Das Wort Krise mag Gerda Törber gar nicht hören. "Wir haben keinen Einbruch in 2010", sagt die Inhaberin des Toyota-Autohauses Ruhl An den Drei Hasen bestimmt. Im Jahr eins nach der Abwrackprämie will sie keineswegs "auf diese Veranstaltung verzichten". Was für Frankfurt alle zwei Jahre die IAA ist, heißt in Oberursel AiA - Autos in der Allee. "Ein guter Standort", sagt Gerda Törber, erklärter Fan der AiA. "Eine Autoschau für alle, im Umfeld die erste und interessanteste, es herrscht eine positive Stimmung." Kundenkontakte herstellen, Probefahrten vereinbaren, Präsenz zeigen sind für sie die wichtigsten Aspekte der Schau.
Es hat lange gedauert, bis die gute Stimmung auch beim Veranstalter Fokus O. geweckt wurde. "Schon etwas zäh" sei die Vorbereitung gelaufen, gesteht Nils Britze, der Projektleiter AiA. Angesichts der wirtschaftlichen Situation waren viele Autohändler zunächst zögerlich, doch jetzt sind sie wieder alle dabei, wenn am Wochenende 24. und 25. April Blech, Glas und Chrom in der Adenauerallee neben den neu gesetzten noch jungen Kastanien und in ihrem Umfeld blitzen.
Mit dabei aus der Nachbarstadt Bad Homburg sind auch Mercedes mit der kompletten Produktreihe und BMW. Mit Porsche und Saab bekommt die Premium-Klasse Standorte auf dem Epinayplatz, wo der Besucher auch vom Caféhaus schauen kann, was es Neues gibt. Autos in der Allee stimmt nicht mehr ganz, denn bei der 13. Auflage zieht sich die Reihe der Händler, Zulieferer und anderer Anbieter aus der Branche über die Liebfrauenstraße und die Henchenstraße bis zum Epinayplatz. Nicht mehr dabei ist der Marktplatz, die Ausstellung der "Youngtimer" hat in den vergangenen Jahren nicht genügend Publikum angezogen.
Das gehört zum modifizierten Konzept, wie es die Presseabteilung von Fokus O. nennt. Modifiziert heißt kompakter - "wir sind vor allem aufs Auto konzentriert", so Nils Britze. Also weniger Show und Rahmenprogramm, mehr Technik, Beratung und Information rund ums Auto zwischen etwa 140 Neuwagen. Die Bühne an der Bären-Kreuzung mit Ganztagsprogramm gibt es nicht mehr, eine kleinere Bühne für Musik und Showeinlagen wird im Holzweg aufgestellt. Der Fokus O. muss mit seinen Mitteln haushalten, angestrebt wird die Kostendeckung der Veranstaltung durch die Beiträge der Händler für jeden Auto-Standplatz.
"Eine Pflichtveranstaltung" hatte Sascha Herrmann, Verkaufsleiter bei Auto Bach im Zimmersmühlenweg, die AiA noch im vergangenen Jahr genannt. Man könne sich nicht erlauben, nicht da zu sein. Diesmal wird der Audi-Händler nicht dabei sein. Der Grund: Am 30. Juni wird die Dependance in Oberursel geschlossen und in Bad Homburg integriert. Der Blick richte sich daher auf die "Auto-Gala" in der Fußgängerzone Louisenstraße am 12. und 13. Juni. Die Präsenz in Oberursel mache "wenig Sinn", heißt es bei Auto Bach.

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