bahnhofsumfelds samt Vorplatz, den Parkplätzen, des Gambrinus, möglicherweise auch des Geländes der Bundeswertpapierverwaltung und des Postareals kümmern. Dafür werde die Stadt einen zweistelligen Millionenbetrag in die Hand nehmen müssen, so Korwisi. Private Investoren will der Magistrat nicht beteiligen.
Als Startkapital werde die Stadt der Gesellschaft rund 2,5 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Über den Ankauf der Post verhandele die Stadt derzeit mit dem Insolvenzverwalter jener Immobilienfirma, die das Gebäude von der Post AG erworben hatte.
Ziel ist laut Korwisi die Einrichtung einer Verkehrs- und Servicestation, eines Gastronomiebetriebs und die kulturelle Nutzung der Gebäude. Angesiedelt werden sollen ferner Einzelhandel und Dienstleistungsbetriebe.
Durch die Gründung der Bahnhof GmbH Bad Homburg, die mit einem Stammkapital von 25.000 Euro ausgestattet wird, verspricht sich Korwisi kuze Entscheidungswege bei Ausschreibungen und Vergabe von Aufträgen, außerdem steuerliche Vorteile. Zudem sei das Hochbauamt durch andere Großprojekte wie Kindergarten- und Sporthallenbau ausgelastet.
Kontrolliert werden soll die Gesellschaft durch einen Verwaltungsrat, der identisch ist mit dem Verwaltungsrat der Kur- und Kongress GmbH. Der verfüge über entsprechende Erfahrungen mit Großprojekten, etwa dem Kurhaus oder Kur Royal, sagte Korwisi. Außerdem soll der GmbH ein Beirat mit Fachleuten, aber ohne Kommunalpolitiker zur Seite gestellt werden. Die Stadtverordnetenfraktionen, die stets mehr Mitsprache bei der Planung für sich reklamiert hatten, stehen laut Korwisi hinter der Gesellschaftsgründung. "Die Gesellschaft macht Vorschläge, entscheiden werden die Stadtverordneten", sicherte der OB zu.
Die Stadt hat den 102 Jahre alten Bahnhof 2008 gekauft. Nach einem Brand Anfang Juni dieses Jahres sind immer noch Teile des Gebäudes wegen Restaurierungsarbeiten gesperrt.

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