Wie wahr! Es gibt ein Leben nach dem Hessentag. Der Verein Kunstgriff beweist wieder einmal Gespür für das Erkennen von nüchternen Realitäten und bietet sich an, mit dem „Orscheler Sommer“ das Orscheler Volk langsam wieder in den Alltag zurückzuholen. Kulturell von den großen Bühnen und aus Arenen, Zelten und Palästen zurück auf den Rathausplatz und in den Museumshof, in den Camp-King- und den Rushmoor-Park.
„Es gibt ein Leben nach dem Hessentag!“ Ein passendes Motto für die 27. Auflage des Kultursommers, der Daheimgebliebenen Abwechslung und Entspannung bieten soll. Bei Gewohntem, aber nicht Abgehangenem, meist in kleinem Rahmen und eher kuscheliger Atmosphäre, etwa beim Jazz-Frühschoppen im Hof des Vortaunusmuseums am Sonntagmorgen. Oder beim Familiennachmittag im Rushmoor-Park.
Das Ferien-Kultur-Programm „Orscheler Sommer 2011“ beginnt am Samstag, 9. Juli, mit Open-Air-Kino auf dem Rathausplatz und endet am 20. August mit Kino im Camp-King-Park.
Für die 27. Auflage unterstützt die Stadt den veranstaltenden Verein Kunstgriff mit 8000 Euro für Bands, Filme und Organisation. Der Kultur- und Sportförderverein (KSfO) stellt eine Ausfallbürgschaft in Höhe von 3000 Euro.
Die professionelle Bühne auf dem Rathausplatz, die später in den Rushmoor-Park wandert, wird von der Stadt gestellt; private Sponsoren unterstützen einzelne Veranstaltungen. jüs
Wobei man da schon in Festivalnähe kommt, denn der Familiennachmittag ist eingebettet in das komplette letzte Ferienwochenende mit Live-Musik am Freitag- und Samstagabend und einem nächtlichen Kurzfilm-Festival. Nach der erfolgreichen Premiere im Vorjahr haben Tim Leinert und Shahzad Talukder eine zweites Festival organisiert, bei dem kreative Werke von Nachwuchsfilmern aus ganz Deutschland gezeigt werden. Noch ist die Teilnehmerliste nicht geschlossen, wer dabei sein will, kann sich auf der Homepage www.filmfestival-oberursel.de bewerben. Das Publikum wird Teil der Festival-Jury sein.
Schwermetall und frische Luft
Mit viel Musik kommt er wie immer daher, der „Orscheler Sommer“. Schauplatz ist meist der Rathausplatz; immer freitags ab 19.30 Uhr werden dort drei Bands in rascher Folge auftreten. Richtig laut wird es wohl am 22. Juli, an dem einer der Kunstgriff-Partner, der Verein Taunus Metal, zum Schwermetallkonzert mit den Gruppen Iron Fate, Trashtanica und Aegror bittet. Als „groovig-urban und voller Leidenschaft“ wird das „Tiefenrausch Klangkombinat“ für Sonntag, 10. Juli, zur Frühschoppenzeit im Museumshof angekündigt.
Über Oberursel hinaus öffnet sich der Sommer bei geführten Mountainbike-Touren mit erfahrenen Radlern des Vereins Mountain Sports. Am Sonntag, 10. Juli (10 Uhr), und am Donnerstag, 28. Juli (19 Uhr) werden unterschiedlich anspruchsvolle Strecken, je nach Lust und Laune der Teilnehmer, angeboten. Ein Orientierungslauf für Frauen, Männer und Kinder, Paare und Teams wird am 24. Juli angeboten; Start ist an der Stierstädter Heide um 15 Uhr. Dafür entfallen im Sommer 2011 die Inliner-Touren, weil die Polizei als schützende Begleitung nach dem Großeinsatz beim Hessentag nicht schon wieder Überstunden machen will. Das traditionelle Fischerstechen war ja ins große Hessenfest integriert.
Kein Sommer ohne Open-Air-Kino. Natürlich alles familientauglich, weil es auch dort regelmäßig familiär zugeht. Meryl Streep singt Mama Mia zum Sommer-Start am Samstag, 9. Juli, auf dem Rathausplatz. Zu den Schtis im Norden Frankreichs geht es am 23. Juli im Camp-King-Park, wo auch das Finale mit Til Schweigers Kokowähh stattfindet. Film ab heißt es jeweils bei Einbruch der Dunkelheit ab etwa 21.30 Uhr.

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